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Kritik am BaFin-Plan zu schärferen Regeln für InsurTechs

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Kritik am BaFin-Plan zu schärferen Regeln für InsurTechs

Unlängst hat die BaFin angekündigt, die Finanzierungsanforderungen für Versicherungs-Start-ups verschärfen zu wollen. Kritische Stimmen dazu kommen unter anderem vom Digitalverband Bitkom, dem InsurLab Germany und dem Startup-Verband. Eine Verschärfung schwäche den InsurTech-Standort Deutschland.

InsurTechs, die nicht nur Versicherungen vermitteln, sondern selbst Risikoträger sein wollen, brauchen hierfür eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Laut einer Ankündigung im „BaFin-Journal“ will die Finanzaufsicht die Finanzierungsregeln für Versicherungs-Start-ups verschärfen und bei der Lizenzvergabe eine höhere Kapitalausstattung verlangen, als das unter Solvency II bislang erforderlich war. Eine Versicherungslizenz soll nur noch dann erteilt werden, wenn das InsurTech am Tag des Lizenzantrags die vollständige Ausfinanzierung nachweisen kann. Damit will die Finanzaufsicht Verbraucher besser schützen, fürchtet sie doch, dass diese ihren Versicherungsschutz bei Insolvenz eines Start-ups verlieren könnten. Für das Vorhaben erntet die BaFin Kritik von unterschiedlichen Verbänden und Initiativen. Zwar wird das Ziel, den Verbraucherschutz zu stärken, nicht in Frage gestellt, wohl aber, ob dies mit den angekündigten Maßnahmen tatsächlich erreicht werden kann.

Versicherer gegen Sonderregeln

So warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) e.V., dass zusätzliche Eintrittshürden Wettbewerb und Innovationen behindern würden, ohne mehr Schutz für Verbraucher zu schaffen. „Wir sind gegen Sonderregeln für InsurTechs, sowohl was großzügige Erleichterungen, aber auch was höhere Anforderungen betrifft“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Mit den geplanten Sonderregeln verscheuche man Innovationen aus Deutschland. Solvency II stelle für neue Wettbewerber bereits eine anspruchsvolle Hürde dar. „Richtig ist, dass neue Versicherer die gleichen Anforderungen erfüllen müssen wie Traditionsunternehmen“, so Asmussen. Der Grundsatz „same risks, same rules“ müsse weiterhin gelten.

Bitkom sieht zu hohe Hürden für InsurTechs

Deutliche Kritik kommt auch vom Digitalverband Bitkom. „Die Idee der BaFin geht völlig an der Realität der Start-up-Finanzierung vorbei“, betont Bitkom-Präsident Achim Berg. So würden Start-ups über mehrere Finanzierungsrunden wachsen, bei denen unterschiedliche Investoren beteiligt sind. „Werden die BaFin-Pläne umgesetzt, wird eine Versicherungslizenz für unabhängig finanzierte Start-ups unmöglich, da von Anfang an viel zu viel Kapital für langfristige Rückstellungen aufgewendet werden müsste,“ so Berg weiter, der die BaFin auffordert, ihren Plan zu begraben.

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