„Value for money“ im Fokus
Nachverbesserungsbedarf sieht die Assekurata bei den Versicherern, wenn es um Kundenerwartungen an Kosten, Transparenz und digitale Bedienbarkeit geht. Hier haben laut den Analysten die Neobroker, Robo-Advisor und Fondsplattformen aktuell die Nase vorn. Kunden müssten transparent erkennen können, was sie für ihre Kosten als Gegenwert erhalten. Damit werde „Value for Money“ zunehmend zur Vertrauensfrage, so die Assekurata. Die Lebensversicherer sollten sich jedoch nicht als Gegenmodell zum Kapitalmarkt positionieren, sondern als „geeignete Alternative mit Beständigkeit, Risikoausgleich und bedarfsgerechten Ruhestandsschutz“.
Assekurata sieht staatliches Angebot kritisch
Das geplante staatliche Standardangebot sehen die Analysten kritisch: Ordnungspolitisch entstehe ein Spannungsfeld, wenn der Staat nicht nur die Förderregelungen setzt und den Markt reguliert, sondern zugleich mit einem eigenen Produkt als Anbieter fungiert. Um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen, müssen für das Staatsprodukt die gleichen Anforderungen in den Bereichen Kapitalanlage, Kostentransparenz, Produkthaftung, Information und Wechselprozesse gelten wie bei privaten Anbietern. „Hier sind allerdings noch wesentliche konzeptionelle und operative Fragen offen, sodass wir derzeit nicht davon ausgehen, dass zu Jahresbeginn 2027 bereits ein staatliches Angebot verfügbar sein wird“, kommentiert Heermann.
Wechselimpulse von Kunden im Auge behalten
Die Analysten erwarten, dass die meisten Lebensversicherer bereits früh im neuen Jahr Produkte für die neue geförderte Altersvorsorge auf den Markt bringen werden; die Ausgestaltung werde sich allerdings von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Ein Vorteil bei den Versicherern gegenüber branchenfremden Mitbewerbern liege in den Erfahrungen, die man in der Riester-Welt gesammelt haben. Zugleich müssten sie Wechselimpulse von Kunden mit bestehenden Riester-Verträgen im Blick behalten, da hohe Abflüsse nicht nur die eigene Bestandsfestigkeit belasten können, sondern auch hohe Anforderungen an die Liquiditätssteuerung in der Kapitalanlage stellen.
Die solide finanzielle Lage bedeute keinen Automatismus für neues Wachstum, resümieren die Analysten. „Die Branche muss jetzt beweisen, dass sie ihre Stärken in eine einfachere, transparentere und kapitalmarktnähere Vorsorgelogik übertragen kann“, so Heermann. (js)
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