DACH-Region: Einer der attraktivsten Märkte für Konsolidierungen
Mit rund 50.000 registrierten Maklern bleibe die DACH-Region einer der attraktivsten Märkte für Konsolidierungen in Europa – getrieben von stabilen wiederkehrenden Erlösen, solidem organischem Wachstum und einer oftmals ungelösten Nachfolgethematik bei vielen Maklerfirmen, sagt Andreas Schreiber, Senior Advisor im Bereich EMEA Insurance M&A bei FTI Consulting. „Kleinere Maklerfirmen werden zunehmend zum Akquisitionsziel, denen Konsolidierer einen klaren Exit in Form von Asset Deals oder Bestandsübertragungen bieten können. Die Konsolidierung, die in Deutschland begonnen hat, erfasst inzwischen auch angrenzende Märkte wie Österreich und die Schweiz sowie Mittel- und Osteuropa“, meint Schreiber.
Europa: Neuer strategischer Fokus der Konsolidierer
Für Europa hat FTI Consulting des Weiteren einen neuen strategischen Fokus ausgemacht: Die bisherige Strategie, Makler vorwiegend zur Größenskalierung zu übernehmen, stoße zunehmend an Grenzen. Stattdessen setzen Käufer nun verstärkt auf gezielte Akquisitionen von MGAs (Managing General Agents) und Spezialmaklern mit eigenen Datenbeständen, fortgeschrittener Datenanalyse und spezialisiertem Underwriting, und zwar vor allem auf dem Kontinent. Denn hier ist der MGA-Sektor noch vergleichsweise jung und wächst schnell. Jeremy Riley, Senior Advisor im Bereich EMEA Insurance M&A bei FTI Consulting, stellt daher folgende Prognose auf: „Das nächste Kapitel der europäischen M&A wird von Käufern geprägt sein, die selektiver, strategischer und zunehmend grenzüberschreitend agieren.“
„Renaissance“ bei Konsolidierung unter Versicherern
Auch auf die Entwicklungen bei Versicherern in Europa schaut das Unternehmen in seiner Untersuchung. Hier deute sich eine Renaissance an. Im Klartext heißt das: Nach Jahren relativer Zurückhaltung haben Versicherungsunternehmen angesammeltes Kapital verstärkt für strategische Übernahmen eingesetzt. Die Zahl der Transaktionen unter Erst- und Rückversicherern ist laut FTI Consulting gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen. Und es wird ein weiterer Anstieg erwartet: Da die gewerblichen Versicherungsmärkte in eine Phase sinkender Prämien eintreten und organisches Wachstum damit schwieriger werde, dürfte die Konsolidierung unter Versicherern 2026 und darüber hinaus weiter an Fahrt gewinnen.
Einige Investitionszyklen kurz vor Ende
Zudem wird noch darauf hingewiesen, dass sich viele PE-Fonds dem Ende ihrer Investitionszyklen nähern. Das könnte in der kommenden Zeit zu Exits und strategischen Neupositionierungen führen. Gleichzeitig schaffen Refinanzierungsbedarfe selektive Kaufgelegenheiten. „Die Voraussetzungen für ein aktives M&A-Jahr 2026 sind damit günstig“, so Schreiber. (lg)
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