Wo die KI noch an ihre Grenzen kommt
Etliche Punkte bemängeln die Experten bei der Beratung via ChatGPT jedoch. So würde die KI bei der Bedarfsermittlung kein vertiefenden Rückfragen stellen. Die Preis-Leistungs-Bewertung blende Vorschäden und individuelle Rabattmechanismen aus. Zudem würden Leistungsunterschiede auf Detailebene fehlen. Außerdem weiche die Empfehlungsreihenfolge von der Einordnung nach etablierten Bewertungsmaßstäben ab. Hinzu kommt der fehlende Tarifzugang, denn die meisten öffentlichen KI-Systeme hätten keinen Zugriff auf aktuelle Tarife, Bedingungswerke, Annahmerichtlinien oder Tarifupdates. Empfehlungen würden auf Trainingsdaten basieren, nicht auf dem aktuellen Markt. Weitere Kritikpunkte sind fehlende Produkttransparenz und Reproduzierbarkeit. Die KI könne allgemeine Empfehlungen aussprechen, verfüge aber nicht über die notwendige Produkt- und Markttransparenz für einen belastbaren Tarifvergleich.
Fazit
Im Fazit heißt es von fb research, KI könne heute als digitaler Erstberater eine erste Orientierung in der Produktwelt geben. Eine wirklich bedarfsgerechte Empfehlung brauche aber mehr Tiefe in der Datenerhebung und in der Tarifkenntnis. Individuelle Lebensumstände müssten ebenfalls in die Bewertung einfließen. Hinzu kommt das Thema Haftung. Passt ein vorgeschlagener Tarif nicht zum tatsächlichen Bedarf des Kunden, übernimmt niemand Haftung für die Fehlempfehlung. Genau hier liege der Mehrwert professioneller Beratung: „Berater prüfen die Ergebnisse, hinterfragen die Vorschläge und schärfen die Empfehlung dort nach, wo es nötig ist“, wie es von fb research wörtlich heißt. (tik)
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