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4. Mai 2026
Privater Rechtsschutz: „Nennenswerter Teil“ der Tarife mit Luft nach oben

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Privater Rechtsschutz: „Nennenswerter Teil“ der Tarife mit Luft nach oben

Privater Rechtsschutz: „Nennenswerter Teil“ der Tarife mit Luft nach oben

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein Rating zum privaten Rechtsschutz aktualisiert. Die Mehrheit der Tarife liegt auf einem hohen Niveau, bei einem Fünftel bleibt aber durchaus Luft nach oben. Vor allem in den Bereichen vorsorgliche Rechtsberatung und Internetrechtsschutz zeigen sich Lücken.

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat den aktuellen Jahrgang seines Ratings zur privaten Rechtsschutzversicherung vorgelegt. Das Interesse an Rechtsschutzversicherungen ist laut den Experten ungebrochen. Rund 26 Millionen Verträge bestanden im Jahr 2025 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV). Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Kosten für Rechtsschutz steigen: Durch das Kosten- und Betreuervergütungsrechtsänderungsgesetz 2025, das zur Jahresmitte des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, sind u. a. Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren deutlich angestiegen. Laut dem GDV sind die Schadenaufwendungen in der privaten Rechtsschutzversicherung im Jahr 2025 von 3,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 4,1 Mrd. Euro gestiegen.

Qualität steigt, aber nur langsam

Für den aktuellen Ratingjahrgang haben die Experten 254 Tarife und Tarifvarianten von 38 Versicherern analysiert. Wie bereits in den Vorjahren orientiert sich das Rating an vier Leistungsbereichen: Privat-, Berufs-, Verkehrs- sowie Wohnungsrechtsschutz. Es werden nur Tarife bewertet, die alle Bereiche abdecken. Ebenso wie bereits in den Vorjahren unterscheidet das Rating zudem zwischen Tarifen für Familien und für Singles.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Die Qualität steigt, allerdings mit überschaubarem Tempo. Während mehr als sechs von zehn Tarifen mindestens mit „sehr gut“ bewertet werden, kommt ein Fünftel über die Note „befriedigend“ nicht hinaus.

Vorsorgliche Rechtsberatung und Internetrechtsschutz bleiben lückenhaft

Einige Tarife scheitern an den Mindeststandards, die sicherstellen sollen, dass hoch bewertete Produkte in allen Bewertungskategorien überdurchschnittliche Qualität aufweisen. Vor allem beim Thema vorsorgliche Rechtsberatung bleibt Spielraum nach oben – viele sehr gute Tarife bieten keine anwaltliche Beratung an, solange noch kein Rechtsschutzfall vorliegt, also genau dann, wenn frühzeitiges Handeln einen Streit vermeiden könnte, erklären die Experten. Damit verfehlen sie eine Einstufung in der höchsten Bewertungskategorie.

Tarife mit einer Bewertung unterhalb von FFF („sehr gut“) zeigen Schwächen vor allem beim Arbeitsrechtsschutz, Immobilienrechtsschutz sowie beim außergerichtlichen Verwaltungs-, Steuer-, oder Sozialrechtsschutz. Auch im Internetrechtsschutz und im Rechtsschutz für Erb-, Familien-, und Lebenspartnerschaftsrecht bleiben manche Angebote laut Franke und Bornberg hinter dem erreichbaren Niveau zurück.

Allgemein betrachtet steht bei Rechtsschutztarifen vorwiegend die Leistung im Vordergrund. Ein aggressives Pricing wie in anderen Sparten sehen die Analysten hier nicht. Finanzieller Spielraum wird eher mit variablen Selbstbehalten bei Schadenfreiheit geschaffen.

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