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15. September 2021
Riester-Rente: Besser Minimalreform als gar keine Reform

Riester-Rente: Besser Minimalreform als gar keine Reform

Der VOTUM Verband hat seine Forderungen an die kommende Regierungskoalition vorgestellt. Die Schwerpunkte liegen auf Bürgerservice, Rentenpolitik und Nachhaltigkeit. Unter anderem verlangt der Verband in seinem Forderungspapier lieber eine Minimal-Riester-Reform als weitere Untätigkeit.

Der VOTUM Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungsunternehmen in Europa e.V. hat ein Forderungspapier veröffentlicht, das sich an die kommende Bundesregierung wendet. Mit dem Papier, das den Titel „Mit neuer Perspektive in die Zukunft“ trägt, möchte der VOTUM Verband einen klaren Appell an die Bundespolitik richten. Schwerpunkte legt er dabei auf die Bereiche Nachhaltigkeit, Bürgerservice und Rente.

Schwerpunkt 1: Mehr Bürgerservice

Unter dem geforderten Perspektivwechsel – der für den Namen des Papiers Pate stand – versteht der Verband eine Ausrichtung des Staates als Dienstleister. In den Mittelpunkt staatlichen Handelns müsse nach Ansicht des VOTUM Verbands der Bürgerservice gestellt werden. Des Weiteren solle der Staat Unternehmen und Privatpersonen nicht mit weiteren Regulierungsvorhaben konfrontieren, sondern den Blick nach innen richten und stattdessen den Staat selbst nachhaltig modernisieren.

Schwerpunkt 2: Rentenpolitik

Im zweiten Schwerpunktthema geht es dem Verband um die Rentenpolitik. Hier fordert VOTUM eine klare Vermeidung der Doppelverbeitragung in der bAV und Vereinfachungen in der geförderten privaten Altersvorsorge. Jedes Reformwerk müsse auf den Erhalt individueller Riester-Vertragsansprüche ausgerichtet sein und der Vereinfachung in der Abwicklung und dem zukünftigen Ausbau dienen.

Minimalreform dringend nötig

Eine Minimal-Riester-Reform sei allemal besser als die aktuelle Untätigkeit fortzusetzen und somit gerade Geringverdienern die geförderte private Altersvorsorge vorzuenthalten – während Besserverdiener weiter auf die steuerlich bevorzugte Basis-Rente zurückgreifen könnten. Unter anderem müsse die Absenkung des Garantieniveaus auf 80% Teil dieser Minimalreform sein.

Außerdem wünscht sich der Verband einen fairen Interessensausgleich zwischen Erwerbstätigen und Rentenbeziehern und eine verbesserte Vertrauensbasis zwischen Bürgern und Regierung.

Schwerpunkt 3: Nachhaltige Gesellschaft

Das dritte Schwerpunktthema widmet sich der Nachhaltigkeit bzw. einer nachhaltigen Gesellschaft. Während die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Umsetzung von EU-Maßnahmen begrüßt wird, fordert VOTUM auch, darauf zu achten, die Handlungsalternativen von deutschen Anbietern nicht einzuschränken. Deutschland solle von nationalen Alleingängen bei der Gesetzgebung oder der Aufsicht Abstand nehmen.

Nachhaltige Finanzwirtschaft ist globale Herausforderung

Anleger sollten bei ihrer Investitionsentscheidung dazu angeregt werden, Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen. Eine Überforderung der Anleger müsse jedoch unbedingt vermieden werden. Außerdem solle die kommende Bundesregierung nicht anstreben, eine nachhaltige Finanzwirtschaft unter perfekten Laborbedingungen in Deutschland zu schaffen. Stattdessen müsse sich Sustainable Finance weltweit durchsetzen.

Die Branche als Schlüsselindustrie

Die Finanzdienstleistungsbranche sieht VOTUM bei der Erreichung dieser Ziele als Schlüsselindustrie. Ohne die Branche und ihre Berater werde die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht gelingen und Altersarmut nicht verhindert werden können. Die zukünftige Bundesregierung müsse das Potenzial dieser Schlüsselindustrie stärker als bisher nutzen und fördern. Überbürokratisierung hingegen blockiere die Finanzdienstleister.

Das komplette Forderungspapier ist hier auf der Website des VOTUM Verbands zu finden. (tku)

Bild: © MichaelJBerlin – stock.adobe.com