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27. Juli 2026
Schadenbearbeitung: Zwischen Anspruch und Realität

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Schadenbearbeitung: Zwischen Anspruch und Realität

KI ist nützlich – solange ihre Rolle klar bleibt

Was künstliche Intelligenz in der Schadenbearbeitung angeht, zeigt die Studie, dass deren praktischer Einsatz noch begrenzt ist. Nur 26 Prozent der Befragten setzen generative KI in der Schadenbearbeitung ein oder testen sie. Die Mehrheit beobachtet den Markt oder befindet sich in einer Erkundungsphase.

Da Schadenentscheidungen mitunter sensibel sind, müssen die Ergebnisse von KI-Anwendungen in der Schadenbearbeitung immer erklärbar und kontrollierbar bleiben. Naheliegende Einsatzfelder liegen deshalb zunächst in der Assistenz: Dokumente zusammenfassen, fehlende Informationen markieren, ähnliche Fälle anzeigen, Textvorschläge erstellen, Auffälligkeiten hervorheben oder nächste Bearbeitungsschritte empfehlen. Solche Funktionen können Bearbeiter entlasten, ohne dass die Entscheidung vollständig an ein System abgegeben wird. Während bei einfachen Fällen der Automatisierungsgrad hoch sein kann, muss gerade bei komplexen oder strittigen Fällen klar sein, wer entscheidet, welche Daten herangezogen wurden und wie Vorschläge zustande gekommen sind.

Regulierung macht Nachvollziehbarkeit wichtiger

Regulierungen wie der EU AI Act, DORA, Datenschutzvorgaben oder nationale Aufsichtsanforderungen erfordern, dass digitale Prozesse nachvollziehbar gestaltet werden müssen. Automatisierte Entscheidungen, KI-gestützte Empfehlungen und externe Datenquellen müssen dokumentiert werden. Versicherer müssen erklären können, warum ein Fall automatisch reguliert, ausgesteuert oder zur manuellen Prüfung weitergeleitet wurde. Je stärker Prozesse automatisiert werden, desto wichtiger werden damit Kontrollpunkte, Protokollierung und klare Verantwortlichkeiten.

Fazit

Die Automatisierung der Schadenbearbeitung steht in Europa noch am Anfang. Die Investitionsbereitschaft ist hoch, die Ergebnisse bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Das liegt nicht an mangelndem Interesse an Technologie. Es liegt vielmehr an der Komplexität der Schadenprozesse, an gewachsenen Systemlandschaften und an der Notwendigkeit, Automatisierung fachlich sauber zu begrenzen.

Der Schadenfall wird damit zu einem realistischen Test für die Digitalisierung der Versicherer. Erst wenn Daten, Prozesse, Systeme, Partner und Verantwortlichkeiten zusammenpassen, kann aus einer digitalen Schadenmeldung auch eine weitgehend automatisierte Schadenbearbeitung werden.

Über Adacta

Adacta ist ein Anbieter von Softwarelösungen für die Versicherungsbranche. Mit der Plattform AdInsure bietet das Unternehmen Versicherern eine moderne, flexible und skalierbare Technologie für effiziente Abläufe und nachhaltiges Wachstum. Weitere Informationen unter adacta-fintech.com. Alexander Solomonov ist Chief Commercial Officer bei Adacta und vereint fundiertes technisches Fachwissen mit langjähriger praktischer Erfahrung in der Versicherungsbranche. Nach seinem Abschluss an einer technischen Universität mit einem starken Hintergrund in Mathematik und Physik, einschließlich einer frühen Spezialisierung auf künstliche Intelligenz, begann er seine Karriere als leitender Architekt komplexer Versicherungstechnologieprojekte für verschiedene Versicherer. Heute leitet er die Geschäftsentwicklung und die strategischen Marktaktivitäten von Adacta und unterstützt Versicherer bei der Modernisierung ihrer Kernplattformen und der Erschließung neuer Wertschöpfungspotenziale durch digitale Transformation, Automatisierung und KI-gestützte Lösungen.