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11. März 2026
Schadeninflation: Versicherer müssen Geschäftsmodell verändern

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Schadeninflation: Versicherer müssen Geschäftsmodell verändern

Schadeninflation: Versicherer müssen Geschäftsmodell verändern

Prävention und Vorsorge bereits in Tarife einbauen

Die Versicherer sind sich einig: Prävention und Resilienz sind unabdingbar für die künftige Entwicklung der Branche, denn die hohe Schadeninflation nur mit steigenden Prämien auszugleichen, sei nicht nachhaltig. „Wenn wir alle unsere Probleme durch Beitragsanpassungen lösen wollen, dann haben wir unseren Job einfach gar nicht gemacht“, warnt Gräfer. Man müsse die Geschäftsmodelle verändern und dahin lenken, auch präventive Maßnahmen in die Tarife mit einzubauen. Die Bayerische habe bereits einen solchen Tarif auf den Markt gebracht, erklärt Gräfer.

Bei der Zurich sind Präventionsmaßnahmen laut Nussbaumer in Teilbereichen bereits sehr erfolgreich, vor allem im Firmensegment. „Für die ist Prävention das normalste der Welt. Die wissen, dass wenn ich keine Prävention betreibe, das Risiko nicht mehr versicherbar ist“, erklärt Nussbaumer. Für Privatkunden und KMU sei die Umsetzung von präventiven Maßnahmen schwieriger. Aus diesem Grund baue die Zurich gezielt Partnerschaften auf, um seine Kunden dabei zu unterstützen und Präventionsleistungen gleich in die Produkte zu integrieren.

Digitalisierung als Kostensenker, doch nicht sofort

Die Teilnehmer sind sich einig: Neben Prävention bietet vor allem die Digitalisierung massive Potenziale, um steigenden Schadenkosten entgegenzuwirken und Effizienzgewinne zu erzielen. Künftig sollten Standardschäden zwar weiter von Menschen orchestriert werden, doch die klassische Schadenbearbeitung wird von der KI übernommen werden. Hier sei vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Schadenregulierung künftig vorgenommen werden könne, von Vorteil.

Bei der Zurich sieht man trotz dem fortschreitenden Ausbau der Digitalisierung und Automatisierung keine Notwendigkeit zum drastischen Personalabbau. In diesem Zusammenhang sprach Nussbaumer die demografische Entwicklung an. Ein großer Anteil der Belegschaft bei Versicherungsunternehmen sei 50 Jahre oder älter, so Nussbaumer. Die könne man gar nicht alle ersetzen. Er sehe die Branche eher vor einer Transformation bei den benötigten Qualifikationen statt vor einem Abbau der Arbeitsplätze.

Bei der Bayerischen scheint man das etwas anders zu sehen. Laut Gräfer sei bei manchen Versicherern bereits ein Personalabbau zu beobachten – und das obwohl man das durch KI noch gar nicht ausgleichen könne. „Aktuell kostet Digitalisierung mehr als sie spart“, so Gräfer. „Wer zuerst Personal abbaut und dann digitalisiert, wird mit der Reihenfolge mehr verlieren als gewinnen.“

Die Teilnehmer sind sich einig: Auch künftig wird die Schadeninflation auf einem höheren Niveau liegen als die Verbraucherinflation. Aus diesem Grund müssen Versicherer weiterdenken. „Was wir aus der Vergangenheit gelernt haben, damit werden wir nicht die Zukunft gestalten“, resümiert Nussbaumer. „Wir müssen unsere Geschäftsmodelle neu denken, um weiterhin verlässlicher Partner zu sein.“ (js)

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