DI Deutschland.Immobilien und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) haben den Vermieterreport 2026 veröffentlicht. Der Bericht zeigt unter anderem, was private Vermieter in Sachen Mietpreisanpassungen planen, wie es um die Sanierungsbereitschaft bestellt ist und was sie über die aktuelle Wohnungspolitik denken.
Zur Relevanz privater Vermieter
Private Vermieter stellen fast zwei Drittel der Mietwohnungen in Deutschland. 66% bieten vor allem Etagenwohnungen in Mehrfamilienhäusern an. 62% der angebotenen Wohnungen befinden sich in guten oder sehr guten Lagen – also dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Der Bestand entspringt überwiegend aus den Bauphasen von 1949 bis 1978 sowie von 1979 bis 1994. Laut Report bilden die Wohnungen damit einen wichtigen Teil des gewachsenen Wohnungsangebots ab.
In 77% und damit dem überwiegenden Teil der Fälle gibt es zwischen Mieter und Vermieter einen unbefristeten Vertrag ohne automatische Mietanpassung. Möblierte Vermietung macht mit 29% einen deutlich geringeren Anteil aus. Mit nur 9% spielt die Vermietung an Wohngemeinschaften eher eine Nebenrolle.
Private Vermieter sind langfristig orientiert
Private Vermieter handeln langfristig – und halten die Mieten oft stabil. Wie es im Bericht heißt, würden die meisten nicht aus kurzfristigen Preisimpulsen heraus agieren, sondern langfristig: 60% sind seit mindestens zehn Jahren am Mietmarkt aktiv. Zudem sind die Bestände kleinteilig: 58% vermieten lediglich eine Wohnung, weitere 19% zwei. Für viele bildet die Vermietung nur ein Zusatzverdienst.
Für fast die Hälfte ist Mieterhöhung kein Thema
Wie die Umfrage weiter zeigt, verzichten 43% bei Neuverträgen gänzlich auf Mietsteigerungen, 55% heben die Miete moderat an. Auch viele Bestandsmieten bleiben über Jahre hinweg unverändert: 51% haben im vergangenen Jahr nicht erhöht. Bei Anpassungen erfolgte dies in den meisten Fällen aufgrund gestiegener Betriebskosten.
Vermieter hadern mit aktueller Wohnungspolitik
Gleichzeitig sehen sich Vermieter mit zunehmenden politischen Vorgaben und energetischen Anforderungen konfrontiert, während zentrale Rahmenbedingungen jedoch häufig unklar bleiben. Die Unzufriedenheit mit der Wohnungspolitik bleibe deshalb hoch, heißt es in der Zusammenfassung des Berichts.
Mehrheit ist zufrieden mit eigener Vermietungstätigkeit
Trotz der Herausforderungen beurteilen 70% der Befragten ihre Vermietungstätigkeit als positiv. „Dass die Mehrheit der privaten Vermieter trotz dieser Unsicherheiten mit ihrer Tätigkeit zufrieden ist, ist ein starkes Signal – und zeigt ein bemerkenswertes Verantwortungsbewusstsein“, erklärt Marc-Philipp Unger, Vorstandsvorsitzender der DI Deutschland.Immobilien AG.
Energetische Modernisierung stockt
Zurückhaltend sind viele Vermieter bei energetischen Sanierungen. In den vergangenen Jahren hat bereits etwas mehr als die Hälfte (55%) in energetische Maßnahmen investiert – vor allem in eine neue Heizung, neue Fenster und Dämmung. Motivation waren besonders langfristige Energieeinsparungen und mehr Zufriedenheit bei den Mietern. Wer keine solchen Maßnahmen in Angriff genommen hat, gab meist fehlende Dringlichkeit, mangelnde Nachfrage seitens der Mieter oder die Kosten als Grund an.
2026 kommt die Modernisierung dennoch kaum voran: 59% streben derzeit keine energetischen Sanierungen an. Das sind deutlich mehr als in der Befragung aus dem vergangenen Jahr (48%).
„Viele private Vermieter sind bereit, ihren Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten – doch die Rahmenbedingungen müssen verlässlich und nachvollziehbar sein. Ohne klare Orientierung, realistische Anforderungen und praktikable Förderstrukturen wird die Transformation des Gebäudebestands nicht gelingen“, mahnt Prof. Dr. Michael Voigtländer, Immobilienökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW).
Hier besteht nach Ansicht der Vermieter der größte Nachholbedarf
Am häufigsten führen Umfrageteilnehmer fehlende Maßnahmen für Haushalte mit mittleren Einkommen an. Gut die Hälfte wünscht sich zudem ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Mieter- und Vermieterinteressen. Auch altersgerechten und nachhaltigen Wohnangeboten wird aus Sicht vieler Befragter zu wenig Relevanz beigemessen. „Diese Einschätzungen zeigen: Zentrale Bedarfe werden bislang nicht ausreichend adressiert. Es braucht spürbares politisches Umsteuern, um die Stabilität des Mietmarkts zu sichern und Investitionen zu ermöglichen“, ergänzt Voigtländer. (tik)
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