Sprachassistenten und Versicherung: Die Stimme aus der Software | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Sprachassistenten und Versicherung: Die Stimme aus der Software
10. Juli 2019

Sprachassistenten und Versicherung: Die Stimme aus der Software

Auch die Assekuranz darf sich Neuerungen nicht verschließen und muss technologische Chancen ergreifen. Wie steht es um den Einfluss von Siri, Cortana, Alexa und Co. auf die Branche und die Vermittlung? Ein Kommentar von Matthias Stauch, Vorstand der INTERVISTA AG und Experte für digitalen Vertrieb und IT.


Auch die Assekuranz darf sich Neuerungen nicht verschließen und muss technologische Chancen ergreifen. Wie steht es um den Einfluss von Siri, Cortana, Alexa und Co. auf die Branche und die Vermittlung? Ein Kommentar von Matthias Stauch, Vorstand der INTERVISTA AG und Experte für digitalen Vertrieb und IT.

Sprachassistenten und Versicherung: Die Stimme aus der Software

Experimente mit neuen Technologien gehören in unterschiedlichen Branchen längst zum Tagesgeschäft. Wer den Anschluss im Wettbewerb halten möchte, darf sich nicht scheuen, Innovationen auszuprobieren und effektiv für sich zu nutzen. So gehören etwa Sprachassistenten zu den jüngeren Trends unserer Zeit. In der Regel bieten sie in erster Linie Informationen – beispielsweise zum Wetter – sowie Unterhaltung wie etwa in Form von Spielen. Inzwischen befassen sich auch Versicherungen mit der Thematik und loten die verschiedenen Möglichkeiten aus, mit denen sie ihr Angebot weiterentwickeln können. Zudem verändern sich die Kundenbedürfnisse und -anforderungen in rasantem Tempo – und erfordern entsprechendes Handeln. Immer weniger Zeit steht zur Verfügung, immer weiter steigen die Erwartungen. Häufig möchten Kunden keine Formulare am Computer mehr ausfüllen, sondern suchen stattdessen nach einfacheren Wegen. Für Versicherungen bedeutet dies: In Zukunft gewinnt der digitale Vertragsabschluss zunehmend an Wichtigkeit, etwa um jüngere Menschen zu erreichen und Prozesse zu beschleunigen. Kommen darüber hinaus Sprachassistenten zum Einsatz, sind plötzlich auch situative Vertragsabschlüsse möglich.

„Hey, Siri!“ – Sich die Auswahl an Funktionen zunutze machen

Kurz vor der Abreise in Stress geraten und die angedachte Unfallversicherung für das kommende Abenteuer nicht gebucht: Mit dieser Situation sehen sich Urlauber regelmäßig konfrontiert. Eine Abgabe des Buchungsvorgangs an Siri, Cortana, Alexa und Co. bietet sich hier an, um sogar noch kurz vor der Abfahrt auf der Skipiste oder unmittelbar vor der Besteigung des ersten Gipfels für eine Absicherung zu sorgen. Zugrunde liegen muss hierfür eine vollständig integrierte digitale Antragsstrecke. Auf diese Weise sprechen Versicherungen besonders die Generation Y bzw. Millennials an, die großen Wert auf digitale Angebote und vollständig technologische Verkaufs- und Beratungsprozesse legen. Wenden sie sich an ihren Sprachassistenten, bekommen sie jederzeit die für ihre Ansprüche passende Lösung vermittelt. Für Versicherungen und deren Vermittlung bedeuten diese Veränderungen, einen Schritt weiterzugehen. Was vor ein paar Jahren noch die innovativen Apps auf dem Smartphone waren, sind heute die Skills der Sprachassistenten. Versicherungen sollten sich daher die große Auswahl an Funktionen auf jeden Fall zunutze machen. Dabei gilt es, die eigenen Compliance-Regeln ebenso wie gesetzliche Regelungen und Vorgaben des Handelspartners – Amazon, Google oder Apple – zu beachten.

Von A bis Z – Klarere Kommunikation im Vertrieb

Für den Vertrieb trägt der Einsatz von digitalen Sprachassistenten, etwa von Alexa-Skills, zur klareren Kommunikation bei. Beispielsweise lässt sich ein Lexikon für Begrifflichkeiten der Branche etablieren und allgemeine Fragen rund um die Versicherung können auf Anfrage beantwortet werden. Zudem erhalten Kunden auf diese Weise neue Serviceangebote und profitieren von der erleichterten Suche nach einem Ansprechpartner vor Ort. Die digitale Unterstützung stellt viele Möglichkeiten bereit, die sogar bis zur vollständigen Angebotserstellung unkomplizierter Versicherungsprodukte reichen. Um darüber hinaus volldigitalisiert zum Beispiel eine Auslandsreiseversicherung über einen Sprachassistenten von Amazon abzuschließen, bedarf es nur wenig Aufwand. Die Datenangabe und die abschließende Bestätigung laufen wie ein Online-Einkauf ab – eine Unterschrift ist nicht mehr notwendig. Im System kommt es zum Abgleich der Kundendaten mit den im Amazon-Konto hinterlegten Informationen zum Käufer. Auch eine direkte Zahlung über Amazon Pay lässt sich realisieren: Als bisher einziges Unternehmen bietet die Deutsche Familienversicherung diesen Service an und setzt so den Abschluss via Alexa inklusive Payment um.

Sektor im Umbruch – Zukunftsgestaltung

Mit Blick darauf, wie schnell sich Dienste wie der Sprachassistent im Alltag der Konsumenten etablieren, wird klar, dass auch Versicherungen sich Neuerungen nicht verschließen dürfen. Die Ergreifung technologischer Chancen führt zur Weiterentwicklung von Unternehmen und dazu, dass diese im Wettbewerb bestehen. Die Versicherungsbranche befindet sich im Wandel: Kunden setzen längst nicht mehr nur privat auf digitale Produkte, dieses Verhalten lässt sich mittlerweile vermehrt auch auf den geschäftlichen Bereich übertragen. Digitale Sprachassistenten bieten ein technisches Werkzeug für die Zukunftsgestaltung der Branche. Denn: In Deutschland nutzt laut Postbank Digitalstudie 2019 inzwischen fast jeder Dritte den intelligenten persönlichen Assistenten.Von den theoretischen Überlegungen gilt es daher noch mehr zum praktischen Einsatz der digitalen Möglichkeiten zu gelangen – auch im Zusammenhang mit der Versicherungsvermittlung.

Über den Autor

Matthias Stauch ist Vorstandsvorsitzender und Mitbegründer der INTERVISTA AG, ein Spezialist für die Digitalisierung des Vertriebs. Das Unternehmen implementiert Smart Contracts und Sales-Plattformen, um Dienstleistungen zu automatisieren. Weitere Informationen unter www.intervista-ag.de. Matthias Stauch studierte Volkswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen, anschließend betätigte sich der IT-Experte als freier Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Marketing und Informationstechnik. Durch seine vielseitigen Tätigkeiten hat er sich eine umfassende Expertise in den Bereichen Smart Contracts, Vertriebslösungen, Compliance und digitale Provisionierung angeeignet.

Bilder: © lassedesignen – stock.adobe.com; INTERVISTA AG


Matthias Stauch Matthias Stauch



Ähnliche News

Die DELA Lebensversicherungen haben eine neue Vertriebs-App im Portfolio. Mit „DELA Omnium“ können Vermittler von überall aus auf vertriebsunterstützende Materialien zugreifen und ihre Kunden beraten. Der Abschluss lässt sich digital tätigen, der Antrag wird aus der App heraus an den Versicherer übermittelt. weiterlesen
Mit der Überarbeitung der IT-Struktur verspricht die ConceptIF-Gruppe angeschlossenen Maklern einen schnelleren, digitalen Zugriff in die Tiefen der Unternehmenswelt. Die neue Verwaltungsplattform und das neue Vermittlerportal sollen nach dem jetzigen Start kontinuierlich weiter entwickelt werden. weiterlesen
Die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ermöglicht Drittanbietern den Zugriff auf Bankkonten und damit auf Daten. Das FinTech BANKSapi bietet hierfür eine Integrationstechnologie. In einer Partnerschaft mit Franke und Bornberg sollen nun die Bancassurance-Aktivitäten ausgebaut werden. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.