Rückflüsse bei Zinszusatzreserve
Im bilanziellen Hintergrund setzt sich der Abbau der Zinszusatzreserve (ZZR) fort. Ende letzten Jahres fiel die Reserve branchenweit auf unter 80 Mrd. Euro – spürbar unter dem Höchststand von 96 Mrd. Euro im Jahr 2021. Für 2026 rechnet Assekurata mit weiteren Rückflüssen von rund 5 Mrd. Euro, ab 2027 sogar mit zweistelligen Milliardenbeträgen. „Die Zinszusatzreserve hat ihren Charakter als Belastungsfaktor verloren und wird zunehmend zum Erfolgspuffer“, so Heermann. „Dies eröffnet den Unternehmen Spielraum für höhere Überschüsse, wovon mittelfristig auch die Kunden profitieren werden.“
Markt wird sich weiter verschieben
Assekurata erwartet, dass sich der Lebensversicherungsmarkt strukturell weiter verschieben wird. Für Versicherer ergibt sich durch höhere Anlagezinse und Rückflüsse aus der ZZR zwar derzeit mehr Handlungsspielraum, doch regulatorische Anforderungen, sich wandelnde Kundenpräferenzen und der zunehmende Wettbewerb mit renditeorientierten Anlageformen setzen traditionelle Lebensversicherungsprodukte unter Druck. „Das Zins- und Inflationsumfeld hat sich für Lebensversicherer zwar entspannt, aber die Branche ist noch längst nicht in einer neuen Komfortzone angekommen“, resümiert Will. (js)
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