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8. März 2026
Übernahmerallye bei Maklern: Wie geht es nach 2025 weiter?

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Übernahmerallye im Maklermarkt: Wie geht es nach der Wende 2025 weiter?

Übernahmerallye bei Maklern: Wie geht es nach 2025 weiter?

Die Zahl der Übernahmen ist rückläufig, die Bedingungen für PE-finanzierte Maklerkonsolidierer haben sich verändert. Dennoch wird sich der Konzentrationstrend bei Gewerbe- und Industriemaklern fortsetzen, denn die Haupttreiber sind intakt. Der Beitrag kommentiert die jüngsten Entwicklungen.

Ein Artikel von Klaus-Jürgen Baum, Inhaber KJB Consulting

Verhaltener Auftakt, starkes Finish und ein Paukenschlag zum Jahresende, so ließe sich das Konsolidierungsgeschehen im deutschen Markt für Gewerbe- und Industriemakler im Jahr 2025 aus der „Froschperspektive“ charakterisieren.

Aus der „Vogelperspektive“ kommen allerdings einige wichtige Aspekte hinzu. Sie deuten darauf hin, dass die M&A-getriebene Konsolidierungsrallye in eine neue Phase getreten ist.

Die Froschperspektive: Solide Transaktionszahlen und neue Akteure

Betrachtet man den Jahresverlauf 2025 aus der Froschperspektive, befanden sich die Transaktionszahlen auf solidem Niveau. Allerdings lag der Wert von über 90 relevanten Übernahmen erkennbar unter dem bisherigen Rekordjahr 2024, selbst wenn man berücksichtigt, dass sich die Nachverfolgung der Transaktionszahlen im Jahr 2025 erschwert hat, da einige Maklerkonsolidierer auch über Tochtergesellschaften zukaufen und über kleinere Firmenkäufe tendenziell weniger berichtet wird.

ATTIKON, GLOBAL, HBC und Helmsauer gehörten zu den aktiveren Aufkäufern, während die Zahlen vor allem bei GGW und Summitas deutlich niedriger ausfielen.

 

Übernahmerallye im Maklermarkt: Wie geht es nach der Wende 2025 weiter?

 

Grafik: © KJB Consulting

Die gedämpften Transaktionszahlen bei den meisten Private Equity-finanzierten Makleraufkäufern dürften nicht zuletzt gruppeninternen Prioritätensetzungen geschuldet sein:

  • Die Refinanzierungsrunden bei der ATTIKON Finanz AG und der HBC-Gruppe verliefen zur Jahresmitte erfolgreich. Beide Häuser setzten ihre Einkaufstouren seither unverändert mit frischem Geld fort.
  • Demgegenüber kam der Verkaufsprozess bei der GLOBAL-Gruppe nicht zu einem Abschluss – nach Einschätzungen von Branchenbeobachtern aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen aufseiten der aktuellen und der möglichen künftigen Investoren.
  • Speziell die GGW Group engagierte sich stark bei Übernahmen im Ausland und setzte damit ihren Weg fort, sich zu einer führenden Maklergruppe für den europäischen Mittelstand zu entwickeln.
  • Daneben trat zum Jahreswechsel 2024/2025 mit der Yellow Hive ein neuer „Player“ im Übernahmegeschehen auf. Yellow Hive plant, die in den Niederlanden erfolgreiche Buy & Build-Strategie auf den deutschen Markt zu übertragen – finanziert durch den Finanzinvestor IK Partners. Der Übernahmefokus von Yellow Hive liegt auf Spezialmaklern und mittelständischen Finanzdienstleistern.
  • Außerdem sind die Maklerdienstleister germanBroker.net, CHARTA und FiNet als Makleraufkäufer gemeinschaftlich aktiv geworden – auch wenn sie sich selbst nicht als Wettbewerber der Profi-Investoren sehen, denn alle drei gehören den angebundenen Partnermaklern.

Die gemeinsame Tochter germanPartnership hat inzwischen erste Maklerbetriebe aus den Partnernetzwerken der Gesellschafter übernommen. „Es ging uns vor allem darum, den Mitgliedern unserer Netzwerke eine passende Nachfolgelösung zu bieten, die einen langfristigen Fortbestand der Unternehmen im Maklereigentum ermöglicht“, erläutert Geschäftsführerin Vivian Martin den Ansatz von germanPartnership. Ziel sei, die Unternehmen dauerhaft zu halten und ein Netzwerk qualifizierter Maklerhäuser in Deutschland aufzubauen.

Paukenschlag zum Jahresende

Kurz vor Weihnachten dann der Paukenschlag: Bernd Helmsauer trat als Chef der seit 2023 ausgesprochen übernahmeaktiven HELMSAUER Gruppe mit sofortiger Wirkung zurück – aufgrund eines „grundlegenden strategischen Dissens“, wie er kürzlich verlauten ließ. Bis zuletzt hatte Helmsauer das Unternehmen als „familiären Gegenentwurf“ zu den Private Equity-finanzierten Maklerkonsolidierern bezeichnet.

Der Hauptgesellschafter der HELMSAUER Gruppe, der Finanzinvestor Nordic Capital, will den bisherigen Expansionskurs weiterführen und hat dazu inzwischen einen Nachfolger für Bernd Helmsauer gefunden. Marco Gerhardt übernahm Anfang Februar die Funktion des Chief Executive Officer (CEO). Er war zuvor für einen anderen Konsolidierer tätig, die MRH Trowe-Gruppe, wo er bis Mitte 2023 als Vorstandsmitglied und Mitgesellschafter wirkte.

Schon Wochen vor dem endgültigen Zerwürfnis mit Nordic Capital hatten die Helmsauer Söhne Bastian und Steffen einige neue Gesellschaften gegründet. Als Helmsauer Brüder Verbund sind sie seit Anfang 2026 im Markt tätig und verzeichnen nach eigenen Aussagen starken Zulauf von ehemaligen Mitarbeitern und Kunden. Im Februar erfolgte eine gerichtliche Klärung wettbewerbsrechtlicher Fragen zwischen den beiden namensverwandten Maklergruppen.

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