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8. März 2026
Übernahmerallye bei Maklern: Wie geht es nach 2025 weiter?

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Übernahmerallye im Maklermarkt: Wie geht es nach der Wende 2025 weiter?

Übernahmerallye bei Maklern: Wie geht es nach 2025 weiter?

2026+: Neue Phase der Marktkonsolidierung

Nach der stürmischen Übernahmewelle der letzten Jahre ist im aktuellen Stadium der Marktkonsolidierung eher zu erwarten, dass die Aufkäufer sich intensiver um die Profitabilität ihrer vorhandenen Unternehmensportfolios kümmern werden:

  • Erstens auf der Umsatzseite etwa durch den Versuch der Hebung von Vertriebspotenzialen innerhalb der Kundenbestände durch Cross- und Upselling sowie vermehrte Anstrengungen zur (Neu-)Kundengewinnung, was den Wettbewerb unter Maklern verschärfen dürfte;
  • zweitens durch den Auf- bzw. Ausbau eigener Assekuradeure sowie die Nutzung besonderer Platzierungsformen, die eine höhere Beteiligung an der Wertschöpfung ermöglichen;
  • und drittens auf der Kostenseite durch verstärkte Reorganisation und tiefere Integration der übernommenen Einheiten sowie zusätzliche Investments in einheitliche, effiziente(re) Geschäftsplattformen.

Beim M&A-Geschehen ist mit Blick nach vorne zwar nicht mit einem Nachfrageeinbruch zu rechnen – aber die Aufkäufer dürften größere Preisdisziplin walten lassen und insgesamt wählerischer werden. Top-Targets, die sich etwa durch besondere Kompetenzen, hohe Ertragsqualität oder überdurchschnittliches „echtes“ Wachstum auszeichnen, sollten weiter stabile und attraktive Bewertungen erzielen. Gleiches gilt für solche Targets, die vorhandene Beteiligungsportfolios synergetisch ergänzen.

Für schwächer aufgestellte Verkaufskandidaten und auch für kleinere Häuser, bei denen die Transaktions- und Integrationskosten überproportional durchschlagen, dürften sich die Preise hingegen bestenfalls seitwärts bewegen.

Schließlich darf man auf der Käuferseite gespannt sein, wie es bei „Me-Too-Playern“ ohne klar erkennbaren USP und bei „Nachzüglern“ im Wettbewerb um verkaufswillige Makler weitergeht.

Konsolidierung schreitet voran, Branchenkonzentration steigt weiter

Unbeschadet der Veränderungen auf der Investorenseite: Die deutsche Versicherungsmaklerbranche wird auch im Jahr 2026 in Bewegung bleiben, die Konsolidierung wird weitergehen.

„Langfristig wird sich der Markt deutlich konsolidieren: Es dürften weniger als 1.000 Maklerunternehmen verbleiben, davon maximal zehn mit strategischer Relevanz im Gewerbe- und Industriemarkt. Diese Makler werden durch Professionalität, Spezialisierung und Mehrwert im betrieblichen Risikomanagement den Standard im Markt definieren“ glaubt Simon Nörtersheuser, geschäftsführender Gesellschafter der Aventus Maklergruppe.

Gleichzeitig blicken Branchenexperten wie Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman, optimistisch auf die künftige Rolle des Maklervertriebs im gewerblichen Geschäft. Er traut dem Vertriebsweg Makler durchaus weitere Marktanteilsgewinne zu.

Diese Einschätzung entspricht dem breiten Konsens unter Marktteilnehmern und -beobachtern. Sie sehen die demografische Entwicklung und betriebswirtschaftliche Größenvorteile als Haupttreiber der fortschreitenden Konzentration bei Gewerbemaklern.

Denn zum einen werden in den nächsten rund zehn Jahren noch zahlreiche Inhaber aus der Generation der Baby-Boomer in den Ruhestand gehen – und viele von ihnen haben keinen internen Nachfolger.

Zum anderen liegen die Wettbewerbsvorteile größerer Einheiten auf der Hand: „Größe ist ein entscheidendes Merkmal, um sich im Kundeninteresse bei Versicherern durchsetzen zu können – etwa bei der Risikoplatzierung, bei den Versicherungsbedingungen und bei der Schadenregulierung,“ so Kottmann.

Außerdem ermögliche ihre Ressourcenstärke den großen Maklergruppen, die absehbar weiter steigenden Herausforderungen gerade in den Bereichen Digitalisierung und Regulierung besser zu meistern als dies die meisten kleineren Häuser allein könnten.

 

Übernahmerallye im Maklermarkt: Wie geht es nach der Wende 2025 weiter?

 

Grafik: © Oliver Wyman, KJB Consulting

In Folge dieser Mega-Trends wird auch die Marktkonzentration im deutschen Maklermarkt weiter zunehmen. Dabei kam schon die Entwicklung der letzten Jahre einem Erdrutsch gleich: Speziell bei den Gewerbe- und Industriemaklern stieg allein im Zeitraum von 2021 bis 2024 der Anteil der Top 20 am Gesamtumsatz um rund 14 Prozentpunkte. Und ein Vergleich etwa mit den angelsächsisch geprägten Märkten legt nahe, dass sich die Marktanteile noch weiter zugunsten der „Großen“ verschieben könnten.

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