DSGVO & Co.: Regulatorische Hürden in Deutschland
Ob solche Apps bald auch hierzulande verfügbar sein werden, bleibt abzuwarten. Laut Handelsblatt gehen Branchenbeobachter davon aus, dass sich die Versicherer in Deutschland bereits mit den Optionen für eine Einbindung in ChatGPT befassen. Wie Stephen Voss, Mitgründer der Neodigital Versicherung, gegenüber dem Handelsblatt mitteilt, seien solche Angebote technisch möglich. Regulatorisch hält er es hierzulande aber für nur „schwer umsetzbar“. Voss verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf die DSGVO und die Versicherungsvertriebsrichtlinie.
Das sagt der GDV
Die Frage, ob sich in diesem Zusammenhang auch regulatorische Probleme ergeben, verneint der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). So schreibt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, auf LinkedIn: „KI-Agenten verkaufen keine Versicherungen, somit liegt auch kein regulatorisches Problem vor. KI-Agenten unterstützen bei der Orientierung und Produktsuche. Darauf müssen sich alle Anbieter einstellen, deren Angebote gefunden werden sollen. Die Versicherer haben diese Entwicklung fest im Blick.“
Für Versicherungen in Deutschland gelte dabei ganz klar: Angebote würden ausschließlich von regulierten Anbietern stammen, dazu gehören Versicherer ebenso wie Vergleichsportale oder andere zugelassene Versicherungsvermittler. „Wer Versicherungen anbietet oder vermittelt, muss die geltenden Regeln einhalten – unabhängig davon, ob KI-Agenten oder andere digitale Tools genutzt werden“, so Asmussen weiter.
Weitere Anbieter werden mit Apps nachziehen
Wie Raphael Vullierme, Mitgründer von WaniWani, in Medienberichten zitiert wird, würden weitere KI-Apps für Versicherungen bereits in den Startlöchern stehen. Zudem würden andere Dienste wie Anthropics oder Google für Gemini an eigenen Standards für Drittanbieter-Apps arbeiten. Was die künftigen Entwicklungen angeht, meint Vullierme: „Jeder Versicherer wird betroffen sein, unabhängig davon, ob er eine KI-App entwickelt hat oder nicht.“ (tik)
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