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15. Januar 2026
Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

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Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

Adrian Schmidt war mit KÄPSELE zweimal im Finale des Jungmakler Awards und hat sich ein breit aufgestelltes Beraterteam aufgebaut. In seiner Kolumne beleuchtet er spannende Themen der Maklerbranche aus der Perspektive eines Jungmaklers.

Ein Artikel von Adrian Schmidt, Geschäftsführer von KÄPSELE

„Ne, ein Video sende ich nicht zu.“ Ich überlege kurz. Dann lehne ich ihn ab: „Okay, kann ich nachvollziehen, leider kann ich keine Ausnahmen vom Prozess machen. Ohne das Video kann ich dir kein Vorstellungsgespräch anbieten.“

Früher bin ich bei solchen Bewerbern von unserem Standardprozess abgewichen. Denn dem ersten Eindruck nach ist er ein absoluter A-Player: Vorerfahrung in der bAV-Beratung, auch in der Geschäftsführerversorgung, Erfahrung in der Online-Beratung und im Leadgeschäft, nachweislich gute Closing- und geringe Stornoquoten. Absoluter Top-Berater.

Auch der Papst ...

Aber es ist mein Bewerbungsprozess und ich will, dass sich die Bewerber für den Job beweisen. Irgendwo gab es dazu mal den Spruch: „Auch der Papst hat sich an den Prozess zu halten.“

Es gibt also keine Ausnahmen, und wer jetzt schon nicht bereit ist, ein Vorstellungsvideo zuzusenden, ist später auch nicht bereit, sich bedingungslos an alle sonstigen Abläufe und Standards zu halten. Dann gibt es Chaos.

Die Idee hinter dem Bewerbungsvideo ist simpel: Du hältst dich für sehr gut? Beweise es uns. Bist du bereit, dein Ego fallen zu lassen und neue Wege zu gehen?

Wasser predigen und Wein trinken

Und da muss ich mich an der eigenen Nase packen: Ich weiche heute noch viel zu häufig vom Prozess ab. Business-ADHS nennt sich das. Es fällt mir schwer, konstant immer wieder den gleichen Weg zu gehen. Ich hinterfrage: „Ja, aber was wäre, wenn …“ „Vielleicht ist es ja doch nicht der richtige Weg …?“

Hältst du dich selbst bedingungslos an deine Beratungsskripte und Abläufe oder gehst du viel nach Talent? Machst es mal so und mal so? Selbst wenn dein Ergebnis – beispielsweise in der Beratung – dann für dich spricht, ist es weder skalierbar oder auf andere Mitarbeiter übertragbar, noch weißt du, WARUM es funktioniert.

In solch einer Situation denke ich mir: Deine Mitarbeiter würdest du so jedenfalls nicht arbeiten lassen. Warum also tue ich es dann trotzdem immer wieder selbst?

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Ein Artikel von
Adrian Schmidt