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15. Januar 2026
Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

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Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

Warum Ausnahmen gute Prozesse zerstören

Theorie und Praxis

Ein Beispiel aus der Beratung: Der Kunde ist jetzt noch nicht bereit zu investieren? Egal, ich setze mich trotzdem mit ihm zusammen, er wird es mir sicher danken, dass ich mir die Zeit genommen habe, und in drei bis vier Monaten an mich denken. Dabei gibt es eine EINFACHE Regel: Es wird erst mit dem Kunden gesprochen, wenn er auch investieren kann und will. ZACK. Regel gebrochen.

Beispiel Nr. 2: Ein Bewerber will ein höheres Fixgehalt? Geringere Stunden? Nebenher selbstständig sein? Die Regel sagt nein, aber ZACK. Regel gebrochen.

Hier merke ich, dass ich bestechlich bin. Weil ich nicht genug andere Bewerber oder Kunden habe, um den Prozess bedingungslos durchzuziehen. Ich weiche ab. In der Hoffnung „Das wird schon“. Am Ende hat es sich jedes (!) einzelne (!) Mal (!) gerächt. Es hat mich Zeit gekostet, Nerven und Geld. Und warum? Weil ich bestechlich war. Weil ich nicht genug andere Bewerber, nicht genug qualifizierte Kunden hatte.

Bestechlichkeit ist der Anfang vom Untergang. Der Anfang von „nur diese eine Ausnahme“ und „nur einmal noch“. Der Anfang von Frust, verschwendeter Energie und Zeit. Der einzige Schlüssel, nicht bestechlich zu sein? Optionen schaffen: Mehr tolle Kunden. Mehr top Bewerber. Dann bin ich auf die eine Ausnahme nicht mehr angewiesen.

Mein Fazit

Ein guter Unternehmer ist einer, der immer weitere Optionen in der Hinterhand hat. Der mental NIE, NIEMALS auf die eine Ausnahme angewiesen ist und sich deshalb eisern an seinen Prozess halten kann.

Wenn du dir also schon die Mühe machst (Appell an mich selbst), einen Prozess aufzustellen, klare Kriterien für diesen Prozess zu definieren wie etwa beim Beispiel des Bewerbungsvideos, dann sei eisern genug, diesen Prozess bedingungslos einzuhalten – in dem Wissen: Es lohnt sich.

Denn der Bewerber, der nicht bereit war, ein Vorstellungsvideo zu senden, signalisiert von Anfang an: „Ich bin nicht bereit, mich an deinen Prozess zu halten.“ Und damit ist er ungeeignet.

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Ein Artikel von
Adrian Schmidt