Ein Beitrag von Rainer Hagenbucher, Fachbereichsleiter der Allianz Baufinanzierung
Die große Mehrheit der über 60-Jährigen möchte in den eigenen vier Wänden alt werden. Das bestätigt eine aktuelle Erhebung der Allianz Baufinanzierung. Bundesweit wurden mehr als 1.100 Immobilieneigentümer, die älter als 60 Jahre sind, befragt. Doch was bedeutet der Wunsch, im Eigenheim zu bleiben, konkret für die jeweilige Lebensplanung? Reichen die finanziellen Mittel? Braucht es zusätzliches Kapital für Renovierungen oder die Absicherung des Pflegefalls? Was, wenn Kinder und Enkel finanziell unterstützt werden sollen? Genau diese Fragen gilt es mit Kunden zu besprechen. Denn nicht immer sind so viele liquide Mittel vorhanden, dass es zur Lebensplanung passt.
Die Erhebung zeigt klar: Der bauliche Zustand der eigenen Immobilie, mögliche Steigerungen der Lebenshaltungskosten, ungeplante Sonderausgaben und der Wunsch, etwas zu vererben, beschäftigen ältere Immobilienbesitzer.
Mangelnde Barrierefreiheit und Sanierungsbedarf
Denn ob man wie geplant in der eigenen Immobilie alt werden kann, hängt auch wesentlich vom Zustand dieser Immobilie ab. Die Häuser und Wohnungen der befragten Immobilienbesitzer sind im Durchschnitt etwa 133 m2 groß und 43 Jahre alt. Es verwundert also nicht, dass knapp drei Viertel der Immobilien nicht barrierefrei sind und mindestens kleinere Sanierungen, wenn nicht sogar größere, erforderlich sind. 44% der Befragten, die grundsätzlich Renovierungs- oder Modernisierungsbedarf haben, sehen die Notwendigkeit für einen Treppenlift, 35% für einen Badumbau und 33% für einen barrierefreien Zugang.
Mit den möglichen Kosten für einen Umbau oder eine Sanierung hat sich jedoch nur knapp die Hälfte der älteren Immobilienbesitzer bereits auseinandergesetzt. 29% haben eine grobe Vorstellung von der Kostenhöhe für ihre Renovierungsvorhaben. Immerhin 15% haben ihren Investitionsbedarf konkret berechnet. Von den Menschen, die bereits eine Vorstellung von den Kosten für Sanierungen oder Modernisierungen haben, geht etwa ein Fünftel davon aus, dass sie mehr als 50.000 Euro in ihre Immobilie investieren müssten. Mit 42% schätzt die Mehrheit das Investitionsvolumen auf 20.000 bis 50.000 Euro.
Frage der Finanzierung als Damoklesschwert
Unabhängig davon, ob die Kosten bekannt sind, ist die Frage der Finanzierung für knapp 40% der Befragten die zentrale Hürde bei Sanierungen und Modernisierungen. Die Befragten sind sich sicher, Modernisierungen oder Umbauten nur teilweise oder gar nicht aus eigenem Kapital stemmen zu können. Wo das Geld dazu fehlt, würden drei Viertel die Maßnahmen reduzieren oder ganz darauf verzichten. Einen Kredit aufzunehmen, wäre für die meisten ein erheblicher Schritt. Nur 16% konnten sich das im Rahmen der Befragung ohne Weiteres vorstellen.
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