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1. Juli 2026
Welche Gefahren birgt die geplante Kapitalrente?

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Welche Gefahren birgt die geplante Kapitalrente?

Welche Gefahren birgt die geplante Kapitalrente?

GDV hat Bedenken

Auch der GDV steht der gesetzlichen Kapitalrente skeptisch gegenüber. Seiner Meinung nach sei mehr Kapitaldeckung der Schlüssel zu mehr Generationengerechtigkeit und zur Stabilisierung des Gesamtversorgungsniveaus, allerdings solle der Ausbau kapitalgedeckter Elemente vorrangig über die bewährten Strukturen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge erfolgen und nicht durch staatliche Parallelstrukturen in der gesetzlichen Rentenversicherung ersetzt werden – eine Ansicht, die man vom GDV durchaus erwarten würde.

Allerdings äußert sich der GDV auch zu potenziellen Risiken einer Übernahme des schwedischen Modells. Ein neues, staatlich zentralverwaltetes System nach schwedischem Vorbild binde Ressourcen, schaffe bürokratische Doppelstrukturen und öffne die Tür für politische Einflüsse auf die Kapitalanlage, so der Verband.

Wirtschaftsexperten sehen volkswirtschaftliche Probleme

Vergangene Woche hatten sich auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) von der Hans-Böckler-Stiftung mit einer gemeinsamen Studie gemeldet. In deren Stellungnahme heißt es, dass zum Aufbau eines neuen Elements der Kapitaldeckung der Beitragssatz für die Rente ab 2028 zügig um 2 Prozentpunkte steigen solle, was Kaufkraft entziehen würde und so auch die Konsumnachfrage und das Wirtschaftswachstum in Deutschland verringern dürfte. Auch der Staat und die Sozialversicherungen würden somit niedrigere Einnahmen generieren.

Die Beiträge zum Aufbau des Kapitalstocks würden weiterhin für längere Zeit dem Wirtschaftskreislauf entzogen, weil sie an den internationalen Kapitalmärkten angelegt sind. Nach Modellrechnungen von IMK und WSI könnte der Kapitalstock nach dem Vorschlag der Kommission in der Summe rund 1% Wirtschaftswachstum und knapp 250.000 Jobs kosten.

Als Lösung schlagen die Institute u. a. vor, den Kapitalstock anders zu finanzieren, nämlich wie beim Generationenkapital der Ampel-Koalition über einen Bundeskredit. Dieser würde nicht kurzfristig das Wachstum dämpfen. (mki)