Ein Artikel von Daniel Dierkes, Geschäftsführer von SureIn und Entwickler der KI-Plattform „Modus“.
Kaum ein Thema verändert die Diskussion im Vermittlermarkt derzeit so stark wie künstliche Intelligenz. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Anwendungen, die versprechen, E-Mails schneller zu bearbeiten, Dokumente auszulesen oder administrative Tätigkeiten zu automatisieren.
Gleichzeitig gehören Maklerpools seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Partnern unabhängiger Vermittler. Sie schaffen Zugang zu Produktgebern, bieten Weiterbildung und stellen technische Infrastruktur bereit.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Auswirkungen KI langfristig auf die Rolle der Maklerpools haben wird.
Maklerpools werden auch in einer KI-geprägten Welt eine wichtige Rolle spielen. Jedoch verändert KI die Erwartungen der Makler daran, welchen Mehrwert ein Pool künftig leisten muss. Genau darin liegt die spannendere Entwicklung.
Warum die Diskussion überhaupt geführt wird
Makler entscheiden sich heute aus unterschiedlichen Gründen für einen Pool.
Neben Produktzugängen und Courtagevorteilen spielen technische Unterstützung, Serviceangebote und effiziente Prozesse eine wichtige Rolle. Viele Makler verbinden mit ihrem Pool zudem die Erwartung, den eigenen Betrieb effizienter zu organisieren, etwa durch digitale Services, standardisierte Abläufe, Integrationen oder zentrale technische Lösungen. Genau an diesen Stellen setzt künstliche Intelligenz an.
Heute können KI-Anwendungen Dokumente auslesen, E-Mails klassifizieren, Antwortentwürfe erstellen oder Informationen aus verschiedenen Dokumenten innerhalb weniger Sekunden zusammenführen. Dadurch lassen sich viele Routineaufgaben bereits spürbar beschleunigen.
In der Praxis besteht die Arbeit eines Maklerbüros jedoch nur selten aus einzelnen Aufgaben. Viel häufiger müssen Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, eingeordnet und im richtigen Kontext weiterverarbeitet werden.
Der Fokus verschiebt sich deshalb. Relevant ist künftig weniger, wo Informationen liegen, sondern wie effizient sie über verschiedene Systeme hinweg für konkrete Arbeitsabläufe genutzt werden können.
Der Mehrwert entsteht zwischen den Systemen
Mit dem Einsatz von KI gewinnt eine Ressource weiter an Bedeutung, die im Vermittlermarkt schon immer zentral war: Daten.
In den meisten Maklerbetrieben liegen diese Informationen jedoch nicht an einem Ort. Sie verteilen sich auf Maklerverwaltungsprogramme, CRM-Systeme, Pool-Portale, Vergleichsrechner, E-Mail-Postfächer, Dokumentenarchive, Messenger-Dienste und zunehmend auch spezialisierte KI-Anwendungen.
Die Herausforderung besteht deshalb längst nicht mehr darin, weitere Software einzuführen. Viel wichtiger ist, Informationen aus unterschiedlichen Systemen im richtigen Kontext verfügbar zu machen und miteinander zu verbinden. Erst dann entstehen durchgängige Arbeitsabläufe, in denen Automatisierung und KI ihr volles Potenzial entfalten können.
Der eigentliche Mehrwert entsteht künftig nicht mehr im einzelnen System, sondern zwischen den Systemen. Je besser Informationen zwischen Maklerverwaltungsprogramm, Pool, CRM, Kommunikationskanälen und KI-Anwendungen zusammenfließen, desto größer wird der Produktivitätsgewinn.
Ein einfaches Beispiel: Die Analyse eines Dokuments oder die Zusammenfassung einer E-Mail bietet bereits einen spürbaren Mehrwert. Der große Produktivitätsgewinn entsteht jedoch erst dann, wenn Informationen aus verschiedenen Systemen automatisch zusammengeführt werden und mehrere Arbeitsschritte ohne Medienbrüche oder manuelle Zwischenschritte unterstützt werden können.
Genau hier besitzen Maklerpools einen echten strategischen Vorteil. Sie begleiten die Digitalisierung ihrer Partner seit vielen Jahren, kennen deren Prozesse und verfügen bereits heute über zahlreiche Schnittstellen zu den wichtigsten Systemen im Makleralltag.
Seite 1 Wenn Maklerpools auf KI treffen: Konkurrenz oder Chance?
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