Interview mit Tian von Dziembowski, Inhaber und Geschäftsführer der Finanzhaus-Südbaden GmbH & Co. KG.
Hi, Tian, du warst 2025 beim Jungmakler Award im Finale. Einer deiner Schwerpunkte war effiziente Content-Creation (u. a. auf Instagram), auch mithilfe von KI – Stichwort Automation. Wie kamst du dazu?
Der Jungmakler Award war für mich eine komplett neue Erfahrung. Ich war vorher nicht der klassische Netzwerker, sondern sehr auf mein Unternehmen, meine Kunden und meine Prozesse fokussiert. Ein befreundeter Makler hatte sich meine Workflows angeschaut und meinte, ich müsse mich damit bewerben. Seitdem werde ich regelmäßig nach Workflows und Tools gefragt.
Zu Content, Automation und KI kam ich sehr natürlich. Ich teste gerne neue Tools und schaue, wo sie wirklich helfen. Angefangen hat es mit SEO-Blogartikeln, später kamen Newsletter, Reels, YouTube und ein Podcast dazu. So konnte ich ganz gut verstehen, was zu Finanzhaus-Südbaden und unserer Zielgruppe passt. Heute denke ich Content als System. Aus einem Beratungsthema kann ein Video, ein Post, eine Mail oder ein Textbaustein werden.
Welchen Zweck verfolgst du konkret mit dem ganzen Content? Geht es nur um Lead-Generierung oder steckt mehr dahinter?
Natürlich geht es auch um Wachstum. Leads spielen bei uns eine wichtige Rolle und funktionieren gut. Aber ein Lead allein bringt erst einmal gar nichts. Entscheidend ist, was danach passiert. Wie schnell wird angerufen, wie oft wird nachgefasst, welche Mail geht raus, wenn niemand erreichbar ist, und gibt es klare Zuständigkeiten? Für bestimmte Funnel haben wir deshalb den kompletten Ablauf aufgebaut. Von Anzeige und Formular bis zu E-Mails, Wiedervorlagen, Terminbestätigung und Nachbearbeitung.
Trotzdem will ich nicht nur kurzfristig Leads einsammeln. Wichtiger ist für mich Personal Branding. Gerade weil KI und Automationen stärker werden, wird Vertrauen wertvoller. Wenn Menschen dich mit bestimmten Themen verbinden, ist das ein echter Unternehmenswert.
Welche Tools benutzt du konkret?
Wenn ich alle Tools aufzählen würde, wäre das ein eigener Artikel. Mir ist wichtig, agil zu bleiben und mich nicht zu abhängig von einer einzelnen Lösung zu machen. Wir nutzen KI-Tools wie ChatGPT, Claude und Manus. Je nach Aufgabe geht es um Texte, Struktur, Recherche oder Prozesslogik.
Eine wichtige Schaltzentrale ist Make.com. Darüber verbinden wir Systeme und steuern Workflows. Leads aus Google Ads landen automatisch in unserem CRM und werden in unser Mailing-Tool, Brevo, übertragen. Wird daraus ein Kunde, wird er im Hintergrund weiterverarbeitet, auch in der Ameise von blau direkt und in der Kundenliste.
Für Videocontent nutzen wir OpusClip, CapCut und Canva. Dazu kommen Branchenlösungen wie InsurMagic, Today und verschiedene Tools von blau direkt. Am meisten bringt nicht ein einzelnes Tool, sondern die Kombination aus Prozess, Automatisierung und KI.
Was war die bisher größte Herausforderung bei der Automatisierung?
Die größte Herausforderung ist, überhaupt hinterherzukommen. Es gibt ständig neue Tools, neue KI-Funktionen und neue Versprechen. Wenn man nicht aufpasst, verliert man sich darin.
Am Anfang dachte ich oft, ich brauche die eine perfekte Lösung für alles. Ein System für CRM, Leadmanagement, Content, E-Mail, WhatsApp, Auswertung und Automatisierung. Davon bin ich abgerückt. Was man heute aufwendig selbst baut, kann morgen ein neues Tool besser oder günstiger lösen. Diese Erfahrung musste ich aber auch erst machen.
Heute geht es mir weniger um die perfekte All-in-one-Lösung. Entscheidend ist, die eigenen Prozesse sauber zu verstehen und flexibel zu bleiben. Die eigentliche Herausforderung ist Fokus.
Berätst du noch selbst oder kümmerst du dich im Rahmen dieser Automatisierungen hauptsächlich um Content-Erstellung und Skalierung des Unternehmens?
Ja, ich berate noch selbst. Gleichzeitig arbeiten wir daran, dass ich mich Schritt für Schritt mehr aus dem operativen Tagesgeschäft zurückziehen kann. Ich suche aktuell Mitarbeiter und Geschäftspartner, weil wir Know-how, Leads und Prozesse stärker skalierbar machen wollen.
Dabei geht es auch um die Abläufe im Unternehmen. Wie schaffen wir Strukturen, mit denen andere Menschen sauber arbeiten können, ohne dass alles immer an mir hängt?
Trotzdem liebe ich meinen Job. Der direkte Kontakt mit Kunden ist extrem wertvoll. Genau daraus entstehen viele Ideen für Content, Automatisierung und neue Prozesse. Ich möchte mehr am Unternehmen arbeiten, ohne den Kontakt zur Praxis zu verlieren.
Seite 1 Wie Automatisierung zu besserem Personal Branding führen kann
Seite 2 Wie teilt sich dein Arbeitstag oder deine Arbeitswoche auf? Hast du Timeslots, in denen du an Content arbeitest?
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