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24. August 2026
„Cyberversicherung ist nicht gleich Cyberversicherung“

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„Cyberversicherung ist nicht gleich Cyberversicherung“

„Cyberversicherung ist nicht gleich Cyberversicherung“

Welches sind die typischen Schwachstellen in Unternehmen?

Die häufigsten Schwachstellen sind überraschend konsistent: Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung bei Systemen, Schwächen im Patch-Management, nicht getestete Back-ups sowie unklare Verantwortlichkeiten im Ernstfall. Diese Faktoren wirken sich unmittelbar auf den Verlauf und die Schwere eines Schadenfalls aus. Sie zeigen, dass Cyberresilienz weniger die Frage einzelner Tools ist, sondern die konsequente Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen eines ganzheitlichen Risikomanagements.

Warum reicht es nicht aus, Cyberversicherung nur als finanziellen Schutz nach einem Schadenfall zu betrachten?

Cyberversicherung wird häufig noch primär als Instrument des Risikotransfers verstanden – also als finanzielle Absicherung für den Fall, dass bereits ein Schaden eingetreten ist. Diese Betrachtungsweise greift jedoch aus meiner Sicht zu kurz. Der eigentliche Mehrwert einer modernen Cyberversicherung liegt in der Unterstützung vor, während und nach einem Cybervorfall – etwa durch spezialisierte Incident-Response-Partner. Die Spezialisten bewahren im Ernstfall einen kühlen Kopf, koordinieren die richtigen Experten und unterstützen die IT und Unternehmensführung in der Begrenzung der Unternehmenskrise. Gerade die ersten 72 Stunden nach der Entdeckung eines Cyberangriffs sind häufig entscheidend für den weiteren Verlauf der Krise. Durch ihr schnelles und professionelles Management können sie das Ausmaß des Gesamtschadens, sowohl auf technischer als auch auf Kostenebene häufig erheblich begrenzen und die Wiederherstellung kritischer Geschäftsprozesse beschleunigen.

Es ist mir wichtig zu betonen, dass eine Cyberversicherung kein Ersatz für professionell gemanagte IT-Sicherheit sein kann. Ganz im Gegenteil, das Vorhandensein eines angemessenen Sicherheitsniveaus ist die Voraussetzung für einen möglichen Risikotransfer.

Unser Report hat in diesem Zusammenhang ein interessantes Paradox aufgezeigt: Nur rund ein Drittel der Unternehmen plant aktuell zusätzliche Investitionen in ihre Cybersicherheit, obwohl Cyber gleichzeitig als Top-Risiko wahrgenommen wird. Genau hier zeigt sich die Rolle von Versicherern als aktive Risikopartner, deren Policen neben der aktiven Unterstützung während der Krise auch nach und vor einem Vorfall durch aktives Risikomanagement zur Verfügung stehen. Mit genau diesem Full-Spectrum-Cyber-Ansatz ist Beazley besonders hilfreich für Kunden.

Worauf sollten Makler achten, wenn sie Lösungen für Firmen­kunden prüfen oder bestehende Verträge aktualisieren?

Der wichtigste Grundsatz lautet: Cyberversicherung ist nicht gleich Cyberversicherung. Makler sollten besonders darauf achten, einen passenden Versicherungsschutz für das individuelle Kundenprofil zu finden. Anhand von einer Szenariobasierten Analyse können Makler sicherstellen, dass die Kernrisiken ihres Klienten abgedeckt werden.

Wie bereits erwähnt würde ich zudem dazu raten, einen Fokus auf die Assistance-Leistungen im Schadenfall und das Angebot der Präventionsmaßnahmen zu legen, um das Maximum aus der Police rauszuholen. Gerade bei Cyberschäden kann die Qualität der Assistance-Leistungen einen erheblichen Unterschied machen. Der Zugang zu erfahrenen Incident-Response-Spezialisten, IT-Forensikern, Krisenkommunikationsberatern und spezialisierten Rechtsanwälten kann entscheidend dazu beitragen, einen Vorfall schnell einzudämmen und die Folgen für das Unternehmen zu begrenzen.

Was raten Sie Maklern: Wie lässt sich das Thema Cyberversicherung verständlich, realistisch und ohne Panikmache vermitteln?

Gute Beratung bedeutet aus meiner Sicht informationsbasierte Beratung. Cyberrisiken verändern sich kontinuierlich, sowohl technologisch als auch regulatorisch. Angesichts der sich stetig wandelnden Bedrohungslandschaft ist es für Makler unerlässlich, ihr Wissen laufend zu aktualisieren und relevante Marktentwicklungen im Blick zu behalten.

In der Beratung hat es sich bewährt, Cyberrisiken möglichst konkret und greifbar zu machen. Statt abstrakt über Hackerangriffe oder Bedrohungslagen zu sprechen, sollten Makler gemeinsam mit ihren Kunden realistische Schadenszenarien betrachten: Was passiert, wenn die Produktion für eine Woche stillsteht? Welche Folgen hätte der Ausfall eines kritischen Dienstleisters? Wie würde sich ein erfolgreicher Ransomware-Angriff auf Umsatz, Kundenbeziehungen oder die eigene Lieferfähigkeit auswirken? Eine belastbare Einschätzung der Top-­Krisen-Szenarien des individuellen Kunden inklusive einer Worst-Case-Betrachtung ermöglicht die Ableitung einer angemessenen Versicherungssumme und unterstützt eine risiko­adäquate Absicherungsstrategie.

Lesen Sie auch: Prävention oder Versicherung: Die richtige Mischung bei Cyberrisiken

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