Und wie sieht die Zukunft aus?
Ich denke, das Thema Agentic AI wird auch in der Baufinanzierung großen Einfluss haben: KI-Agenten werden eigenständig ganze Prozessketten zwischen Marktteilnehmern auf unserer Plattform ehyp home koordinieren können. Dafür sehe ich viele Anwendungsfälle. Das wird die Effizienz im Markt noch einmal auf ein völlig neues Level heben.
Der Baufinanzierungsmarkt hat sich seit der Krise stark erholt – verläuft aber seit Mitte 2025 nahezu seitwärts. War es das erst einmal mit dem Aufschwung?
Der Markt hat sich 2025 weiter erholt und ist nochmal um 20% gewachsen auf insgesamt 240 Mrd. Euro. Aber der Großteil des Wachstums war auf das erste Halbjahr zurückzuführen. Seitdem haben wir uns auf ein monatliches Volumen von um die 20 Mrd. Euro eingependelt. Das ist sehr ordentlich und entspricht dem Niveau aus dem Jahr 2018, also einem Jahr mitten in der Niedrigzinsphase. Klar ist aber auch: Die Rückkehr der Inflationssorgen durch den Irankrieg sowie die schwache konjunkturelle Lage in Deutschland drücken auf die Leistbarkeit.
Wie blicken Sie mittelfristig auf die Entwicklung des Baufinanzierungsmarktes?
Mittelfristig bleiben die fundamentalen Treiber für unseren Markt absolut intakt. Wir haben einen massiven Wohnraummangel und es wird zu wenig gebaut. Die Politik versucht zwar gegenzusteuern, aber ob und wie schnell diese Maßnahmen greifen, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig treibt der angespannte Mietmarkt die Menschen zum Kauf. Wenn man sich Berlin anschaut, wo die Mieten in zehn Jahren um 70% gestiegen sind, die Inflation aber nur um 26%, dann ist der Kaufmarkt für viele trotz der Zinsen die logische Alternative. Wieder spannender wird es zudem beim Thema Anschlussfinanzierung. Hier haben wir die Talsohle nach der Zinswende wohl durchschritten. Wir erwarten, dass das Segment jetzt langsam, aber stetig wieder anziehen wird. Unsere Daten zeigen vor allem mit Blick auf 2027 ein kontinuierliches Plus.
Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung im Vermittlermarkt?
Ich bin durchaus optimistisch, denn mit Baufinanzierung lässt sich längst wieder richtig gutes Geschäft machen. Gerade für jüngere Finanzberater halte ich das Segment Baufinanzierung für hochattraktiv. Die Beratung wird hier auch in Zukunft den Unterschied machen. Neben dem Produkt an sich gibt es für mich noch zwei weitere, strukturelle Gründe: Zum einen sorgt der demografische Wandel dafür, dass kontinuierlich mehr Vermittler altersbedingt aus dem Markt ausscheiden werden. Gleichzeitig ziehen sich Banken weiter aus der Fläche zurück und schließen mehr und mehr Filialen. Das bedeutet: Wer perspektivisch in den Bereich Baufinanzierung einsteigt, findet einen wiedererstarkten Markt mit weniger Wettbewerbern. Kurzum: Es gibt da aus meiner Sicht enorme Wachstumspotenziale in den kommenden Jahren.
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Porträtfoto: © Prohyp
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