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18. Juni 2026
„Für einen grundlegenden Wandel in der BU ist es zu spät“

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„Für einen grundlegenden Wandel in der BU ist es zu spät“

„Für einen grundlegenden Wandel in der BU ist es zu spät“

Die Deutsche Rück hat ein Konzept, das sich „BU-Tresor“ nennt und das die Idee einer PKV-Anwartschaft auf die Berufsunfähigkeitsversicherung überträgt. Könnte das bei der Verbreitung helfen?

Auf jeden Fall! Viele unserer Kundinnen und Kunden würden das sofort machen, weil sie den Nutzen des frühen Einfrierens des Gesundheitszustands wertschätzen. Außerdem würden ihnen die vergleichsweise geringen Kosten einer Anwartschaft den finanziellen Spielraum verschaffen, auch andere, kindgerechte Absicherungen zu nutzen, wie z. B. eine Kinderinvaliditätsversicherung.

Warum ist ein solches Konzept Ihrer Meinung nach bei den Erstversicherern noch nicht verfügbar?

Das würde ich auch gern wissen. Ein Argument, das ich gehört habe, sind die geringen Verdienstmöglichkeiten für den Vertrieb. Ich sehe das vollkommen anders: Mit einer BU-Anwartschaft sichere ich mir die Kunden von morgen. Ich kann sogar meinen Bestand durch diese „Verjüngung“ aufwerten, was sich im Fall eines Unternehmensverkaufs positiv auswirken sollte.

Ein Drittel aller BU-Anträge scheitert, weil sich die Versicherten während der Leistungsprüfung nicht mehr beim Versicherer melden. Können Sie erklären, warum?

Auch dafür wird es mehrere Gründe geben. So kann dem einen oder anderen bewusst werden, vielleicht doch nicht berufsunfähig zu sein. Der Hauptgrund dürfte aber in der mangelnden Unterstützung liegen.

Was müsste passieren, damit sich die Situation ändert?

Wir Vermittler sind doch die Vertrauenspersonen der Versicherten oder sollten es jedenfalls sein. Eigentlich müssten wir viel stärker eingebunden werden. Aber Haftungsfragen und mangelnde Vergütung für die Unterstützung machen ein Engagement unattraktiv. Andererseits bin ich inzwischen der felsenfesten Überzeugung, dass man als Vermittler erst durch die Begleitung der Versicherten im Leistungsfall das Produkt BU und seine Funktionsweise richtig kennenlernt. Für mich ist jeder Leistungsfall eine Art Weiterbildung in Sachen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Könnten Vermittler dabei unterstützen, dass sich die Zeit für die Leistungsregulierung, die ja immerhin im Schnitt fast ein halbes Jahr beträgt, verringert?

Ja, selbstverständlich. Wenn sie wissen, was sie tun. Dazu gehört schon vieles, bevor überhaupt ein Leistungsantrag beim Versicherer gestellt wird. Wir „erziehen“ unsere Kundinnen und Kunden, sich möglichst frühzeitig bei uns melden. Dadurch können wir vieles vorbereiten und den Ablauf gleich richtig einstielen. Auch deswegen liegt die Bearbeitungsdauer „unserer“ Leistungsfälle deutlich unter sechs Monaten, der Rekord liegt bei einem Tag.

Und abschließend: Wie wird sich die BU Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Für einen grundlegenden Wandel ist es zu spät. Die Marktmechanismen erlauben es nicht. Die Grundfähigkeitsversicherung, bei der so vieles anders und besser laufen sollte, wird meines Erachtens eine große Enttäuschung für die Versicherten und dem Weg der BU in Sachen Überoptimierung folgen. Wir brauchen etwas ganz Anderes. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Lesen Sie auch: So steht MORGEN & MORGEN zum befristeten BU-Anerkenntnis

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