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1. Juli 2026
„Kundinnen sind zuvor eher unsicher aus Gesprächen gegangen“
„Kundinnen sind zuvor eher unsicher aus Gesprächen gegangen“

„Kundinnen sind zuvor eher unsicher aus Gesprächen gegangen“

Für Carina Lentfort-Wietheger ist es ein persönliches Herzensprojekt: Sie bietet Vorträge für Frauen und vermittelt dort Wissen zu Finanzen und Vorsorge. Das hat sich bereits für das Unternehmen bezahlt gemacht, daher steckt die Maklerin auch bewusst einiges an Arbeit in die Vorbereitung.

Interview mit Carina Lentfort-Wietheger, Geschäftsführerin bei Wietheger OHG, dem Versicherungs- und Finanzmakler im Münsterland
Frau Lentfort-Wietheger, Sie sind als Maklerin und Geschäftsführerin im Bereich Frauen und Finanzen engagiert. Wer kommt zu Ihnen und mit welchen Erfahrungen bzw. welchem Know-how?

Im Rahmen meiner Tätigkeit erlebe ich v. a. zwei Zielgruppen oft: zum einen selbstständige Frauen, zum anderen zunehmend auch angestellte Frauen, die sich aktiv mit ihrer finanziellen Zukunft auseinandersetzen möchten. Altersmäßig bewegt sich der Großteil zwischen Ende 20 und Ende 40 – also genau in der Lebensphase, in der wichtige Weichen für Vermögensaufbau und Altersvorsorge gestellt werden. Vereinzelt kommen aber auch jüngere oder ältere Kundinnen. Was das vorhandene Wissen betrifft, zeigt sich ein klares Bild: Viele Kundinnen bringen ein grundsätzliches Interesse mit, fühlen sich jedoch gleichzeitig nicht ausreichend informiert. Es besteht oft Unsicherheit darüber, welche Möglichkeiten es gibt und welche Entscheidungen lang­fristig sinnvoll sind. Häufig besteht auch das Gefühl, bislang nicht optimal für die Zukunft vorgesorgt zu haben.

Was sind Ihre Ziele in der Beratung und was machen Sie anders als Maklerinnen und Makler, die nicht auf die Beratung von Frauen spezialisiert sind?

Mein zentrales Ziel in der Beratung ist, meinen Kundinnen Wissen, Sicherheit und Klarheit zu vermitteln. Sie sollen ihre finanzielle Situation verstehen, einen strukturierten Überblick über ihre Absicherung erhalten und mit einem guten Gefühl in die Zukunft blicken können. Gleichzeitig ist mir wichtig, sie langfristig zu begleiten. Ein Fokus liegt darauf, die eigene finanzielle Unabhängigkeit zu stärken, also sich nicht ausschließlich auf den Partner, der oft Hauptverdiener ist, zu verlassen.

Was mich unterscheidet, ist v. a. die Beratung auf Augenhöhe: verständlich, transparent und individuell. Viele Kundinnen berichten, dass sie zuvor eher unsicher aus Gesprächen gegangen sind. Das möchte ich vermeiden, indem ich mir Zeit nehme, Zusammenhänge erkläre und gemeinsam fundierte Entscheidungen erarbeite. So entstehen Vertrauen und die notwendige Sicherheit für eine persönliche Finanzplanung. Sowohl die Veranstaltungen als auch die Beratung biete ich flexibel vor Ort oder online an, je nachdem, was für die Kundinnen am besten passt.

Wie viel Potenzial steckt denn Ihres Erachtens für die Maklerschaft noch in der Zielgruppe „Frau“?

Aus meiner Sicht steckt in der Zielgruppe „Frau“ weiterhin ein sehr großes Potenzial. Insbesondere strukturelle Themen wie der Gender Pay Gap und die nach wie vor hohe Teilzeitquote führen dazu, dass Frauen häufig mit besonderen finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind – v. a. im Hinblick auf Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für diese Themen spürbar. Viele Frauen möchten ihre finanzielle Situation aktiv in die Hand nehmen, stellen gezielte Fragen und suchen nach verständlicher, persönlicher Beratung. Genau hier liegt eine große Chance für Makle­rinnen: nicht nur Produkte anzubieten, sondern echte Orientierung und langfristige Begleitung zu schaffen.

Sie halten auch Vorträge. Wie erfahren die Menschen davon und was sind Ihre Themen?

Privatkunden werden in der Regel über E-Mail, persönlich oder telefonisch sowie über unsere Social-Media-Kanäle auf die Vorträge aufmerksam. Inhaltlich geht es hier häufig um grundlegende Themen wie die Absicherung der Arbeitskraft oder den strukturierten Vermögensaufbau. Im Unternehmenskontext erfolgen die Anfragen meist über bestehende Kontakte oder Empfehlungen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der betrieblichen Vorsorge, v. a. darauf, wie Arbeitgeber durch gezielte Benefits – etwa im Bereich Altersvorsorge oder Gesundheitsleistungen – Mit­arbeitende langfristig binden und gleichzeitig ihre Attrakti­vität als Arbeitgeber stärken können.

Wie viel Zeit stecken Sie denn in diese Vorträge und warum lohnt sich das für Sie?

Die Vorbereitung der Vorträge nimmt bewusst einen gewissen zeitlichen Rahmen ein, da mir eine hohe inhaltliche Qualität sehr wichtig ist. Ich investiere hier gerne Zeit und Energie, um die Themen verständlich und praxis­nah aufzubereiten. Für mich ist das zugleich ein persönliches Herzensprojekt, v. a. im Bereich „von Frauen für Frauen“. Es bietet die Möglichkeit, Wissen mal anders zu vermitteln als in der klassischen 1:1-Beratung und einen echten Mehrwert zu schaffen. Gleichzeitig werde ich von den Frauen aus unserem Team in der Vor- und Nachbereitung unterstützt, sodass sich der Aufwand auch organisatorisch gut darstellen lässt.

Entwickeln sich daraus dann auch Stammkundinnen oder Multiplikatorinnen, die Sie weiterempfehlen?

Ja, das ist häufig der Fall. Im Anschluss an die Vorträge melden sich regelmäßig Interessentinnen, aus denen sich häufig nachhaltige Kundenbeziehungen entwickeln. Gerade durch das persönliche Format entsteht schnell Vertrauen, sodass viele Kundinnen mich auch weiterempfehlen. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Kontakte – sowohl direkte Anfragen als auch wertvolle Multiplikatorinnen im Netzwerk.

Derzeit finden Ihre Vorträge vor Ort statt. Was ist anders an Präsenzveranstaltungen?

Präsenzveranstaltungen – v. a. in unseren eigenen Räumlichkeiten – sind deutlich persönlicher als digitale Formate. Wir verfügen sowohl über Büroräume vor Ort als auch über eine moderne, neu geschaffene Einheit für bis zu 30 Personen, die genau für solche Formate ausgelegt ist. Der direkte Austausch, die Atmosphäre und die Möglichkeit, individuell auf Fragen einzugehen, schaffen eine besondere Nähe und fördern Vertrauen – gerade bei sensiblen Finanzthemen. Auch das Netzwerken im Anschluss bereitet nicht nur den Gästen, sondern auch mir und unserem Team große Freude.

Neben der Beratung für Gewerbekunden bietet Ihr Unternehmen u. a. auch eigene Deckungskonzepte an ...

Ich bin mittlerweile in der dritten Generation im Unternehmen tätig – entsprechend ist über die letzten knapp 50 Jahre ein sehr breiter Kundenbestand gewachsen. Diese Erfahrung prägt auch meine tägliche Arbeit in der Beratung. Ein besonderes Highlight sind unsere eigenen Deckungskonzepte, z. B. der „Münsterländer Rundumschutz“. Damit können wir uns vom Markt abheben, da wir Lösungen anbieten, die über klassische Standardprodukte hinausgehen und gezielt auf die Bedürfnisse unserer Kundschaft zugeschnitten sind.

Welche Themen sind für Sie derzeit noch aktuell bzw. mit welchen Themen kommen Kunden selbst zu Ihnen?

Ein sehr präsentes Thema ist die Finanzanlage. Viele Kundinnen und Kunden kommen mit einem hohen Informationsstand aus dem Internet, gleichzeitig aber auch mit Unsicherheiten – v. a. in Bezug auf Kosten, Transparenz und die richtige Strategie. Auch die Beratung bei Banken wird zunehmend kritisch hinterfragt, häufig aufgrund als zu hoch empfundener Kosten. Genau hier setzen wir an und bieten ganzheitliche Lösungen in Form eines Rundumservices, bei dem Transparenz, individuelle Strategie und langfristige Begleitung im Vordergrund stehen. Dabei kommt uns zugute, dass wir sowohl als Versicherungs- als auch als Finanzmakler aufgestellt sind. Während unser Schwerpunkt traditionell im Versicherungsbereich liegt, wächst der Finanz­bereich aktuell deutlich und ergänzt unsere Beratung sinnvoll zu einem ganzheitlichen Ansatz.

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