Welche organisatorischen oder kulturellen Veränderungen waren notwendig, um KI im Vertrieb sinnvoll zu integrieren – etwa bei Schulung, Prozessen oder Führung?
KI ist kein reines IT-Thema, sondern eine strategische Transformation. Entscheidend sind klare Ziele, Schulung und die Integration in bestehende Prozesse. KI muss echten Nutzen stiften – nicht zusätzlichen Aufwand erzeugen.
Kulturell braucht es Offenheit und Lernbereitschaft. Unser Ziel ist, dass unsere Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler KI als Unterstützung erleben, die ihre Professionalität stärkt.
Wo ziehen Sie bewusst Grenzen beim Einsatz von KI? Welche Aufgaben im Beratungsprozess sollen auch künftig klar in menschlicher Verantwortung bleiben?
Wir ziehen überall dort Grenzen, wo Verantwortung und Vertrauen im Mittelpunkt stehen. Die persönliche Beratung, die Bewertung von Optionen und die finale Empfehlung bleiben klar menschliche Aufgaben. Hier muss der „human in the loop“ gegeben sein, um sichere sowie regel- und gesetzeskonforme KI zu betreiben. KI unterstützt, aber sie ersetzt nicht die persönliche Beziehung zu unseren Kundinnen und Kunden.
Wenn Sie drei Jahre vorausblicken: Wie wird sich der Beratungsprozess bis 2029 verändern – und woran wird man erkennen, dass KI tatsächlich einen Mehrwert für Kunden und Finanzvermittler geschaffen hat?
Beratung wird deutlich effizienter und stärker durch KI unterstützt. Agentische Systeme werden im Hintergrund arbeiten, während Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler sich auf ihre Kund*innen konzentrieren können.
Unser Ziel ist, administrative Prozesse durch unser OVB.OS, ein zentrales KI-Betriebssystem, weitgehend zu automatisieren – damit mehr Zeit für echte Beratung bleibt. Der erste Roll-out davon ist in Deutschland erfolgt. Nun gilt es das System zügig anhand unserer Roadmap weiter auszubauen, um kundenzentrierte Mehrwerte zu steigern. Daran wird sich der Erfolg messen lassen: bessere Beratung, mehr Zeit für die Kundschaft und eine insgesamt höhere Zufriedenheit auf beiden Seiten.
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