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6. September 2026
„Wenn alle gleich denken, geht es nicht unbedingt besser“

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„Wenn alle gleich denken, geht es nicht unbedingt besser“

„Wenn alle gleich denken, geht es nicht unbedingt besser“

Unterschiedliche Perspektiven können Prozesse auch verlangsamen. Wie gehen Sie damit um?

Ja, unterschiedliche Perspektiven können Diskussionen verlängern. Das ist nicht immer bequem, aber oft wertvoll. Führung bedeutet, mit klaren Zielen, wertschätzendem Austausch und Entscheidungsfähigkeit den Rahmen zu schaffen. Wenn alle gleich denken, geht manches schneller, aber nicht unbedingt besser. Gerade in einem komplexen Markt helfen unterschiedliche Sichtweisen dabei, verschiedene Lebenssituationen und Bedürfnisse zu verstehen und blinde Flecken zu vermeiden.

Also können diverse Teams die Zielgruppe erweitern oder die Beratung verbessern?

Das hängt vom jeweiligen Maklerhaus ab. Nicht jedes Unternehmen muss alles abbilden. Spezialisierung kann ebenfalls eine Stärke sein. Wenn allerdings unterschiedliche Lebensrealitäten besser verstanden werden sollen – etwa Unternehmerinnen, Patchwork-Familien oder Themen wie Female Finance –, ist ein breiterer Blick ein großer Vorteil. Glaubwürdigkeit entsteht dabei nicht durch Diversität auf dem Papier, sondern durch echtes Interesse und echtes Verstehen.

Können Sie ein Beispiel nennen, wie Frauen Innovation schaffen?

Ein konkretes Beispiel ist für mich „Female Forward“. Auch Formate wie der Female Insurance Summit zeigen, wie viel Potenzial entsteht, wenn neue Räume für Sichtbarkeit, Entwicklung und fachlichen Austausch entstehen. Dabei geht es nicht nur ums Netzwerken, sondern darum, Themen wie Gesundheit, Vorsorge, Lebensphasen, Führung, Vereinbarkeit oder Nachfolge aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.

Spannend finde ich auch das historische Beispiel von Maggie Lena Walker. Sie gründete 1903 in den USA die St. Luke Penny Savings Bank und verband Finanzdienstleistungen mit Themen wie Zugang, Vertrauen, Bildung und wirtschaftlicher Selbstbestimmung. Genau darin liegt eine wichtige Parallele zum modernen Vertrieb: Innovation entsteht, wenn wir Menschen besser verstehen und passende Zugänge schaffen.

Wie müssen Karrierepfade im Maklervertrieb Ihrer Meinung nach künftig aussehen?

Der demografische Wandel wird die Branche stark beschäftigen. Wissen muss gesichert und Nachfolge aktiv gestaltet werden. Neben klassischen Führungs- und Vertriebsrollen brauchen wir Expertenlaufbahnen, Tandemmodelle, geteilte Führung, moderne Zielsysteme, Digitalisierung und flexible Entwicklungswege. Karriere sollte nicht nur über größere Gebiete, mehr Umsatz oder längere Arbeitszeiten definiert werden. Zukunftsfähig wird sie, wenn Verantwortung, Wirkung, Wirtschaftlichkeit, Gesundheit und Lebensphasen zusammenpassen. Das wertvolle Erfahrungswissen der Branche darf nicht einfach mit Menschen in den Ruhestand gehen.

Wie sieht die Vertriebspersön­lichkeit der Zukunft aus? Ist die BarmeniaGothaer auf dem Weg dorthin?

Die Vertriebspersönlichkeit der Zukunft verbindet Fachkompetenz, digitale Souveränität und ein gutes Gespür für Menschen. Sie versteht Produkte, Prozesse, Regulatorik und Daten, gleichzeitig aber auch Bedürfnisse, Beziehungen und Zwischentöne. Sie nutzt digitale Möglichkeiten, ohne die persönliche Nähe zu verlieren. Ich erlebe die BarmeniaGothaer als Unternehmen, das Vertrieb nicht nur über Zahlen denkt, sondern über Menschen, Haltung und Zukunftsfähigkeit. Moderne Vertriebspersönlichkeiten brauchen Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und einen starken Rahmen. Daran arbeiten wir – mit Qualifizierung, Flexibilität und neuen Formen der Zusammenarbeit. Die Hebel liegen auf mehreren Ebenen: in der Strategie, der Personalentwicklung, der Führung und in engagierten Teams. Zukunftsfähigkeit zeigt sich letztlich nicht in Überschriften, sondern in der täglichen Zusammenarbeit.

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