Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Mai 2025 im Auftrag von Union Investment rund 1.000 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. In der Online-Umfrage im Rahmen des Anlegerbarometers sollten sich die Teilnehmer unter anderem dazu äußern, ob sie positive Effekte des Investitionsprogramms der Bundesregierung erwarten. Nach Ansicht der meisten Befragten dürfte das Programm die wirtschaftliche Situation in Deutschland etwas verbessern (61%). Gut ein Viertel (27%) rechnet dagegen nicht mit einer Verbesserung, 8% wiederum mit deutlichen Fortschritten.
Positive Effekte für Aktien und Investmentfonds erwartet
Für die eigene finanzielle Situation geht mit 80% eine deutliche Mehrheit nicht von direkten positiven Auswirkungen durch das Investitionsprogramm aus. Was Aktien und Investmentfonds wiederum angeht, sieht die Einschätzung anders aus: 43% der Befragten rechnen mit positiven Effekten auf den Wert der eigenen Aktien oder Fonds. 37% dagegen erwarten keine Auswirkungen, 20% haben hierzu keine Meinung.
Rund 60% wollen am aktuellen Sparverhalten nichts ändern
Auch wenn Sparer wenig direkte Effekte durch die wirtschaftlichen Impulse der Bundesregierung erwarten, gehen 61% im kommenden Halbjahr nicht von einer Veränderung der persönlichen finanziellen Situation aus. 24% rechnen mit einer Verbesserung, 14% mit einer Verschlechterung. Stabil bleibt laut Union Investment trotz allem auch das Sparverhalten der Befragten. So wollen 59% daran derzeit nichts ändern, 31% wollen auf jeden Fall oder wahrscheinlich mehr sparen.
Sparen mit Aktien beliebt wie nie
Schließlich zeigt die Studie auch, dass immer mehr Menschen hierzulande auf Aktien und Investmentfonds setzen. So geben mehr als die Hälfte der Befragten (52%) an, Sparen mit Aktien attraktiv zu finden. Laut Union Investment waren das so viele wie noch nie zuvor in der regelmäßigen Befragung im Rahmen des Anlegerbarometers. Investmentfonds liegen mit 51% knapp dahinter. Lediglich das Sparen mit Immobilien ist nach Ansicht der der Befragten noch attraktiver. So geben 67% der Umfrageteilnehmer an, Sparen mit Immobilien für interessant zu halten. Das Tagesgeld landet mit 47% auf Platz 4.
Die starke Kapitalmarktorientierung der Sparer bestätigen Union Investment zufolge auch die Bundesbankdaten, ausgewertet von Prof. Oscar A. Stolper, Universität Marburg: Zum Jahresende 2024 legten die Investmentfondsbestände privater Haushalte um 205 Mrd. Euro auf 1.167 Mrd. Euro – und damit stärker als der Bestandszuwachs in Bargeld, Einlagen und Anleihen zusammen (plus 198 Mrd.). Auf Grundlage der von Prof. Stolper bereinigten Sonderauswertung erhöhte sich das Gesamtfinanzvermögen 2024 um 606 Mrd. Euro; rund 45% Prozent (270 Mrd. Euro) davon entfielen auf Investmentfonds und börsennotierte Aktien. Bestände in börsennotierten Aktien privater Haushalte sind auf einen Rekordwert von 590 Mrd. Euro geklettert, das entspricht einer Zunahme von 11,9%.
Vor allem 20- bis 29-Jährige setzen auf Aktien
Die Zuwächse sind sowohl auf die starke Aktienmarktentwicklung zurückzuführen, als auch auf die gestiegene Beliebtheit von Aktien und Fonds. Insbesondere Sparer zwischen 20 und 29 Jahren besitzen diese beiden Anlageformen. So sind laut Anlegerbarometer insgesamt 68% aller Befragten im Besitz von Investmentfonds. Für 65% der jungen Erwachsenen sind Aktien zum Sparen attraktiv, für 58% Investmentfonds. „Junge Erwachsene geben der Aktienkultur spürbar Rückenwind: Viele blicken nicht nur auf ihre Sparleistung, sondern auch darauf, welcher Ertrag sich daraus ergibt – ein wichtiger Schritt zur langfristigen Vermögensbildung“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin des Privatkundensegments von Union Investment. (tik)
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