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12. Mai 2026
Versicherer: 10% zählen zu KI-Vorreitern mit Umsatzvorsprung

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Versicherer: 10% zählen zu KI-Vorreitern mit Umsatzvorsprung

Versicherer: 10% zählen zu KI-Vorreitern mit Umsatzvorsprung

Laut einem weltweiten Bericht von Capgemini klafft bei Schaden- und Unfallversicherern eine zunehmende Wettbewerbslücke in Sachen KI. 10% sind Vorreiter und übertreffen Mitbewerber beim Umsatzwachstum. Eine weitere Studie zeigt: Versicherer-CEOs sehen KI als die bedeutendste Technologie für die Branche.

Wie der aktuelle „World Property & Casualty Insurance Report 2026“ des Capgemini Research Institute zeigt, setzt einer von zehn Versicherern künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich ein, wohingegen andere darum ringen, nennenswerte Vorteile daraus zu ziehen. Laut Bericht erklärt sich die KI-Kluft teilweise dadurch, dass 42% der Versicherer keine KI-Kennzahlen erfassen. Ohne zu messen und zu validieren, was funktioniere, verharren 60% der Versicherer in der Erkundungs- oder Proof-of-Concept-Phase, wie es im Bericht heißt.

„Die Versicherungsbranche steht vor ihrem Moment der Wahrheit: Die Vorreiter liefern den Beweis dafür, dass sich KI zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickelt, der sich direkt auf das Geschäftsergebnis auswirkt. Voraussetzung dafür ist, dass Versicherer sie von Anfang an in ihre Geschäftsstrategie einbetten“, erklärt Dr. Joachim Rawolle, Leiter Versicherungen bei Capgemini in Deutschland. „Während viele Versicherer noch mit den üblichen technischen und kulturellen Hürden kämpfen, sind die Vorteile inzwischen glasklar. Durch die Stärkung der Datengrundlagen, klare Zuständigkeiten und Investitionen in Mitarbeiter und Governance können Versicherer über Pilotprojekte hinausgehen. Der Fokus liegt nun auf organisatorischer Disziplin, um die Wirkung von KI im gesamten Unternehmen nachhaltig sicherzustellen.“

KI-Vorreiter erzielen höheres Umsatzwachstum

Laut der Studie geht nur bei einer kleinen Gruppe, die als KI-Vorreiter gilt, der Einsatz künstlicher Intelligenz über die Anwendung als Werkzeug hinaus. Vielmehr wird die neue Technologie als zentrale operative Kompetenz genutzt. Diese wenigen Schaden- und Unfallversicherer setzen auf eine gleichzeitige Abstimmung zwischen Strategie und Personal, technologischer Grundlage und organisatorischer Umsetzung. Laut Capgemini Research Institute erzielten diese KI-Vorreiter über einen Zeitraum von drei Jahren ein bis zu 21% höheres Umsatzwachstum und verzeichneten einen Anstieg des Aktienkurses um etwa 51%.

Das trennt die Spreu vom Weizen

Der Studie zufolge unterscheiden sich die top 10% der Versicherer in mehreren Punkten vom Rest des Feldes: So investieren sie fast viermal häufiger in Change Management über grundlegende Schulungen hinaus. Zudem haben sie fast dreimal häufiger eine Infrastruktur für erklärbare KI, die unternehmensweit Vertrauen schafft. Schließlich verankern die KI-Vorreiter unter den Gesellschaften fast doppelt so häufig KI direkt in Stellenbeschreibungen, wodurch Verantwortlichkeit geschaffen werde, so die Experten von Capgemini.

Branche hinkt hinterher

Weiter ist die Rede von einem scharfen Kontrast zwischen Vorreitern und der Branche, die mit einem „Architektur-Mismatch“ zu kämpfen habe: Der technologische Fortschritt ist schneller als die Fähigkeit vieler Unternehmen, neue Lösungen wirksam einzubinden. Im Durchschnitt investieren Schaden- und Unfallversicherer 72% ihrer KI-Investitionen in Technologie und Infrastruktur, während nur 28% in Change Management, einschließlich grundlegender Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte, fließen. Deshalb hätten laut der Studienautoren viele KI-Initiativen Schwierigkeiten, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.