Interview mit Katja Briones-Schulz, Vorstand Personenversicherung und Kapitalanlagen, und Andreas Politycki, Vorstand Vertrieb und Marketing, bei der NÜRNBERGER
Frau Briones-Schulz, der Versorgungsgrad bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau. Wo liegen die zentralen Hürden im Vertrieb und in der Kundenansprache?
Katja Briones-Schulz Vielen Deutschen ist die Notwendigkeit der Vorsorge nicht bewusst. Jeder, der sein Einkommen aus seiner Arbeit erzielt, braucht eine entsprechende Absicherung dieser Lebensgrundlage. Aus unserer Sicht liegen die zentralen Hürden daher weniger im Produkt selbst, sondern vor allem in der komplexen Kundenansprache, in der Beratungsrealität der Vermittler sowie in zunehmend heterogenen Kundenbedürfnissen. Für viele Kunden wirkt das Thema abstrakt und komplex. Das persönliche Risiko und somit der tatsächliche Bedarf werden häufig unterschätzt. Gesundheitsfragen verunsichern zusätzlich. Bei vielen Zielgruppen ist zudem der finanzielle Rahmen ein Thema. Damit einhergehend steigt der Beratungsaufwand.
Herr Politycki, welche Bedeutung kommt dabei dem Maklervertrieb innerhalb der NÜRNBERGER zu?
Andreas Politycki Der Maklervertrieb hat für die NÜRNBERGER eine überragende Bedeutung – vor allem beim Einkommensschutz. Wir gehören seit Jahren bei den freien Vermittlern zu den Favoriten in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dies ist für uns Ansporn und Verpflichtung, um unsere Vertriebspartner bei den von meiner Vorstandskollegin genannten Herausforderungen wirksam zu unterstützen und uns auch immer wieder neu zu erfinden. Denn wir sind davon überzeugt, dass hier noch ein riesiges Potenzial schlummert, und das wollen wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern heben. Der Produktlaunch der neuen Einkommensschutz-Produkte rund um die BU ist – neben der Einführung der neuen Vertriebsausrichtung – für uns im Vertrieb das wichtigste Vorhaben im Maklermarkt in diesem Jahr.
Und zum 01.07. startet die NÜRNBERGER nun eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung. Welche Änderungen stehen im Mittelpunkt?
KBS Mit Einkommensschutz4Future haben wir 2021 begonnen, neue Wege zu beschreiten. Was wir mit dem Spezialisten-Service „BetterDoc“ und der Gesundheitsplattform Coach:N gestartet haben, erweitern wir nun mit einer zusätzlichen innovativen Komponente im Bereich „mental health“. Damit wollen wir den Kunden beim Erhalt seiner mentalen Gesundheit gezielt unterstützen und präventiv begleiten. Ziel ist, einer Verschlechterung oder Chronifizierung einer psychischen Erkrankung vorzubeugen. Alle unsere neuen selbstständigen Einkommensschutz-Produkte, sei es Dienstunfähigkeitsversicherung (DU), BU, Einsteiger-BU oder die betriebliche BU, beinhalten künftig diese zusätzliche Leistungskomponente – ohne Mehrbeitrag. Eine echte Besonderheit ist zudem, dass wir jetzt mit einer eigenständigen Berufs- und Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter DU-Klausel auf den Markt gehen. Weitere Verbesserungen in unserer Berufsunfähigkeitsversicherung betreffen die Arbeitsunfähigkeitsklausel, die nun 36 statt 24 Monate umfasst. Außerdem haben wir den Umgang mit unseren Gesundheitsfragen für den Kunden sowie unser Nachversicherungskonzept verbessert. Mit unseren neuen Produkten schaffen wir nicht nur einen attraktiven Mehrwert für unsere Kunden, sondern auch ein echtes Alleinstellungsmerkmal und ein Asset für Vermittler. Am 06.07.2026 wird hierzu für unsere Vermittler der „NÜRNBERGER Digital BU-Kongress“ stattfinden. Über die Anmeldemodalitäten werden wir rechtzeitig informieren.
AP Für mich ist wichtig, dass wir mit dieser Innovation und den neuen Produkten wieder einen starken neuen Impuls im Maklermarkt setzen. Wir sind einer der Begründer des BU-Marktes und nicht ohne Grund ältester noch aktiver BU-Versicherer in Deutschland. Wir differenzieren uns bewusst nicht vornehmlich über den Preis, sondern über Mehrwerte und einen stärkeren Nutzen für Vertriebspartner und Kunden. Diejenigen, die schon länger mit uns arbeiten, wissen: Wir kalkulieren sehr solide und mit Weitblick. Das zeigt auch die Überschussbeteiligung, die wir seit mehr als 30 Jahren im Bestand nicht angepasst haben.
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