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8. Juni 2026
EU-Kleinanlegerstrategie: Wird aus ihr eine Strategie für ETFs?

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 EU-Kleinanlegerstrategie: Wird aus ihr eine Strategie für ETFs?

EU-Kleinanlegerstrategie: Wird aus ihr eine Strategie für ETFs?

Der bevorstehende Abschluss der Trilogverhandlungen treibt die EU-Kleinanlegerstrategie voran. Der Kompromisstext würde einfache Produkte wie ETFs begünstigen, so der VOTUM Verband. Er warnt vor Fehlanreizen und zunehmendem Druck auf die persönliche Beratung und auf Vermittler.

Kommt mit der RIS der Produktverkauf im Finanzvertrieb zurück? Wurde dieser in den vergangenen Jahren noch stark kritisiert, weil er zu wenig auf den tatsächlichen Kundenbedarf ausgerichtet ist, könnte es nun ausgerechnet die EU-Kleinanlegerstrategie (Retail Investment Strategy – RIS) sein, die ihn wieder stärkt. So zumindest lässt sich die Einschätzung des VOTUM Verbands lesen, der anlässlich des nahenden Abschlusses der RIS-Trilogverhandlungen Kritik am nun vorliegenden Kompromisstext äußert. Nachdem im Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten (COREPER) unter zypriotischer Ratspräsidentschaft die notwendige Mehrheit erreicht wurde, gilt der Weg für die formelle Annahme durch Rat und Europäisches Parlament als frei.

ETFs im Vorteil, Beratung unter Druck

Ziel der Retail Investment Strategy (RIS) ist es, mehr private Anleger an den Kapitalmarkt heranzuführen. Dieses Anliegen wird vom VOTUM Verband grundsätzlich unterstützt. In der konkreten Ausgestaltung sieht der Verband jedoch die Gefahr von Fehlanreizen.

Nach Einschätzung des VOTUM Verbands begünstigt der aktuelle Kompromiss insbesondere standardisierte, kostengünstige und wenig komplexe Produkte wie ETFs und erleichtert deren Vertrieb. Gleichzeitig wird die persönliche Beratung durch zusätzliche regulatorische Anforderungen weiter belastet. Daraus ergibt sich eine strukturelle Schieflage: Während der digitale Direktvertrieb vereinfacht wird, steigt der Aufwand für beratungsbasierte Modelle deutlich. Daraus ergebe sich eine regulatorische Asymmetrie.

Verfehlter Verbraucherschutz

Der Verband kritisiert, dass Verbraucherschutz zunehmend über niedrige Kosten und einfache Produktstrukturen definiert werde. Ein günstiger Produkteinstieg ersetze jedoch keine fundierte Beratung. Gerade in schwächeren Marktphasen zeige sich, ob Anleger lediglich ein Produkt erworben hätten oder ob ihre individuelle Situation tatsächlich berücksichtigt worden sei.

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