Es musste noch sein, kurz vor der Sommerpause. Der Bundestag und der Bundesrat haben am vergangenen Freitag, 10.07.2026, dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz zugestimmt. Damit soll die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zunächst gesichert sein, und zwar ohne die Versicherten bei ihren Beiträgen stärker zu belasten.
Einige nennenswerte Punkte des Pakets sind die höheren Zuzahlungen für Medikamente und andere Leistungen, die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze um zusätzliche 300 Euro sowie die Einschränkung der Familienversicherung. Auch soll die Jahresarbeitsentgeltgrenze drastisch ansteigen von derzeit 77.400 Euro auf 84.800 Euro jährlich.
Das nun beschlossene Gesetz beinhaltet also aus Versichertensicht auch diverse Aspekte, die die GKV weniger attraktiv machen, und zwar bei trotzdem steigenden Kosten (und so etwas nennt sich heute schon „Reform“). Das erinnert einen schon fast an den Jahreswechsel von 2024 auf 2025, als die Deutsche Post verkündete, dass ihr Porto nun länger braucht, aber teurer wird.
Aber wie dem auch sei: Schwächelt die GKV, stellt sich die Frage, ob nicht vielleicht die private Krankenversicherung (PKV) daraus Kapital schlagen könnte, zumindest bei denen, die sich aussuchen können, wie sie sich versichern wollen. AssCompact hat sich hierzu bei einem PKV-Versicherer und einem auf PKV spezialisierten Makler umgehört.
Nicht jeder geht sofort
Die BarmeniaGothaer erwartet zwar von gesetzlich Versicherten, dass mal ein Blick auf das eigene Versicherungsverhältnis geworfen wird und ob es Optionen gibt – ein Wechsel in die PKV ist dabei aber lange nicht sicher. Christian Ritz, Vorstand im Geschäftsfeld Kranken, erläutert: „Selbstverständlich prüfen Versicherte bei einer Beitragserhöhung ihre Optionen – das für Versicherte der GKV und der PKV gleichermaßen. Wie sich das Wechselgeschehen zwischen GKV und PKV tatsächlich entwickelt, kann jedoch niemand seriös vorhersagen. Schon heute zahlen zahlreiche freiwillig gesetzlich Versicherte mehr als 1.000 Euro im Monat an ihre Krankenkasse und entscheiden sich trotzdem gegen einen Wechsel in die PKV. Denn der Wechsel in die private Krankenversicherung ist eine Lebensentscheidung. Diese trifft niemand, nur weil der GKV-Beitrag zum Jahreswechsel steigt.“
Der Versicherer ist sich aber sehr sicher, dass die Pläne der Bundesregierung zur Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen Fachkräfte in Deutschland massiv belasten werde. Wer über der Versicherungspflichtgrenze verdient, müsse im kommenden Jahr voraussichtlich 1.380 Euro pro Monat für seine gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – eine Steigerung um 11,6%. Aufs Jahr gesehen bedeute das Mehrkosten von 1.723 Euro, sodass der jährliche Gesamtbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung auf 16.580 Euro wachse.
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