Pflegeversicherung: Kein Zuschuss für elektrische Rollläden | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Pflegeversicherung: Kein Zuschuss für elektrische Rollläden
23. Juli 2019

Pflegeversicherung: Kein Zuschuss für elektrische Rollläden

Die Umrüstung von Rollläden auf elektronischen Antrieb wird nicht von der Pflegeversicherung übernommen. Diese zahlt auch keinen Zuschuss, selbst wenn die Bewohnerin des Hauses pflegebedürftig ist.


Die Umrüstung von Rollläden auf elektronischen Antrieb wird nicht von der Pflegeversicherung übernommen. Diese zahlt auch keinen Zuschuss, selbst wenn die Bewohnerin des Hauses pflegebedürftig ist.


Pflegeversicherung: Kein Zuschuss für elektrische Rollläden

Die Pflegeversicherung kommt nicht für die Umrüstung von Rollläden auf Elektroantrieb auf. Sie zahlt auch dann keinen Zuschuss, wenn die Betroffene pflegebedürftig ist, wie das Sozialgericht Mannheim entschieden hat.

Pflegeversicherung zahlt Zuschüsse für Verbesserungen des Wohnumfelds

Die 88-jährige Klägerin ist herzkrank und gehbehindert. Sie erhält Leistungen von der beklagten Pflegekasse nach Pflegegrad 2. Sie beantragte die Übernahme der Kosten zur Umrüstung aller Rollläden im Haus auf Elektroantrieb. Für Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern, sieht die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse bis zu 5.000 Euro vor.

Versicherung: Betätigen der Rollläden ist medizinisch nicht erforderlich

Die Pflegekasse lehnte nach Stellungnahme des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) den Antrag der Frau ab: Die Verdunkelung und Abkühlung von Räumen gehören nicht zu den Grundbedürfnissen des Alltags gehörten. Das morgendliche und abendliche Betätigen der Rollläden könnten die Pflegepersonen übernehmen. Es diene auch nicht der Pflege. Ein selbständiges Betätigen während des Tages sei medizinisch nicht erforderlich. Die Klägerin trug vor, sie dürfe selbst entscheiden, wann sie lüften bzw. die Rollläden hoch- oder runterlassen wolle. Die Hitze im Sommer sei wegen ihrer Herzschwäche lebensbedrohlich.

Gericht: Rollläden dienen dem gehobenen Wohnkomfort

Das Gericht befragte den behandelnden Arzt, führte einen Ortstermin in der Wohnung der Klägerin durch und wies die Klage anschließend ab. Die Ausstattung von Fenstern mit Rollläden sei grundsätzlich nicht unverzichtbar, sondern diene einem gehobenen Wohnkomfort. Die Maßnahme sei auch im Einzelfall der Klägerin nicht zur Linderung von Beschwerden aufgrund der Erwärmung der Wohnung erforderlich. Der Ortstermin habe ergeben, dass Wohn- und Schlafzimmer jedenfalls teilweise bereits mit elektrischen Rollläden ausgestattet seien, sodass die Klägerin in Räume ausweichen könne, in denen sie die Rollläden selbständig bedienen könne.

SG Mannheim, Gerichtsbescheid vom 20.06.2019, Az.: S 11 P 734/19; noch nicht rechtskräftig

Bild: © schab – stock.adobe.com

Lesen Sie auch: „Für die Pflegeversicherung gibt es nur einen Königsweg: mehr private Vorsorge“




Ähnliche News

Ein Gegenstand, der im Fahrzeug transportiert wird, ist bei einem Unfall unter Umständen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Dies gelte, laut OLG Jena, auch für den Transport im privaten Bereich und nicht nur bei der Beförderung zu unternehmerischen Zwecken. weiterlesen
Das OLG Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung beschlossen, dass private Dienstleister keine Verkehrsüberwachung betreiben dürfen. Bußgeldbescheide, die auf dieser Grundlage erlassen wurden, sind rechtswidrig. weiterlesen
Gefahren lauern in der digitalen Arbeitswelt überall, gerade für datenschutzsensible Institutionen wie Versicherer und Vermittlerbetriebe. Wie man die Sicherheit am mobilen Arbeitsplatz verbessern kann und welche Basics dabei zu beachten sind, erklärt Marco Föllmer, IT-Experte und Geschäftsführer der EBF GmbH. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.