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Wenn Versicherungen doch bloß Gespenster vertreiben könnten
26. November 2020

Wenn Versicherungen doch bloß Gespenster vertreiben könnten

Dem heutigen Konzept von Versicherung fehlt der bedarfsgerechte Umgang mit dem menschlichen Wunsch nach emotionaler Sicherheit. Welches neue Verständnis von Versicherung es braucht, um Kundenbedürfnisse künftig noch besser zu bedienen, erläutert Organisationsberater und Trainer Hjalmar Hagen.

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Dem heutigen Konzept von Versicherung fehlt der bedarfsgerechte Umgang mit dem menschlichen Wunsch nach emotionaler Sicherheit. Welches neue Verständnis von Versicherung es braucht, um Kundenbedürfnisse künftig noch besser zu bedienen, erläutert Organisationsberater und Trainer Hjalmar Hagen.


Wenn Versicherungen doch bloß Gespenster vertreiben könnten

Es ist stockfinstere Nacht. Draußen ist das Trommeln des Regens auf dem Dach zu hören. Der Wind heult und die Balken des Daches ächzen im Sturm. Zwischen den dichten Wolken am dunklen Novemberhimmel dringt das schummrige Licht des Mondes nur schemenhaft durch das Fenster in das Kinderzimmer des 8-jährigen Simon. Der Kleine kann nicht schlafen. Um ihn herum tanzen Schattengestalten an den Wänden. Simon ist sich sicher, dass Gespenster unter seinem Bett darauf warten, dass er einschläft, um ihn dann mitzunehmen. Deshalb bleibt er wach.

Dieser Spuk hat Simon schon die letzten Nächte um den Schlaf gebracht. Deshalb hat sein Papa ihm zum Einschlafen heute einen Zettel mitgegeben. Auf den Zettel hat Simons Papa geschrieben, dass das Haus durch eine supermoderne Alarmanlage gesichert ist. Außerdem sind sämtliche Türen und Fenster im Haus absolut einbruchsicher. Einbrecher haben deshalb keine Chance, ins Haus einzudringen. Der Zettel liegt auf Simons Nachttisch. Er hat ihn schon mehrfach durchgelesen. Von Gespenstern unter dem Bett steht da nichts. Simon hat Angst.

Bedrucktes Papier kann keinen Teddy ersetzen

Als Eltern würden wir dem kleinen Simon in der Realität statt eines Blattes Papier wohl eher seinen Lieblingsteddy reichen und ihn in den Arm nehmen. Versicherungsvermittlern bleibt allerdings nichts anderes übrig, als den Kunden ein Stück Papier in die Hand zu drücken und darauf zu hoffen, dass jemand anderes im Fall der Fälle den Teddy reicht und „die Gespenster vertreibt“.

Wenn ein Kunde Versicherung kauft, dann sucht er nach Sicherheit. Versicherer haben dazu Begriffe wie Berufsunfähigkeit oder Haftpflicht definiert, die es ihnen erlauben, Risiken abzugrenzen, Beiträge zu kalkulieren und finanzielle Sicherheit anzubieten. Aber wie viele an der Entwicklung eines BU-Produktes beteiligte Personen waren selbst schon einmal berufsunfähig und wissen, wie sich so etwas wirklich anfühlt? Was dem heutigen Konzept von Versicherung fehlt, ist der bedarfsgerechte Umgang mit dem Bedürfnis des Kunden nach emotionaler Sicherheit.




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