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bvk Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V.

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Das sind die Antworten der Parteien auf die Themen der Branche

Der BVK hat die großen Parteien nach ihren Positionen zu branchenrelevanten Themen gefragt. Mit diesen sogenannten Wahlprüfsteinen will der Verband Versicherungsvermittlern Orientierung im Hinblick auf die nahende Bundestagswahl bieten. Unter anderem geht es um die private Altersvorsorge und Regulierung.

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat, wie vor Bundestagswahlen üblich, alle im Bundestag vertretenen Parteien nach ihren Positionen zu aktuellen verbandspolitischen Themen befragt. Die Fragen an die Parteien drehen sich um die Themen:

  • Unterstützung des Berufsstands
  • Regulierung
  • private Altersvorsorge
  • europaweite Altersvorsorgeprodukte (Pan-European Personal Pension Product)
  • Aufsicht über Finanzanlagenvermittler
  • Erhalt des dualen Gesundheitssystems

Darüber hinaus haben sich mehrere Parteien auch zum Thema Nachhaltigkeit in der Versicherungs- und Vermittlerbranche geäußert.

Kontroverse Positionen

Aus den Antworten ergibt sich beispielsweise, dass die FDP plant, den überbordenden Bürokratieaufwand für Versicherungs- und Anlagevermittler einzugrenzen. Die Linkspartei erklärt, weshalb sie einer kapitalgedeckten Altersvorsorge grundsätzlich kritisch gegenübersteht. Die SPD weist darauf hin, dass einzelne schwarze Schafe in der Branche einen Provisionsdeckel nötig machen. CDU und CSU machen deutlich, weshalb sie eine Bürgerversicherung in der Krankenversicherung ablehnen. Und die Bündnisgrünen erklären, weshalb PEPP für europäische Sparer hinsichtlich Verbraucherschutz und Bürokratieabbau eine Chance darstellt.

AfD gibt sich wortkarg

Die AfD hatte zu vier von acht Wahlprüfsteinen überhaupt keine programmatische Position. Ansonsten sind die Antworten der Rechtspopulisten knapp gehalten. Eine Bürgerversicherung in der Krankenversicherung und Nachhaltigkeitskriterien in der Finanzwirtschaft lehnt die Partei aber beispielsweise ab.

Große Unterschiede in entscheidenden Fragen

„Mit unseren Wahlprüfsteinen geben wir der Branche eine wichtige und übersichtliche Wahlorientierung“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Es ist interessant zu lesen, wie teilweise diametral die einzelnen Parteien das Provisionssystem und die Probleme der Rentensicherung sowie des Gesundheitssystems sehen und was sie in der kommenden Legislaturperiode planen.“

Die vollständigen Antworten der Parteien auf die Fragen des BVK können hier auf der Website des Verbands heruntergeladen werden. (tku)

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Neuer stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim BVK

Hubertus Münster, bisher BVK-Geschäftsführer, ist zum stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Verbands ernannt worden. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Leitung der Bildungsakademie unter anderem die Zusammenarbeit mit der Initiative „gut beraten“ sowie dem GDV im Gemeinschaftsausschuss.

Das Präsidium des BVK hat auf seiner Sitzung am Ende Mai entschieden, BVK-Geschäftsführer Hubertus Münster zum stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) zu ernennen.

Hubertus Münster ist Rechtsanwalt und arbeitet seit dem Jahr 1998 für den BVK. Bereits seit 2001 ist er Geschäftsführer der BVK-Bildungsakademie und seit 2012 Geschäftsführer des BVK.

Zu seinen Aufgaben gehören neben der Leitung der Bildungsakademie unter anderem die Zusammenarbeit mit der Initiative „gut beraten“ sowie dem GDV im Gemeinschaftsausschuss. Neben diverser Sonderaufgaben gehört auch die rechtliche Beratung der Mitglieder im Handelsvertreter- und Maklerrecht zu den Aufgaben des Experten für Versicherungsrecht. (ad)

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BVK wertet GDV-Aussage als Kampfansage

BVK-Präsident Michael Heinz sieht in den jüngsten Äußerungen des GDV-Hauptgeschäftsführers, Jörg Asmussen, eine Kampfansage an die Vermittler. In einer Podiumsdiskussion anlässlich der Jahreshauptversammlung des BVK standen aber auch die Themen Provisionsdeckel, Digitalisierung sowie die kommende Bundestagswahl auf der Agenda.

Neben gesetzten Themen wie dem Provisionsdeckel und der Bundestagswahl im September stand die BVK-Jahreshauptversammlung auch unter dem Eindruck der jüngsten Äußerungen von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. In einem Statement des GDV hatte Asmussen von einem rein digital vertriebenen Riester-Standardprodukt gesprochen, seine Aussagen jedoch im Nachhinein ergänzt und entschärft. Für den BVK-Präsidenten, Michael Heinz, reicht das jedoch nicht aus.

Kampfansage an die Vermittler

Heinz sieht in den Aussagen des GDV zwar noch keine Kriegserklärung, aber eine „Kampferklärung ist das allemal“. Der GDV gebe zwar immer wieder vor, mit den Vermittlern im selben Boot zu sitzen. Das Problem sei aber, dass man in unterschiedliche Richtungen rudere, so Heinz in seinen einführenden Worten zur Veranstaltung. Gegen Riester-Rentenverträge, die ohne Beratung digital abgeschlossen würden, kündigte der BVK-Präsident im Zuge dessen den erbitterten Widerstand seines Verbands an.

Einfach gebaute Produkte nötig

In der Podiumsdiskussion zum Thema „Zukünftige Rahmenbedingungen für die Versicherungsbranche“ kam das Thema dann wieder auf. Oliver Brüß, Vertriebsvorstand der Gothaer, nahm Asmussen für seine Äußerungen teilweise in Schutz. Der GDV-Hauptgeschäftsführer sei falsch verstanden worden. Sein Anliegen habe lediglich darin bestanden, die Notwendigkeit von einfach gebauten Produkten zu unterstreichen, die über verschiedene Vertriebskanäle abgesetzt werden können. Der Anteil an Lebensversicherungen in der Altersvorsorge, die direkt vertrieben werden, liege ohnehin lediglich bei unter 3%, so Brüß.

BVK kennt seine Verbündeten beim GDV

Das wollte Heinz jedoch nicht als Erklärung akzeptieren. Asmussen sei nicht mehr in der Probezeit und wisse, was er sage. „Es ist eine Kampfansage“, unterstrich der BVK-Präsident seine Haltung. Des Weiteren sei ihm auch klar, wer im GDV-Direktorium zu seinen Verbündeten zähle und wer nicht.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion

An der Diskussion nahmen darüber hinaus die Politiker Stefan Schmidt von den Grünen und Dr. Carsten Brodesser von der CDU sowie der Journalist Thomas Ramge teil. Ramge ist Autor mehrerer Bücher, die den Schwerpunkt Datenökonomie, KI und Digitalisierung aufweisen.

Regulierung macht Vermittlerberuf unattraktiv

Es dauerte dann auch nicht lang, bis es um die politische Regulierung der Vermittler ging. Ein Punkt, bei dem vor allem der Vertreter der Grünen zeitweise im Feuer stand. Heinz warf Stefan Schmidt vor, die Liebe der Grünen zur Regulierung sei verbraucherfeindlich. Gerade der Wunsch der Grünen, nur noch Honorarberatung zuzulassen, stieß beim BVK-Präsidenten auf Kritik. Die Grünen würden mit der Beschneidung der Vergütungsmöglichkeiten nicht die angebotenen Produkte günstiger, sondern nur den Vermittlerberuf unattraktiver machen.

Honorarberatung müsste sich eigentlich durchsetzen

Thomas Ramge warf zu dem Thema ein, dass sich die Honorarberatung eigentlich durchsetzen müsste. Immerhin schaffe das Provisionsmodell einen Interessenkonflikt, der so in der Honorarberatung nicht gegeben sei. Der Journalist zeigte sich überzeugt, dass viele Menschen gerne Geld für eine nicht interessengeleitete Beratung zahlen würden. Die niedrige Zahl an Honorarberatern bringe ihn zu der Ansicht, dass es sich unter Umständen um ein Angebotsproblem und nicht um ein Nachfrageproblem handele.

Unionsvertreter kritisiert Koalitionspartner

Doch auch zwischen den Vertretern von Unionsfraktion und Grünen sollte es noch einmal knirschen. Beim Thema Riester-Renten-Reform, zeigte sich Carsten Brodesser vom Koalitionspartner SPD mehr als enttäuscht, wie er bereits vor Kurzem in einer Bundestagsrede klargemacht hatte (AssCompact berichtete). Die Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung, ohne gleichzeitig eine Reform der Riester-Rente anzugehen, sei nur noch der „Schlussstein dieser Tragödie“ gewesen, in der das SPD-geführte Bundesfinanzministerium sich den gemeinsam getroffenen Absprachen im Koalitionsvertrag widersetzte. Die Union habe stets das Ziel gehabt, die Riester-Rente weiterzuentwickeln und den Bürgern auf diese Weise eine verlässliche Möglichkeit zur privaten Vorsorge zu bieten.

Grünenpolitiker fordert Ende der Riester-Rente

Diesen Plänen konnte Stefan Schmidt nur vehement widersprechen. Seiner Ansicht nach habe die Riester-Rente keine Zukunft. Die Produkte seien schlecht vergleichbar, zu kompliziert und zu teuer. Wobei er sich aber bewusst darüber sei, dass die Riester-Verträge nicht nur wegen der gezahlten Provisionen, sondern auch aufgrund der Verwaltungsgebühren so teuer seien. Von dem öffentlich verwalteten Bürgerfonds, den die Grünen als Standardprodukt in der betrieblichen Altersvorsorge und als Riester-Renten-Ersatz (AssCompact berichtete) einführen wollen, rückte Schmidt im Gespräch aber teilweise ab. Bei dem Bürgerfonds handele es sich lediglich um eine Diskussionsgrundlage und bei dem Programmentwurf noch nicht um das fertige Wahlprogramm zur Bundestagswahl.

Keine Disruption durch die Tech-Giganten zu erwarten

Als es schließlich um das Thema Digitalisierung ging, zeigten sich die Diskussionsteilnehmer weniger uneins. Der Digitalisierungsspezialist Ramge hatte auch eine verhalten optimistische Einschätzung für die Versicherungsbranche parat. Seiner Ansicht nach wird die Branche nicht von außen disruptiert werden. Vielmehr deutet sich eine Kluft zwischen denjenigen Unternehmen an, die die verfügbaren technischen Möglichkeiten voll ausschöpften, und denjenigen, die auf der Strecke bleiben werden. Die Tech-Riesen werden sich gemäß seiner Überzeugung mittelfristig nicht mehr in den Versicherungsmarkt wagen. Nicht nur, weil der Rückzug von Amazon gezeigt hat, dass eine Disruption der Branche schwierig ist, sondern auch, weil die zu erzielenden Margen für die Tech-Giganten einfach nicht verführerisch genug erscheinen. (tku)

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Corona-Tests und Home-Office-Pflicht (auch) in Maklerbetrieben

Die bundeseinheitliche Notbremse ist beschlossen. Mit einer Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber und damit auch Vermittlerbetriebe nun verpflichtet, Mitarbeitern zweimal pro Woche Schnell- oder Selbsttests anzubieten. Verstärkt wird außerdem die Home-Office-Pflicht.

Der Bundestag hat eine bundeseinheitliche Notbremse im Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Die Neuregelung ist am 23.04.2021 in Kraft getreten. Überschreiten ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen eine Inzidenz von 100, gelten dort ab dem übernächsten Tag zusätzliche, bundeseinheitliche Maßnahmen.

Pflicht für Firmen, Corona-Tests anzubieten

Mit der Änderung der bestehenden SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine Testpflicht für Unternehmen in Deutschland eingeführt. Ursprünglich waren Betriebe demnach verpflichtet, ihren Beschäftigten mindestens einmal die Woche ein Corona-Testangebot zu unterbreiten. Dann wurde nachgelegt: Mit der Dritten Änderungsverordnung der Corona-ArbSchV wurden Regelungen für weitere betriebliche Testangebote ergänzt. Nun müssen Unternehmen wie auch Maklerbetriebe ihren Beschäftigten, die nicht ausschließlich im heimischen Büro arbeiten, grundsätzlich mindestens zwei Mal pro Woche Selbst- oder Schnelltests anbieten.

Home-Office-Pflicht verstärkt

Die Verpflichtung für Arbeitgeber, Home-Office anzubieten, war bereits Teil der Corona-Arbeitsschutzverordnung. Nun wurden die Regelungen zum Home-Office in das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Die bisherige Pflicht für Firmen bleibt bestehen, ihren Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten Home-Office zu ermöglichen, sofern dem keine betriebsbedingten Gründe entgegensprechen.

Arbeitnehmer in der Pflicht

Allerdings mussten die Mitarbeiter dieses Angebot bislang nicht annehmen. Nun werden Arbeitnehmer stärker in die Pflicht genommen: Sie sind verpflichtet, das Angebot der Firma auch anzunehmen, wenn ihrerseits keine Gründe dagegen sprechen. Als Beispiele für solche Gründe nennt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beispielsweise die Störung durch Dritte im Home-Office oder einen fehlenden adäquaten Arbeitsplatz. Nach aktuellem Stand gilt die Regelung bis zum 30.06.2021.

Informationen von Branchenverbänden

Branchenverbände wie unter anderem auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) haben für ihre Mitglieder nützliche Informationen rund um die Corona-Pandemie zusammengestellt. In Updates bieten sie Aktuelles auch zum Thema Home-Office und Corona-Tests (siehe bvk.de/corona). (tk)

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Online-Petition gegen Taping bei Investmentberatungen gestartet

Die EU hatte im Rahmen ihrer Wertpapierdienstleistungsrichtlinie MiFID II die Aufzeichnung von telefonischen Abschlüssen im Investmentbereich verbindlich vorgeschrieben. In der Branche sorgt das zum Teil für Unmut. Mehrere Verbände haben daher nun eine Online-Petition dagegen gestartet.

Das verpflichtende Taping von Beratungsgesprächen sorgt weiter für Diskussionsstoff in der Finanzdienstleistungsbranche. Im Zuge der Umsetzung der Wertpapierdienstleistungsrichtlinie MiFID II in nationales Recht müssen Telefon- oder Video-Beratungsgespräche zur Beweissicherung zwingend aufgezeichnet werden. Dabei muss nicht nur der eigentliche Auftrag, sondern die komplette Beratung festgehalten werden, auch wenn am Ende gar kein Auftrag erfolgt.

Nicht im Sinne des Verbraucherschutzes

Nach aktuellem Stand dürfen diejenigen, die keine Aufzeichnung der Telefonate wünschen, keine Beratung am Telefon mehr erhalten und können mit ihren Beratern telefonisch keine Fragen mehr klären. Das führt den Initiatoren der Petition zufolge gerade in Zeiten der Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen dazu, dass die Kunden auf sich allein gestellt sind, da Präsenzberatungen gar nicht leistbar sind. Das könne nicht im Sinne eines angestrebten Verbraucherschutzes sein.

Gemeinsame Online-Petition gestartet

Gegen die aktuelle Regelung setzt sich nun ein Verbund aus Bundesverband Finanzdienstleistung (AfW), Bund der Versicherten (BDV), Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler e.V. (BDVM), Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e. V. (BVK) und VOTUM in Form einer gemeinsam unterstützten Online-Petition zur Wehr. Unterzeichner der Petition erklären, „dass ich als Kunde/Kundin selbst entscheiden möchte, ob mein Gespräch in einem Telefon- oder Video-Beratungsgespräch zur Beweissicherung (sogenanntes Taping) aufgezeichnet wird oder nicht. Hierzu wünsche ich mir eine einmalige Erklärung, die bis zum Widerruf ihre Gültigkeit behält.“

Evaluierung im Sommer geplant

Hintergrund der Petition ist die für Sommer 2021 geplante Evaluierung der MiFID-II-Richtlinie. Die Verbände wollen erreichen, dass dabei für Kunden eine Wahlfreiheit geschaffen wird. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, telefonisch beraten zu werden und Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie selbst keine Aufzeichnung der Telefonate wünschen. Das Bundesministerium der Finanzen hat diese Forderung inzwischen bereits übernommen und gibt an, sich bei den zuständigen Stellen in Brüssel dafür einzusetzen. (mh)

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Wie Vermittler jetzt ihre Zukunftsfähigkeit sichern können

Corona-Krise: Einige Makler haben sehr zu kämpfen, andere fahren derzeit Rekordumsätze ein. Mit welchen Erfolgsfaktoren Vermittler ihren Betrieb gerade jetzt zukunftsfähig machen können, diskutierten im Rahmen des DKM-Kongresses Unternehmertum Stefan Frigger, Prof. Matthias Beenken und Andreas Vollmer.

In Erwartung des bevorstehenden „Lockdown light“ gewann die Diskussion, die den DKM-Kongress Unternehmertum am Messedonnerstag eröffnet hat, zusätzliche Aktualität. Stefan Frigger, Geschäftsführer der BVK Dienstleistungsgesellschaft mbH, moderierte das Gespräch zwischen Prof. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund und BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer.

Unterschiedliche Standpunkte in derselben Situation

Auf die Frage, wie man von Wissenschaft zur Zukunftsfähigkeit komme, bemerkte Prof. Matthias Beenken zunächst, dass unterschiedliche miteinander nicht zu vereinbarende Diskussionsstandpunkte so zustande kämen, dass jeder sich selbst als Referenzpunkt sehe und das Erlebte auf die Gesamtheit beziehe. Auf die Versicherungsbranche bezogen gebe es in der momentanen Situation, so Beenken, Umsatzeinbrüche bei zwei Dritteln der Vermittler, wohingegen anderen derzeit mehr Umsatz gelänge als sonst. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen sei die Tatsache, dass sich einige schon mehr, die anderen weniger mit dem seit Jahren andauernden Trend der Digitalisierung befasst hätten. Corona mache es nun aber unumgänglich, neue Kundenkontaktmöglichkeiten und auch andere Arten der Mitarbeiterorganisation zu finden. Erfolgreicher seien zudem die Makler und Mehrfachagenten, die mit eigenen Webaktivitäten aufwarten könnten und ihren Kunden ebenfalls die Möglichkeit zur Webaktivität böten. Allerdings sei hierbei für den Erfolg eine klare Strategie vonnöten.

Digitalisierung, Personalplanung, Cross-Selling

Neben der Digitalisierung gebe es aber noch andere Gestaltungsräume, wie Vermittler nun ihre Zukunftsfähigkeit sichern könnten, so Beenken. In der letztjährigen BVK-Strukturanalyse habe sich beispielsweise auch klar gezeigt, dass das Personal ein wichtiger Erfolgsfaktor im Vermittlerbetrieb sei. Arbeitsteilung sei wertvoll, erläuterte Beenken und appellierte an die Zuhörer auf der Plattform der DKM digital.persönlich, dass es für Inhaber von Maklerbüros und an der Zeit sei, sich über Personalplanung und sinnvolle Arbeitsteilung Gedanken zu machen. Den eigenen Mitarbeitern Aufgaben zuzutrauen und sie Verantwortung übernehmen zu lassen, sei das Gebot der Stunde.

Als letzten Erfolgsfaktor im Gespräch mit Stefan Frigger und Andras Vollmer nannte Prof. Matthias Beenken noch die Cross-Selling-Quote als Erfolgsrezept: Vermittler – und Makler hätten hier eine besonders große Chance – müssten sich an eine umfassende Betreuung und Beratung ihrer Kunden wagen, anstatt sich im Klein-Klein einzelner Kfz-Versicherungsverträge zu verlieren.

BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer bekräftigte in der Eröffnungsdiskussion des DKM-Kongresses Unternehmertum, dass man als Branchenverband momentan mit der großen Heterogenität am Markt konfrontiert sei und individuelle unternehmerische Hilfestellungen gebe. Unternehmerische Kompetenz sei derzeit besonders gefragt, so Vollmer, der an die Kollegen aus der Branche appellierte, diese Zeit, in der der Kundenkontakt sehr schwierig sei, doch intensiv für den eigenen Vermittlerbetrieb zu nutzen.

Intensive Innenansicht des eigenen Maklerbetriebs und Weiterbildung

Im Lockdown lasse sich zwar laut Vollmer nicht plötzlich ein unternehmerisches Mindset aufsetzen, wenn es bisher noch gar nicht vorhanden sei. Wenn aber der Maklerbetrieb über ein eigenes Maklerverwaltungsprogramm (MVP) verfüge, dann sei es jetzt an der Zeit, so Vollmer, sich intensiv mit den eigenen Geschäftsabläufen auseinanderzusetzen, Fortschritte im Umgang mit dem eigenen MVP zu machen und auch BiPRO-Schnittstellen zu entdecken. Dies sei vielleicht ein extrem steiniger Weg, dessen Zeit aber nun wohl zwangsläufig gekommen sei – und der mit Hilfe von Webinaren auch erleichtert werden könne. In diesem Zusammenhang sprachen sowohl Vollmer als auch Beenken diverse Weiterbildungsmöglichkeiten an und luden die Zuschauer dazu ein, auf den Internetseiten des BVK und im Bildungsprogramm der Deutschen Maklerakademie vorbeizuschauen. (ad)

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BVK: Direkte Kundenansprache kaum zu kompensieren

Bislang hat die Corona-Krise nicht zu einem massenhaften Vermittlerschwund geführt, wie Umfragen des BVK zeigen. Doch die Lage bleibt unsicher, so drohen für Vermittler Einbußen erst zeitverzögert, wie der BVK auf der DKM 2020 digital.persönlich noch einmal betonte. Weiteres Thema auf der Agenda waren die Klarstellungen von DIHK und BaFin zur Weiterbildungspflicht. Hier fordert der BVK Nachbesserungen.

Digital statt Dortmund: Die traditionell gemeinschaftliche Pressekonferenz des DKM-Veranstalters bbg und des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) ging in diesem Jahr digital vonstatten. Der BVK zog anlässlich der DKM 2020 digital.persönlich eine Corona-Zwischenbilanz zur wirtschaftlichen Lage der Vermittler. Ein weiteres wichtiges Thema in den Ausführungen war die Weiterbildungspflicht für Vermittler.

Corona-Krise trifft auch Vermittler massiv

Die Covid-19-Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf die Vermittler-Branche. Im Rahmen von zwei Umfragen hat der BVK bei seinen Mitgliedern hierzu nachgefragt. In einer ersten Umfrage im April klagten zwei Drittel der Teilnehmer über Umsatzeinbußen. Im Schnitt betrugen die Rückgänge 38%. Dabei waren die Makler mit annähernd 39% am zweithäufigsten betroffen, Mehrfachvertreter mit 43,3% am stärksten. Die Folgeumfrage im August zeigte dann ein etwas abgemildertes Bild, was die Umsatzeinbußen angeht: Hier gaben zwei Drittel der Teilnehmer verringerte Umsätze an, die sich im Schnitt auf 20% beliefen.

Kein Vermittlerschwund infolge von Corona

Laut BVK deuten die Umfrageergebnisse nicht auf einen massenhaften Vermittlerschwund durch die Folgen der Corona-Krise im Zusammenspiel mit der Digitalisierung hin. Denn nur 2,5% der befragten Vermittler planen bislang einen Marktaustritt bzw. in den Ruhestand zu gehen.

Direkte Kundenansprache aber kaum zu kompensieren

„Unsere Vermittlerumfragen bilden sehr gut die Einschränkungen der Geschäftstätigkeit durch die Corona-Pandemie für die Vermittler und deren Umsatzentwicklung ab“, erklärte BVK-Präsident Michael H. Heinz. Persönliche Gespräche und Treffen hätten den Studien zufolge um dramatische 82% abgenommen. „Trotz der massiv ausgeweiteten digitalen und telefonischen Kontaktaufnahme zu den Kunden konnte die direkte Kundenansprache kaum kompensiert werden“, so Heinz weiter. Somit bleibt die Lage unsicher. Schließlich drohen Vermittler Einbußen erst zeitversetzt zu treffen und sie könnten Einnahmeverluste erst im Nachgang mit voller Wucht zu spüren bekommen. Dies bekräftigte  Heinz erst jüngst wieder gegenüber Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Regularien als Damoklesschwert

Angesichts der Corona-Krise fordert der BVK von den politischen Entscheidungsträgern, Vermittler nicht mit weiteren Regularien unter Druck zu setzen. Auf politischer Ebene will der Verband künftig „noch stärker vom Verhindern ins Agieren kommen“, wie Heinz betonte. Es gehe um die Frage, was eine wie auch immer geartete Bundesregierung in Sachen private und staatlich geförderte Altersvorsorge künftig beschäftigen wird und wie sich der BVK einbringen könne. Hierzu sei der BVK im Austausch mit jungen Bundestagsabgeordneten aus entsprechenden Fachausschüssen. Es seien informative Gespräche. Was aufhorchen lässt: Aufseiten der jüngeren Politiker wäre aber teilweise eine Distanz zum Berufsstand der Vermittler feststellbar.

BVK unterstützt Klarstellungen zur Weiterbildungspflicht

Inwieweit die Forderungen des BVK in Berlin umgesetzt werden, wird die Zukunft zeigen. Auf die Klarstellungen zur Weiterbildungspflicht von Vermittlern, die der DIHK und die BaFin vor Kurzem veröffentlicht haben (AssCompact berichtete) hat der BVK Einfluss nehmen können.

 „Wir befürworten die Klarstellungen seitens dieser Institutionen, denn damit erhalten Versicherungsvermittler Rechtssicherheit, welche Weiterbildungsangebote anerkannt werden und IDD-konform sind bzw. der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) und der Gewerbeordnung entsprechen“, erklärt Gerald Archangeli, BVK-Vizepräsident und Vorsitzender des Trägerausschusses der branchenweiten Weiterbildungsinitiative „gut beraten“. „Als bedeutender Vermittlerverband Deutschlands haben wir auf die Ausführungen in den FAQs Einfluss genommen, damit die Prüfstandards, was als Weiterbildung gilt und was nicht, bundesweit einheitlich gehandhabt werden.“

 

 Direkte Kundenansprache kaum zu kompensieren

 

Nachbesserungen gefordert

Grundsätzlich befürwortet der BVK auch die Vorgaben zu den Inhalten von Weiterbildungsangeboten, die der Aufrechterhaltung der Fachkompetenz und personalen Kompetenz (§ 7 VersVermV) dienen sollen und einen Bezug zur Versicherungsvermittlung bzw. beratung haben müssen. Würden damit vertriebsfremde „Motivations-Events“ nicht mehr als Weiterbildung anerkannt. Doch den erforderlichen konkreten Bezug zur Versicherungsvermittlung moniert der Verband als „nicht immer sachgerecht“. Betriebswirtschaftliche Weiterbildungen zur Unternehmensführung würden dann nicht berücksichtigt.

Auch eine weitere Regelung ist dem BVK ein Dorn im Auge: Laut DIHK können Veranstaltungen zu den Themen Finanzanlagen, Immobiliardarlehen und Bausparen nicht als Weiterbildungszeit anerkannt werden, wenn sie sich nicht mit Versicherungsthemen befassen. Der BVK argumentiert jedoch, dass diese Qualifizierungen im Rahmen einer ganzheitlichen Vorsorgeberatung für Vermittler wichtig sind.

Nun müssen solche Qualifizierungen neben der Pflicht als Kür besucht werden. Doch die Vermittler haben sich in der Vergangenheit als recht weiterbildungsfreudig gezeigt. 2019 hat sich der weit überwiegende Teil der Vermittler laut „gut beraten“ mehr als die vorgeschriebenen 15 Stunden weitergebildet. Gelegenheit zu Pflicht und Kür bieten die Workshops und Kongresse dieser Tage auf der DKM 2020 digital.persönlich. (tk)

Bild: © Andrey Popov – stock.adobe.com

 

BVK-Umfrage: Kein Vermittlerschwund infolge der Corona-Krise?

Haben sich die Befürchtungen der Vermittler von deutlichen Umsatzeinbrüchen infolge der Corona-Krise aus dem Frühjahr bewahrheitet? Dies wollte der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) in einer onlinebasierten Folgeumfrage im August wissen. Hier sind einige Ergebnisse.

In einer ersten Umfrage des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) zu den Auswirkungen von Corona auf BVK-Mitglieder im April klagten zwei Drittel der Teilnehmer über Umsatzeinbußen. Weitere 25% können noch nicht abschätzen, wie sich der Umsatz entwickeln werde. Bei denjenigen, die Einbußen verzeichneten, lag der Durchschnitt bei fast 38% Umsatzrückgang.

Im August hat der BVK nun nachgehakt, inwieweit sich die Befürchtungen der Vermittler von deutlichen Umsatzeinbußen bewahrheitet haben. Im Rahmen der onlinebasierten Folge-Umfrage gab eine Mehrheit von 62% der teilnehmenden BVK-Mitglieder an, dass sich ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr verringert haben, und zwar im Schnitt um 20%.

Exklusivvermittler erwarten Rückgänge der Boni

Nichtsdestotrotz fürchtet ein Großteil der Versicherungskaufleute Liquiditätseinbußen. Annähernd zwei von drei Exklusivvermittlern (63,7%) rechnen 2020 mit Rückgängen bei Bonifikationen. Diese machen nach Analysen des BVK immer noch bei vielen Exklusivvertrieben einen wesentlichen Bestandteil des Einkommens aus.

Sorgen um die eigene Altersvorsorge

Wie die Umfrage weiter zeigt, machen sich etliche Vermittler Sorgen um ihre eigene finanzielle Absicherung im Ruhestand. So befürchten 31,5% und damit fast jeder Dritte negative Auswirkungen für die eigene private Altersvorsorge.

Kein Hinweis auf Vermittlerschwund aufgrund der Corona-Krise

Laut BVK deuten die Umfrageergebnisse nicht auf einen Vermittlerschwund durch die Folgen der Corona-Krise hin. Denn nur 2,5% der befragten Vermittler planen bislang einen Marktaustritt bzw. in den Ruhestand zu gehen. „Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass die Vermittler aufgrund der wirtschaftlichen Situation gezwungen sind, weiterhin zu arbeiten“, unterstreicht BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Trotz einer leichten Entspannung im Vergleich zur Vorumfrage bleibe die Situation in vielen Vermittlerbetrieben unsicher, wie BVK-Präsident Heinz betont. Einbußen bei den Bestandsprovisionen würden sich zudem erst zeitversetzt zeigen. Der BVK rät Vermittler daher, intensiv und rechtzeitig Gegenstrategien vor einer erneuten Verschärfung der Pandemie zu ergreifen. (tk)

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Digitale Rentenübersicht: Kabinett bringt säulenübergreifende Renten-Info auf den Weg

Der Entwurf der Bundesregierung zum Rentenübersichtsgesetz hat das Ziel eine Digitale Rentenübersicht über alle drei Säulen der Altersvorsorge zu bieten. Ab 2023 soll allen Bürgern ein Online-Portal zur Verfügung gestellt werden, das bei der Deutschen Rentenversicherung angesiedelt ist und gesetzliche, betriebliche und private Altersabsicherungen gebündelt darstellt.

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 26.08.2020 einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der die im Koalitionsvertrag vereinbarte Digitale Rentenübersicht ermöglichen soll. Das in Kurzform Rentenübersichtsgesetz (RentÜG) genannte Vorhaben, hat das Ziel transparent zu machen, wie es um die eigene Absicherung im Alter bestellt ist.

Säulenübergreifender Überblick

Um einen Gesamtüberblick über die persönlich zu erwartende Rente herzustellen, sollen die erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge sowie der betrieblichen Altersversorgung säulenübergreifend abrufbar sein. Zu diesem Zweck ist geplant, ein Online-Portal einzurichten, auf dem die Informationen zusammengeführt und so übersichtlich dargestellt werden, dass sie auch für Laien nachvollziehbar sind.

Straffer Zeitplan

Der Gesetzesentwurf sieht die Schaffung einer zentralen Stelle bei der Deutschen Rentenversicherung Bund vor, die das Online-Portal umsetzen soll. Die Bundesregierung plant das Gesetz noch in diesem Jahr zu verabschieden. Bereits 2021 soll das Online-Portal entwickelt und im Herbst 2022 der Betrieb der Digitalen Rentenübersicht erprobt werden. Für 2023, jedoch spätestens 2024, ist der Regelbetrieb des Portals vorgesehen. Der Zeitplan gilt als ambitioniert. Während die Teilnahme im Probebetrieb noch freiwillig ist, sind Anbieter von Leistungen zur Altersabsicherung ab 2023 verpflichtet, ihre Informationen bereitzustellen.

Überschaubare Kosten prognostiziert

Die Kosten für Entwicklung und Erprobung werden mit knapp 20 Mio. Euro veranschlagt und vom Bund übernommen. Im Regelbetrieb erwartet die Regierung dann jährlich anfallende Kosten von 4,5 Mio. Euro. Die Mehrausgaben für den Regelbetrieb sollen durch Einsparungen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausgeglichen werden.

Vorbilder aus Skandinavien und der Privatwirtschaft

Das Vorhaben ist nicht neu. Gerade in den skandinavischen Ländern gibt es bereits digitale Rentenkonten, die alle Informationen über die Absicherung im Alter bündeln. Doch auch in Belgien und den Niederlanden existiert das Konzept. In Deutschland wurde das Vorhaben ebenfalls bereits erforscht und vereinzelt auch in Pilotprojekten umgesetzt. Die Allianz hatte zuletzt mit ihrem Rentenkompass von sich reden gemacht, doch bereits zuvor waren FinTechs mit Renten-Cockpits bzw. Vorsorge-Cockpits an den Start gegangen.

Kritik und Lob von Interessensverbänden
BdV kritisiert verengte Sicht des Vorhabens

Doch wenngleich das Vorhaben schon lange in den Startlöchern steht, stößt die geplante Umsetzung nicht überall auf Gegenliebe. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) beispielsweise kritisiert das Vorhaben als Stückwerk. Nach Ansicht des BdV liegt der Fokus des Gesetzentwurfs zu sehr auf den Lebensversicherern. Andere Sparformen der Altersvorsorge würden bis auf wenige Ausnahmen (Riester- und Rürup-Verträge) ignoriert.

Sparprodukte müssen einbezogen werden

Der BdV plädiert dementsprechend dafür, die Altersvorsorge weiter zu fassen und Sparprodukte in die Übersicht der persönlichen Altersvorsorgeaktivitäten mit einzubeziehen. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die aktuell schlechte Verfassung der Lebensversicherer. So kommentierte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein dazu: „Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung den toten Gaul Lebensversicherung nicht weiter reitet.“

VdK fordert Alternative für Personen ohne Internetanschluss

Der Sozialverband VdK weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Teile der Gesellschaft nicht vergessen werden dürfen, die noch immer keinen Internetzugang haben und dementsprechend nicht an dem geplanten Online-Portal partizipieren könnten. Wenngleich auch der VdK das Transparenzversprechen begrüßt, das mit dem Gesetzesvorhaben verbunden ist.

GDV hinterfragt technische Umsetzung

Positiv hingegen äußerte sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV). Der Verband begrüßt den Gesetzesentwurf grundsätzlich und merkt nur bei den Details der technischen Umsetzung Nachbesserungsbedarf an.

BVK sieht die Übersicht als Beratungsgrundlage

Auch der BVK glaubt, dass die Digitale Rentenübersicht zur Transparenz in der Altersvorsorge beitragen kann. So eine Übersicht stelle eine gute Grundlage für ehrbare Versicherungskaufleute dar, die ihre Kunden umfassend beraten wollten, merkte BVK-Präsident Michael Heinz an.

Lob und Ratschläge zum Datenschutz

Das Beratungsunternehmen Aon Solutions Germany äußert sich ebenfalls wohlmeinend zu dem Gesetzesvorhaben. Das ist jedoch kaum verwunderlich. Das Unternehmen hatte gemeinsam mit der Universität Ulm ein Gutachten zur Umsetzung des Online-Portals für die Digitale Rentenübersicht erstellt. Dieses Gutachten dient dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales nun als Grundlage, wenn es um die im Gesetzesentwurf vorgesehene Etablierung des Online-Portals geht. Um den Datenschutz der Bürger zu gewährleisten, fordert Aon, dass die Daten nicht zentral bei der Deutschen Rentenversicherung Bund gelagert werden, sondern erst beim Abruf aggregiert würden.

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