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16. Juni 2021
„Baufinanzierungskunden bleiben auf der vorsichtigen Seite“

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„Baufinanzierungskunden bleiben auf der vorsichtigen Seite“

Die Bauzinsen sind zuletzt aber leicht gestiegen. Was das eher ein kleines Aufflackern oder der Beginn einer größeren Zinswende?

Das dürfte eher ein kleines Aufflackern sein. Eine starke Steigerung der Baufinanzierungszinsen gibt das Umfeld nicht her. Die Verschuldung der Staaten ist durch die Pandemie nicht niedriger, sondern deutlich höher geworden. Natürlich werden aktuell ein paar Inflationsängste kolportiert. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir tatsächlich eine größere Inflation bekommen.

Sie unterscheiden in ihrer aktuellen Baufinanzierungsstudie zwischen Anlegern und Eigennutzern. Wie unterscheiden sich beide denn bei der Finanzierung?

Der Kapitalanleger orientiert sich primär an der Rendite. Ob diese in den Metropolen noch auskömmlich ist, ist fraglich. Die Renditeaussichten sind mit etwa 1 bis 2% oft schlicht zu gering. Daher investieren Anleger vermehrt in die Rand­lagen, wo zumindest noch Renditen von 3% erzielt werden können. Der Kapitalanleger will zudem möglichst wenig Eigenkapital einbringen und kauft nur Eigentumswohnungen und keine Häuser. Im Schnitt verdienen Anleger wesentlich mehr. Da sind wir bei Haushaltseinkommen von rund 9.000 Euro. Bei diesen Einkommen und den entsprechenden Vermögen könnte auch die Vermeidung von Negativzinsen bereits eine Rolle spielen.

Eine größere Rolle spielen seit Corona auch digitale Wege der Beratung. Welche Auswirkungen hatte das bei Hüttig & Rompf?

Die Beratungen werden auch bei uns derzeit überwiegend mit digitalen Kommunikationsmitteln wie Teams geführt. Ab und zu kommt auch mal ein Kunde in die Filialen, aber der Großteil nutzt die Video­beratung – und das, obwohl wir stark von der persönlichen Beratung leben. Andererseits profitieren Berater wie wir auch davon, dass der Kunde weniger die Beratung in einer lokalen Bankfiliale in Anspruch nimmt. Er informiert sich über das Internet und findet dort Experten wie Hüttig & Rompf oder andere unabhängige Baufinanzierungsvermittler.

Bleibt persönliche Beratung in der Baufinanzierungsberatung trotz digitaler Möglichkeiten wichtig?

Definitiv. Im Gegensatz zu einigen großen Konkurrenten machen wir ausschließlich persönliche Beratung und fahren auf Wunsch auch zum Kunden. Eine Baufinanzierungsberatung braucht Zeit, denn es ist in vielen Fällen eine der wichtigsten Finanzentscheidungen des Lebens. Entsprechend gut muss die Finanzierung zur jeweiligen Lebensphilosophie des Kunden passen. Und diese findet man nur im persönlichen Gespräch heraus – ob jetzt über Video oder in normalen Zeiten beim Kunden zu Hause oder in einer unserer Filialen. Wir werden nie ein Telefon­berater werden. Wichtig ist auch, den Kunden nach dem Abschluss zu begleiten, sodass zum Beispiel die Auszahlungen an Bauträger oder Haushersteller klappen. Die haben oft strikte Vorgaben. Ansonsten kann es zu ärgerlichen Verzögerungen kommen.

Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 06/2021, Seite 64 f., und in unserem ePaper.

Bild: © Alva Steury – stock.adobe.com

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Ein Interview mit
Ditmar Rompf