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19. Mai 2021
„Es gibt gute Gründe für anleiheartige Investments in Wohnimmobilien“

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„Es gibt gute Gründe für anleiheartige Investments in Wohnimmobilien“

Sind Zinsen von bis zu 6,0% in dem Umfeld nicht ohnehin zu hoch?

Das werden wir häufig gefragt. Die Durchschnittszinsen für Mezzaninekapital liegen laut dem aktuellen FAP Mezzanine Report nach wie vor zwischen 8 und 14%. Spezielle Kreditfonds für institutionelle Investoren planen in der Regel Vermögensmehrungen von 6 bis 8%. Von daher sind 6% für Investoren in diesem Markt durchaus realistisch. Man darf nicht den Fehler machen, Mezzaninekapital für Wohnbauentwicklungen mit den Baufinan­zierungszinsen für das Eigenheim zu vergleichen. Projektfinanzierung funktioniert ganz anders. Und entsprechend anders fallen auch die Zinsen aus.

Die One Group selbst ist seit 2020 Teil des Projektentwicklers Soravia. Welche Rolle spielt das für Sie?

Das ist für uns unglaublich wichtig. Wir sind das konzernintegrierte Investmenthaus, das Finanzierungen bereitstellt. Die Soravia hat dagegen die Entwicklerexpertise sowie die riesige Projekt-Pipeline und benötigt für die Realisierung dieser Vorhaben alternative Finanzierungsmittel. Die rund 3,5 Mrd. Euro große Soravia-Pipeline sorgt also dafür, dass wir immer genug Möglichkeiten haben, die ProReal-Gelder zu investieren. Sie ist das Lebens­elixier der One Group.

Die Pipeline würde vermutlich auch bei einem möglichen Blindpool­verbot helfen. Sehen Sie diesem entsprechend gelassen entgegen?

Nein. Ich bin ein großer Freund des Anlegerschutzes. Als One Group haben wir einige freiwillige Maßnahmen getroffen, insbesondere die Einschaltung einer externen verwahrstellenähnlichen Mittelverwendungskontrolle. Ein pauschales Blindpoolverbot halte ich aber für schwierig. Es wäre zielführend, wenn für Vermögensanlagen analoge Regeln zum KAGB gelten. Hier sind externe Verwahrstellen verpflichtend und Blindpools möglich. Wir können kein voll regulierter AIF sein, da das KAGB unseren Investitionsansatz als alternativer Finanzierer schlichtweg nicht vorsieht. Institutionellen Investoren wird diese Chance allerdings über Spezialfonds eröffnet. Hier sollte der Gesetzgeber die Verbote für Privatanleger überdenken.

 
Ein Interview mit
Malte Thies