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12. Januar 2026
„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

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„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

Bastian Kunkel und sein Team von „Versicherungen mit Kopf“ versuchen, mit witzigen Kurzvideos auf Social Media die „schwere“ Versicherungstür mit Humor zu öffnen und die Menschen so abzuholen. Wie viel Arbeit steckt hinter den locker-leichten Videos? Und wie finden potenzielle Kunden dann den Zugang zu Beratung und Absicherung?

Interview mit Bastian Kunkel, Geschäftsführer der VMK Versicherungs­makler GmbH und Gründer von „Versicherungen mit Kopf
Herr Kunkel, Glückwunsch zum Sieg beim Award Unternehmer-Ass 2025. Sie haben bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Welche Bedeutung hat speziell diese für Sie und was nehmen Sie vom Unternehmer-Ass für sich mit?

Danke! Das Unternehmer-Ass ist für mich ein Qualitätsstempel für unternehmerisches Handwerk: saubere Prozesse, messbare Ergebnisse, klare Führung. Nach dem Gewinn des Jungmakler Awards 2017 definitiv für mich die schönste und wertvollste Auszeichnung. Er zeigt, dass konsequente Digitalisierung und Kundenfokus keine Gegensätze sind. Aus unserer Beratungspraxis bei Versicherungen mit Kopf wissen wir, dass Menschen schnelle, transparente Entscheidungen wollen. Genau dafür haben wir Workflows gebaut: vom Online-Termin über die Online-Beratung bis zur rechtssicheren Dokumentation – alles digital, alles nachvollziehbar. Mitnehmen tue ich vor allem Demut vor dem Team und Rückenwind für unsere Strategie: Content als Motor, Daten als Navi, Prozesse als Getriebe.

Unterstützen solche Auszeichnungen auch dabei, das Bild vom Makler in der Gesellschaft zu verbessern?

Ja, wenn man die Bühne nutzt, um Substanz zu zeigen. Wir verbinden Awards mit Aufklärung: Wie arbeiten moderne Makler? Offen, unabhängig, datenbasiert. Wir veröffentlichen unsere Beratungswege transparent auf unserer Website, er­klären eventuelle Interessenkonflikte und wie wir sie reduzieren, und nehmen Qualitätssicherung sehr ernst. Sichtbarkeit plus Transparenz baut Vertrauen. Social Media hilft hier dann, um zu skalieren – aber das ist nur nachhaltig, wenn dahinter auch echte Leistung für den Kunden steht.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Drei Säulen: Klartext-Content, Prozessdisziplin, People first.

  • Content: Wir holen Menschen über Social Media ab: kurze Videos für den Einstieg auf TikTok und Instagram und YouTube/Blog für Tiefe. Humor öffnet hier dann auch oft die „schwere“ Versicherungstür, Fachlichkeit macht den Abschluss.
  • Prozesse: standardisierte, automatisierte Journeys – von Lead-Gewinnung über Beratungspipelines bis langfristige Vertragsbetreuung. Für jede Situation gibt es mittlerweile klare, meist digitale Abläufe.
  • People: Beratung bleibt Menschengeschäft. Menschen vertrauen Menschen, Feedback-Kultur und Tools, die die Berater entlasten statt ersetzen. Ergebnis: gleichbleibende Qualität, auch bei Wachstum.
Und was ist Ihr Geschäftsmodell bzw. welche Strategie verfolgen Sie?

Wir sind von einem Versicherer unabhängig agierende Makler mit Content-first-Strategie – und mittlerweile auch AI-first-Strategie. Unsere Social-Media-Reichweite erzeugt Nachfrage, die wir je nach Sparte über ein digitales Onboarding qualifizieren. Die Beratung erfolgt immer via Video-Call. Wir setzen auf wiederkehrende Betreuung, nicht auf Einmalverkauf. Wirtschaftlich heißt das: Fokus auf Lifetime-Value, nicht auf „heute noch schnell einen Abschluss“. Unsere Datenbasis steuert Kapazitäten, priorisiert Anfragen und sorgt dafür, dass die passende Expertise auf die passende Kundenanfrage trifft.

Welche Rolle spielen für Sie Humor und Entertainment in der Kundenansprache?

Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen. Gerade auf TikTok & Co. senkt er die Hürde, sich mit BU-Klauseln oder PKV-Leistungsumfängen zu beschäftigen. Ein eher witziges, gestelltes Gespräch zwischen Versicherer und Kunde, kombiniert mit Versicherungswissen, kommt meist sehr gut an. Aber: Entertainment ohne Verantwortung ist gefährlich. Wir prüfen jedes Skript fachlich, denn hier darf man keine Kompromisse machen.

Einfach ist es nicht, ernste Themen mit Witz rüberzubringen. Wie viel Arbeit steckt hinter Ihren Videos?

„Locker“ wirkt es immer nur dann, wenn alles präzise vorbereitet wurde. Pro Video: Recherche der Rechtsgrundlagen/AVB, Praxisbeispiele, Script mit Problem, dann Einordnung, Konsequenz und Handlungsempfehlung. Und: Dreh, Schnitt, Qualitätskontrolle. Wir testen Thumbnails/Hooks, messen Watchtime, Kommentare, Saves. Aber wir optimieren nie gegen Richtigkeit. Interne Regel: „Würde ich das so meiner Familie empfehlen?“ Wenn nein: zurück auf Start. So bleibt’s unterhaltsam und substanziell. In anderen Worten: Ja, es ist sehr viel Arbeit!

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