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12. Januar 2026
„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

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„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

„Humor ist ein Eisbrecher, kein Ersatz für echtes Versicherungswissen“

Wo stehen Social Media, KI und Automatisierung bei VMK konkret?

Bei Social Media denken wir wie Publisher: Redaktionsplan, serielle Formate, Community-Management – mit dem klaren Ziel ein gewisses „Vorab­vertrauen“ zu schaffen.

KI nutzen wir intern als Copilot: Vorbereiten von Kunden-E-Mails, Impulsgeber für Videothemen, Tonalitätsfeinschliff bei Texten. Aber auch fachliche Unterstützung durch KI, z. B. durch das Tool muffinGPT, das die 34d-Prüfung mit 98% bestanden hat. Zudem haben wir viele eigene GPTs gebaut, welche jeweils für einzelne Prozesse genutzt werden und uns schon heute insgesamt unglaublich viel Zeit sparen.

Automatisierung: ereignisgesteuerte Workflows, z. B. über Pipelines, mit dann automatisierten E-Mails, modernes CRM mit Überblick über alle Kundenanfragen, Sales und noch offene Sales (Forecast). Wir möchten alles für uns sichtbar machen, was Daten und Prozesse angeht. Denn nur so können wir noch effizienter und besser werden und unseren Beratern noch mal mehr Zeit verschaffen für das, was wirklich wichtig ist: die Beratung des Kunden.

Wie sollten sich Makler heute aufstellen, um zukunftsfest zu sein?

Zukunftsfeste Makler denken klar, digital, mutig und menschlich – mit End-to-End-Prozessen, die die Kunden vollumfänglich abholen. Aus unserer Beratungspraxis wissen wir, dass Transparenz bei Beratungsabläufen, Produktempfehlung und Qualitätssicherung Vertrauen schafft, während Automatisierung Routine abnimmt und Raum für echte Beratung lässt.

No-Gos sehe ich heute vor allem bei KI, Social Media und der Zukunftsorientierung: KI darf kein Selbstzweck und keine Blackbox sein. Ungeprüfte KI-Empfehlungen, fehlende Qualitätskontrollen und keine klare Verantwortlichkeit sind gefährlich – Technik ist Copilot, nicht Pilot. Sich vor KI zu verschließen, wäre aber der größte Fehler überhaupt. Auf Social Media killt „Reichweite um jeden Preis“ die Glaub­würdigkeit: Clickbait ohne Substanz, gekaufte Follower, keine Community-Pflege und totale Abhängigkeit von z. B. gekauften Leads sind Brand-Risiken. Zukunftsblind ist, wer Datenkompetenz und Prozessmodernisierung aufschiebt, weiterhin auf Legacy-Tools setzt, keine Nachfolge- und Talentstrategie hat und Innovation nur „testet“, aber nie in die Fläche bringt. Kurz: Wer KI verantwortungsvoll einbettet, Social Media als Community-Arbeit begreift und konsequent in Menschen, Daten und Prozesse investiert, bleibt relevant. Für alle anderen wird es vermutlich immer schwerer werden.

Können Sie die Vertriebsstimmung zum Jahresende beschreiben? Wie entwickelt sich das Neu­geschäft um den Jahreswechsel?

Q4 ist für uns „Hochauslastungsquartal“: BU vor Jahresende, PKV-Abschluss noch 2025, AV-Fein­tuning. Die Stimmung ist fokussiert dank klarer Kapazitätsplanung. Unsere Automationen spielen Erinnerungen, digitale Unterlagen und Termin-Slots aus, damit die Berater Zeit für die echten Gespräche haben. Wie vermutlich für viele andere Kollegen und Kolleginnen auch ist das Neugeschäft bei uns gegen Ende des Jahres neben dem Jahresanfang am stärksten.

Wie bewerten Sie das Konsolidierungsgeschehen im Maklermarkt? Was bedeutet das für die Zukunft eigenständiger Häuser?

Ökonomisch oft logisch, kulturell aber nicht immer passend. Wer austauschbar ist, wird Teil einer Bilanz. Wer Marke, Community, Spezialisierung und belastbare Prozesse hat, bleibt unabhängig – und attraktiv ohne Verkauf. Für einige ist der Exit sinnvoll, gerade bei Nachfolge. Unser Weg: eigenständig bleiben, solange Kundennutzen, Datenhoheit und Kultur geschützt sind. Skalierung kommt bei uns über digitale Effizienz, Ausbau der eigenen Marke und Reichweite, aber – zumindest aktuell – nicht über Ankäufe.

Was wird die größte Herausforderung für Makler in den nächsten Jahren sein?

Drei Baustellen: Erstens: Regulatorik und Dokumentation in der Praxis effizient umsetzen können, auch als kleinerer Betrieb. Sonst geht hier einfach viel zu viel Zeit drauf. Zweitens: Talente gewinnen und halten: Wir haben bei uns 0% Fluktuation beim Beraterteam. Das kommt nicht von ungefähr und hier sollte man sich klarmachen, dass gute Berater, die die eigene Kultur nicht nur mittragen, sondern auch leben, einfach unersetzbar sind. Drittens: Serviceerwartungen erfüllen, die Amazon und Co. setzen: schnell, transparent, proaktiv. Wer das mit Automatisierung, Datenintelligenz und echter Kommunikation verbindet, hat Rückenwind – alle anderen geraten ins Hintertreffen.

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