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7. Oktober 2026
„Pflegezusatz muss raus aus dem Nischendasein in der Beratung“

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„Pflegezusatz muss raus aus dem Nischendasein in der Beratung“

„Pflegezusatz muss raus aus dem Nischendasein in der Beratung“

Viele Menschen kennen das finanzielle Risiko einer Pflegebedürftigkeit, doch nur wenige sorgen privat vor. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Lebensversicherers Swiss Life. Im Interview erklärt Vorstand Stefan Holzer, warum die Pflegezusatzversicherung stärker in die Beratung gehört und welches Potenzial er in der Pflegerente sieht.

Interview mit Stefan Holzer, Mitglied des Vorstands von Swiss Life Deutschland und Leiter Market Management Versicherung
Herr Holzer, Swiss Life hat die Deutschen zum Thema Pflegebedürftigkeit befragt. Was hat Sie an den Ergebnissen besonders überrascht?

Vor allem die sehr realistische Einschätzung der Pflegekosten. Viele Menschen wissen offenbar durchaus, welche finanziellen Belastungen im Pflegefall auf sie zukommen können. Gleichzeitig zeigt sich aber ein Widerspruch: Das Risiko ist bekannt, dennoch wird relativ wenig dagegen unternommen. Das hat unsere Einschätzung eher bestätigt. Viele beschäftigen sich erst intensiver mit dem Thema, wenn sie im persönlichen Umfeld selbst einen Pflegefall erleben.

Warum führt dieses Risikobewusstsein so selten zu konkreter Vorsorge?

Pflege ist ein Thema, mit dem man sich ungern beschäftigt und das man gerade in jüngeren Jahren weit von sich wegschiebt. Hinzu kommt der notwendige Konsumverzicht. Wenn Menschen Geld für Vorsorge zurücklegen, denken sie häufig zunächst an die Altersvorsorge. Die Pflegezusatzversicherung wurde dagegen lange eher als teures Zusatz- oder sogar Luxusprodukt wahrgenommen. Das ändert sich langsam, aber das Thema hat weiterhin Nachholbedarf.

Die Studie zeigt: 67% fühlen sich für den Fall der Pflegebedürftigkeit finanziell schlecht oder sehr schlecht abgesichert. Trotzdem besitzen nur 9% eine private Pflegezusatzversicherung. Warum ist Pflegezusatz in der Beratung noch immer kaum relevant?

Es ist vor allem ein Aufklärungsthema. Die Menschen wachen morgens nicht auf und sagen: „Heute gönne ich mir eine Pflegeversicherung.“ Deshalb kommt den Vermittlerinnen und Vermittlern eine wichtige Rolle zu. Pflege muss raus aus dem Nischendasein und viel früher in den Beratungsansatz integriert werden. Es sollte nicht erst heißen: Jetzt ist der Kunde älter geworden, nun sprechen wir irgendwann auch einmal über Pflege. Das Thema gehört für mich ganz vorne in die Beratung.