Lassen Sie uns näher auf Ihre Kunden aus dem Bereich erneuerbare Energien eingehen. Welchen besonderen Absicherungsbedarf haben diese Unternehmen?
Die Projekte sind meist durch hohe Investitionsvolumina und einen großen Fremdkapitalanteil geprägt. Finanzierende Banken stellen deshalb klare Anforderungen an die Absicherung von Reparaturkosten und daraus entstehenden Ertragsausfällen.
Bei Windenergieanlagen stehen im Zusammenspiel mit Vollwartungsverträgen insbesondere Maschinenbruch- und Ertragsausfallversicherungen im Mittelpunkt. Hinzu kommen Haftpflichtversicherungslösungen mit weitreichenden Umweltdeckungen. Sie erfassen die gesetzliche Haftpflicht für Personen- und Sachschäden während Bau und Betrieb. Je nach Projekt können D&O-, Rechtsschutz-, Bürgschafts- oder Montageversicherungen hinzukommen.
Sie setzen auf eigene Deckungskonzepte. In welchen Branchen oder Bereichen – abgesehen von den eben angesprochenen Betreibern Erneuerbarer-Energien-Technologien – reichen klassische Standardprodukte aus Ihrer Sicht heute nicht mehr aus?
Standardprodukte decken grundsätzlich einen großen Teil des üblichen Bedarfs ab. Grenzen sind dort, wo Geschäftsmodelle, Technologien oder vertragliche Verpflichtungen vom Normalfall abweichen. Deshalb prüfen wir fortlaufend, ob Erweiterungen erforderlich sind oder über spezialisierte Partner vereinbart werden sollten. Das betrifft grundsätzlich jede Branche. Besonders wichtig ist die laufende Risikoanalyse jedoch bei technisch-kaufmännischen Betriebsführern und bei Unternehmen, die neue Technologien einsetzen. Dort können sich Risikoprofile schnell verändern. Entscheidend ist daher weniger die Frage nach Standard- oder Speziallösung, sondern ob der konkrete Versicherungsschutz zur tatsächlichen Tätigkeit und zu möglichen Schadensfolgen passt.
Viele Unternehmen stehen unter Kostendruck. Wie lässt sich vermitteln, dass der passende Versicherungsschutz wichtiger Bestandteil eines umfassenden Risikomanagements ist?
Am besten gelingt das über eine offene Auseinandersetzung mit dem Geschäftsmodell. Gemeinsam mit dem Kunden sollten die wesentlichen Risiken, realistische Schadenszenarien und mögliche Schadenhöhen betrachtet werden. Dann wird sichtbar, welche Folgen ein Ereignis für Liquidität, Lieferfähigkeit, Finanzierung oder Fortbestand haben kann. Versicherungsschutz ist dabei ein Baustein des Risikomanagements und ersetzt weder Prävention noch Notfallplanung. Die Entscheidung über Umfang und Prioritäten liegt selbstverständlich beim Kunden. Unsere Aufgabe besteht darin, die Auswirkungen verschiedener Entscheidungen transparent zu machen und eine belastbare Grundlage zu schaffen. Dass viele Kunden unseren Empfehlungen folgen, ist auch Ergebnis einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit.
Seite 1 „Wunsch der Inhaber nach Absicherung ist gewachsen“
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Seite 3 Immer wieder stehen Versicherer in Sachen Schadenmanagement in der Kritik. Wie sind Ihre Erfahrungen aus der täglichen Praxis im Hinblick auf Ihre Firmenkunden?
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