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28. September 2026
Allianz Sach-Maklervorständin über KI und die Zukunft des Vertriebs

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Allianz Sach-Maklervorständin über KI und die Zukunft des Vertriebs

Allianz Sach-Maklervorständin über KI und die Zukunft des Vertriebs

Wo schafft KI heute schon einen konkreten Mehrwert für Makler – und wo stößt sie aus Ihrer Sicht an Grenzen?

Für mich liegt der größte Mehrwert der KI derzeit darin, administrative Aufgaben zu reduzieren. Mein Ziel ist, dass Maklerbetreuer mehr Zeit für den persönlichen Austausch mit Maklern haben. Mensch und KI sollen sich für mich ergänzen. Es ist kein Entweder-oder.

KI kann Informationen sehr schnell aufbereiten und Prozesse beschleunigen. Aber Versicherungen sind erklärungsbedürftig. Es braucht weiterhin die Transferleistung zwischen den individuellen Bedürfnissen eines Kunden und dem passenden Versicherungsschutz. Deshalb braucht es erfahrene Berater, die Ergebnisse einordnen und bewerten können.

Hinzu kommt der Faktor Vertrauen. Versicherungen basieren auf Vertrauen. Deshalb sollte der Mensch auch künftig die Entscheidung treffen. KI wird uns dabei immer besser unterstützen, aber die finale Verantwortung bei Entscheidungen sollte beim Menschen bleiben.

Wie wird sich die Rolle des Versicherungsmaklers durch KI und Digitalisierung in den kommenden Jahren verändern?

Ich bin fest davon überzeugt, dass der Maklervertrieb eine Zukunft hat – auch wenn sich die Rolle des Maklers verändern wird. Denn die Erwartungen der Kunden haben sich verändert. Heute möchten sie möglichst schnell eine Antwort und eine Lösung. Deshalb müssen sowohl Makler als auch Versicherer intensiv an ihren Prozessen arbeiten. Die Investitionen in IT sind heute deutlich höher als noch vor zehn Jahren, und auch der Fokus auf schlanke Prozesse ist größer geworden.

Gleichzeitig sehe ich, dass gerade jüngere Makler den Beruf anders gestalten möchten. Sie sind offener dafür, administrative Aufgaben technisch zu lösen und mehr Zeit beim Kunden zu verbringen. Außerdem setzen sie verstärkt auf Schadenprävention. Es geht nicht mehr nur um den Verkauf einer Versicherung oder die Betreuung im Schadenfall, sondern darum, Unternehmen und Privatkunden besser zu verstehen und gemeinsam zu überlegen, wie Schäden möglichst vermieden werden können. Das ist eine Entwicklung, die ich ausdrücklich begrüße.

Prävention wird in der Versicherungsbranche immer wichtiger. Welche neuen Beratungsansätze ergeben sich daraus für Makler und wie können Versicherer sie dabei unterstützen?

Schadenprävention ist unglaublich wichtig, denn ein zentrales Anliegen ist für mich die Bezahlbarkeit von Versicherungen. Wenn die alltäglichen Kosten für Kunden steigen, müssen wir gemeinsam Wege finden, im Versicherungsbereich gegenzusteuern. Schadenprävention kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Wir verfügen über Erfahrungen aus Millionen von Schadenfällen und können daraus häufig ableiten, welche Maßnahmen geholfen hätten, einen Schaden zu vermeiden. Diese Erkenntnisse teilen wir mit unseren Maklern, teilweise auch branchenspezifisch. So erhalten sie zusätzliche Beratungsansätze, um ihre Kunden für Risiken zu sensibilisieren und Schäden möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn das ist letztlich das, was sich jeder Kunde wünscht.

Wie unterstützt die Allianz ihre Vertriebspartner dabei, die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz künftig noch besser zu nutzen?

Jedes Maklerhaus kennt seine eigenen Prozesse am besten und muss selbst entscheiden, wie sie optimiert werden können. Wir schauen gleichzeitig sehr genau darauf, wie wir Maklern die Zusammenarbeit mit der Allianz erleichtern können. KI bietet beispielsweise die Möglichkeit, Informationen zu Produkten schneller und rund um die Uhr bereitzustellen, sodass nicht für jede Frage eine E-Mail oder ein Telefonat notwendig ist.

Die eigentliche Herausforderung liegt aber darin, die Systeme von Maklern und Versicherern künftig besser miteinander zu verknüpfen. Deshalb beschäftigen wir uns bereits heute mit einem technischen Pilotprojekt, bei dem ein KI-Agent eines Maklerhauses mit einem KI-Agenten der Allianz kommuniziert. Dabei geht es zunächst ausschließlich darum, technische Abläufe zu testen – noch ohne echte Kundendaten. Entscheidend ist, dass Datensicherheit und Datenschutz jederzeit gewährleistet sind. Das hat für uns oberste Priorität und wird auch darüber entscheiden, wie schnell sich solche Lösungen künftig in der Praxis umsetzen lassen.

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