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18. September 2026
Arbeitsrechtsschutz: Höhere Fallzahlen durch Wirtschaftslage
Arbeitsrechtsschutz: Wirtschaftslage sorgt für höhere Fallzahlen

Arbeitsrechtsschutz: Höhere Fallzahlen durch Wirtschaftslage

Die schwächelnde Wirtschaftssituation in Deutschland mit immer mehr Unternehmensinsolvenzen lässt die Zahl von Rechtsstreits rund um den Job ansteigen. Laut einer aktuellen Statistik des GDV nehmen Beschäftigte den Arbeitsrechtsschutz dieses Jahr deutlich häufiger in Anspruch als in den Vorjahren.

Die Wirtschaft hierzulande schwächelt. Zwischen 2019 und 2025 wuchs die Wirtschaftsleistung insgesamt um weniger als 1%. Zugleich bleibt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen über dem Vorjahresniveau. Von Januar bis Juni 2026 zählte das Statistische Bundesamt 12.812 Unternehmensinsolvenzen, das sind 6,7% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die schwächelnde Wirtschaft sorgt offenbar auch für mehr Fälle von rechtlichen Auseinandersetzungen im Arbeitsbereich. Dies zeigt eine aktuelle Statistik des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Im zweiten Quartal 2026 entfielen bereits 15,3% aller Schäden in der Rechtsschutzversicherung auf Streitigkeiten rund um das Arbeitsverhältnis. Ein Jahr zuvor waren es 14,6% und 2024 noch 14,2%“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Mehr Schadenzahlungen entfallen auf Arbeitsrechtsschutz

Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den Leistungen zu beobachten. Von Januar bis Juni 2026 waren 38,6% aller Schadenzahlungen der Rechtsschutzversicherer dem Arbeitsrechtsschutz zuzuordnen. 2025 waren es nach dem zweiten Quartal 36,8% und 2024 sogar nur 33,9%.

„Wenn Unternehmen Stellen abbauen oder umstrukturieren, nehmen auch die Konflikte am und um den Arbeitsplatz zu. Für Beschäftigte kann es dann schnell um die eigene wirtschaftliche Existenz gehen“, so Asmussen. Der Arbeitsrechtsschutz gewinne deshalb gerade in einer Phase schwacher Konjunktur zunehmend an Bedeutung.

Rechtsschutzversicherer passen Bewertung der Situation an

Vor diesem Hintergrund hätten auch die Rechtsschutzversicherer ihre Lagebewertung angepasst, wie es vom GDV weiter heißt. So hätten fast alle befragten Unternehmen im ersten Quartal 2026 von einer ungünstigeren Schadenentwicklung als im Vorjahr berichtet. Zugleich wächst die Nachfrage nach Rechtsschutz weiter. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der GDV für die Rechtsschutzversicherung mit einem Beitragswachstum von 4,5%. (tik)

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