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9. Juni 2021
Das Leiden der deutschen Sparer setzt sich fort
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Das Leiden der deutschen Sparer setzt sich fort

Die Deutschen verbrennen beim Sparen weiter viel Geld. In den letzten zehn Jahren haben sie insgesamt 216,6 Mrd. Euro an Kaufkraft verloren. Und ein Ende ist nicht in Sicht. 2021 droht ein weiterer Kaufkraftverlust von mehr als 45 Mrd. Euro.

Seit Januar 2011 erzielten deutsche Verbraucher nominal 86,8 Mrd. Euro Sparzinsen auf ihre Einlagen bei Banken. Was nach viel klingt, ist real ein massiver Wertverlust. Nach Abzug der Inflation steht im gleichen Zeitfenster ein Kaufkraftverlust von 216,6 Mrd. Euro zu Buche. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Finanzportals Tagesgeldvergleich.net hervor.

Zinsen gleichen Inflation nicht annähernd aus

Ein Ende dieses Dilemmas ist nicht in Sicht. Allein für das Jahr 2021 prognostiziert Daniel Franke, Betreiber des Finanzportals Tagesgeldvergleich.net, einen Kaufkraftverlust von ca. 45,4 Mrd. Euro. „Basierend auf unseren Hochrechnungen, werden die Deutschen in diesem Jahr nominal nur rund 1,52 Mrd. Euro an Zinsen auf Spareinlagen erhalten. Das reicht nicht aus, um die Verluste durch die Inflation auszugleichen“, resümiert Franke. Dabei dürfte auch die anziehende Inflation eine Rolle spielen, die im Mai mit 2,5% auf den höchsten Stand seit 2011 geklettert ist.

Anstieg der Spareinlagen verlangsamt sich

An mangelndem Sparen liegt der Kaufkraftverlust nicht. Trotz der Niedrigzinsen legen deutsche Sparer weiterhin viel Geld auf die hohe Kante. Insgesamt stieg das Volumen der Spareinlagen im April 2021 auf einen Rekordwert von 2,59 Bio. Euro. Das sind rund 21 Milliarden Euro bzw. 0,82% mehr als im Vormonat und bereits ein Plus von 60 Mrd. Euro bzw. 2,4% seit Jahresbeginn. Allerdings hat sich das Wachstum der Spareinlagen in Deutschland erstmals seit Beginn der Coronakrise etwas verlangsamt. Im April 2021 kletterte das Volumen der Spareinlagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,45%, nachdem es im März mit 7,84% den Rekordzuwachs aus der Finanzkrise übertroffen hatte. Der vorherige Maximalwert stammte mit 7,66% aus dem November 2008. (mh)

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