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18. August 2026
GDV-Chef Asmussen über Altersvorsorge, Prioritäten und Wert der Beratung

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GDV-Chef Asmussen über Altersvorsorge, Prioritäten und den Wert der Beratung

GDV-Chef Asmussen über Altersvorsorge, Prioritäten und Wert der Beratung

Es gibt Zweifel daran, dass das staatliche Standardprodukt in der privaten geförderten Altersvorsorge wie geplant Anfang 2027 starten kann. Was ist Ihre Einschätzung dazu?

Bis heute gibt es keinen Verordnungsvorschlag des Bundesfinanzministeriums, der regelt, wie dieses staatliche Standardprodukt konkret aussehen soll oder wer es umsetzen wird. Deshalb habe ich erhebliche Zweifel, dass ein Start zum 1. Januar 2027 gelingt.

Sollte sich der Start verzögern, wäre ich darüber nicht besonders traurig. Ich gehe davon aus, dass die deutliche Mehrheit unserer Mitgliedsunternehmen ihre Produkte rechtzeitig anbieten kann. Dann können auch die Vertriebe konkret loslegen.

Kommen wir zur Rentenreform. Sie plädieren seit Jahren für mehr Kapitaldeckung in der Altersvorsorge, sehen den zunehmenden staatlichen Einfluss jedoch kritisch. Warum?

Mehr Kapitaldeckung ist richtig – gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Deutschland hat im internationalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Anteil kapitalgedeckter Altersvorsorge. Nach OECD-Daten liegen wir auf dem drittletzten Platz und bei unter 15%. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum der staatliche Anteil kontinuierlich ausgeweitet wird. Wir haben künftig ein staatliches Standardprodukt in der dritten Säule, gleichzeitig soll es Kapitaldeckung in der ersten Säule geben.

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller gewesen, die bestehenden Strukturen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge zu stärken. Dort verfügen wir bereits über Produktkompetenz, Regulierung, Beratung und die notwendige technische Infrastruktur. Mehr Kapitaldeckung ist ohne jeden Zweifel richtig – ich glaube aber, dass man dafür die zweite und dritte Säule hätte stärken sollen.

Die betriebliche Altersversorgung gilt weiterhin als Markt mit großem Potenzial, und das soll auch laut den Vorschlägen der Rentenkommission künftig besser ausgeschöpft werden. Hatten Sie auf ein Obligatorium gehofft?

Nein. Die Probleme der betrieblichen Altersversorgung sind seit vielen Jahren dieselben. Eine hohe Verbreitung haben wir vor allem in großen Industrieunternehmen. In kleinen und mittleren Unternehmen sieht das anders aus. Gerade Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten erreichen wir bislang nur unzureichend.

Deshalb haben wir uns immer für mehr Verbindlichkeit auf betrieblicher Ebene ausgesprochen – allerdings mit einem Opt-out-Modell und einfachen, standardisierten Angeboten. Ich glaube, dass sich die Verbreitung auf diesem Weg deutlich erhöhen ließe. Die Rentenkommission hat dieses Thema nun an die Sozialpartner verwiesen. Wir werden unseren Vorschlag für ein Basisprodukt in diesen Dialog einbringen. Die betriebliche Altersversorgung bleibt aus meiner Sicht eine große Chance – sowohl für die Beschäftigten als auch für die Versicherungswirtschaft. Entscheidend wird sein, sie gerade in kleineren Unternehmen und im Dienstleistungssektor stärker zu verbreiten und gleichzeitig verständlicher zu machen.

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Porträtfoto: © GDV

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