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2. November 2026
InsurTechs: Vom Angreifer zum Partner

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InsurTechs: Vom Angreifer zum Partner

InsurTechs: Vom Angreifer zum Partner

Einige InsurTechs haben ihre Versicherungslizenz an die BaFin zurückgegeben. Bedeutet das einen Rückschritt zum reinen Technologiezulieferer oder geht es um strategische Neuausrichtung?

Das Wort „rein“ beim Technologiezulieferer würde ich hinterfragen. Wer die technologische Grundlage für Bestandsführung, Vertragsverwaltung und Schadenbearbeitung liefert, übernimmt eine zentrale Aufgabe. Wer dann noch zusätzliche Dienstleistungen in Betrieb und Schaden bis hin zur Vertriebsanbindung anbietet, bildet einen Großteil der Wertschöpfungskette eines modernen Versicherers ab. Die Risikotragung ist dann ein aktuarielles Thema, dem eine passende Bilanz gegenübersteht.

Eine eigene Lizenz ist dann sinnvoll, wenn das Tragen von Versicherungsrisiken zum Geschäftsmodell passt und wirtschaftlich überzeugt. Ergibt sich die größere Chance in der Technologie, muss man diesen Schritt prüfen. Natürlich kann hinter einer Lizenzrückgabe auch wirtschaftlicher Druck stehen. Man sollte deshalb genau hinschauen, statt jede Entscheidung pauschal als Erfolg oder Niederlage zu bewerten. Unternehmerisch zählt, ob daraus ein tragfähiges Geschäft entsteht.

Zum Stichwort Neuausrichtung: Wie betrachten Sie im Rückblick die Entwicklung von Neodigital?

Wir haben unsere Plattform im eigenen Versicherungsgeschäft aufgebaut und unter realen Bedingungen betrieben. Das bedeutet: echte Kunden, echte Verträge und echte Schäden. Diese Erfahrung prägt unsere Technologie.

Mit der angekündigten Ausrichtung auf Insurance-as-a-Service und der Partnerschaft mit weiteren Mandanten wie unter anderen mit Adam Riese konzentrieren wir uns stärker darauf, diese Infrastruktur anderen Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen. Die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Neodigital Autoversicherung die nun zur HUK-Coburg gehört und der VGH oder der SDK (heute die SÜD) zeigt unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.

Im Rückblick würde ich sicher nicht behaupten, dass jeder Schritt genauso geplant war. Wir haben Erfahrungen gesammelt und Konsequenzen gezogen. Genau das erwarte ich von einer Unternehmensführung. Flexibilität.

Was sind die nächsten strategischen Ziele und wie sehen Sie Neodigital im Wettbewerb aufgestellt?

Wir wollen das Plattformgeschäft ausbauen, weitere Partner gewinnen und die Einführung neuer Produkte sowie die Verwaltung von Beständen effizienter machen. Für unsere Partner muss sich das konkret auszahlen: durch kürzere Umsetzungszeiten, deutlich weniger manuelle Arbeit und verlässlichen Betrieb auf einem Kostenmodell das marktführend ist.

Unsere Stärke sehe ich in der Verbindung von Versicherungspraxis, regulatorischen Know-How und selbst entwickelter KI-basierter Technologie. Wir kennen die Abläufe aus dem eigenen Geschäft. Diesen Vorteil müssen wir bei jedem Kunden erneut beweisen. Die Bezeichnung „InsurTech“ gewinnt jedenfalls keine Ausschreibung und ist auch ein Stück weit überholt.

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Seite 3 Wie sehen Sie die neue Rolle von InsurTechs – gerade auch mit Blick auf den Maklermarkt? Einige neue Player wollten den herkömmlichen Vermittler ersetzen.