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18. Mai 2026
Makler:innen werden zur Brückentechnologie

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Makler:innen werden zur Brückentechnologie

Makler:innen werden zur Brückentechnologie

Der aktuelle Kurs der Digitalisierung im Makler:innenmarkt lagert immer mehr Daten und Prozesse in Plattformen aus. Damit einher geht auch ein Verlust der unternehmerischen Freiheit, und eine Frage stellt sich: Wer hat eigentlich das Ruder in der Hand? Ein Kommentar

Ein Artikel von Christopher Kluwe, Geschäftsführer der aruna GmbH

Am Anfang war die Papierakte. Sie war unhandlich, teilweise unleserlich und ohne (Daten-)Sicherung. Es folgten erste Verwaltungsprogramme, die die Prozesse im eigenen Bestand beschleunigten, aber auch von dem/der Unternehmer:in mehr verlangten. Aktualisierungen der Software, Datensicherungen und den Betrieb von Hardware galt es nun sicherzustellen.

Daten

Die zunehmende Verbreitung des Internets erlaubte dann den nächsten technischen Sprung: webbasierte Verwaltungsprogramme. Diese reduzieren alle IT-Aufwendungen auf das Bereitstellen eines Browsers. In einem ersten Schritt wurden so die Themen Datenhaltung und -sicherung als Dienstleistung mit ausgelagert – eine enorme Erleichterung, wenn auch mit dem Wermutstropfen, den eigenen Datenbestand nicht mehr „unter dem Schreibtisch“ zu haben.

Prozesse

In der nächsten Stufe wird das Verwaltungsprogramm zur Plattform weiterentwickelt – Pools, Verbünde und große Systemhäuser verzahnen externe Programme in die eigene Systemwelt. Alle integrierten Systeme sind einfach nutzbar – nicht angebundene Tools hingegen lassen sich nur umständlich mit den eigenen Daten befüllen. Im Zweifel wird so einer Software der Vorzug gegeben, die nicht gut, sondern nur gut genug ist. Verlässt sich Makler:in auf eine Plattform, geschieht dies zum Preis, nicht mehr alle Prozesse selbst ausgestalten und nicht mehr jede Software frei wählen zu können.

Zeitgleich erhöhen sich die Wechselkosten: Neben der Übertragung des Datenbestandes (der seit jeher aufgrund unterschiedlicher Datenfelder und -formate mit einem Verlust an Datentiefe einhergeht) müssen jetzt auch zahlreiche Prozesse umgestellt werden, denn ein Wechsel der Plattform entspricht einem gleichzeitigen Wechsel vieler eingesetzter Softwaresysteme.

Wissen

Die aktuelle Plattformlandschaft wird aktuell mit künstlicher Intelligenz (KI) angereichert. Technisch ein naheliegender Gedanke, liegen doch Daten und das Wissen um deren Nutzung sowieso seitens der Plattformen vor. Wer dabei allerdings KI nur als neues technisches Werkzeug sieht, verfehlt zwei elementare Unterschiede zu bisherigen Systemen:

1. KI ist kein Werkzeug

Ein Werkzeug (oder auch eine Software) hat einen klar abgegrenzten Handlungsrahmen. Einen Hammer schert es wenig, ob ich mit ihm einen Nagel oder eine Schraube in die Wand schlage oder ein Sparschwein zerstöre. Eine Software kann nur Daten auf eine programmierte Art und Weise verarbeiten. KI hingegen führt nicht nur meine Anweisungen aus. Eine formulierte Aufgabe wird entlang der Dienstleistungskette eingebettet in mehrere Regelkorsette – jedes davon kann die ursprüngliche Aufgabe erweitern, ändern oder auch ganz umkehren.

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Ein Artikel von
Christopher Kluwe