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7. September 2026
Mehr als Vertrieb: Wie Vermittlerinnen die Branche verändern

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Mehr als Vertrieb: Wie Vermittlerinnen die Branche verändern

Mehr als Vertrieb: Wie Vermittlerinnen die Branche verändern

Führung muss nicht immer eine Ein-Personen-Aufgabe sein

Neue Karriere- und Führungsmodelle können gerade bei der Nachfolge in Agenturen oder Maklerbetrieben eine interessante Alternative zur klassischen Einzelübernahme bieten. In einem Leitungs- oder Generationentandem teilen sich zwei Personen Verantwortung und verbinden unterschiedliche Kompetenzen, Erfahrungen und zeitliche Möglichkeiten. Dabei können Aufgaben gemeinsam oder klar arbeitsteilig wahrgenommen werden. So kann beispielsweise eine erfahrene Führungskraft Verantwortung schrittweise übergeben oder zwei Nachwuchskräfte gemeinsam in unternehmerische Verantwortung hineinwachsen. Dadurch entstehen auch Karrierechancen für Menschen, die Führung nicht klassisch in Vollzeit übernehmen können oder wollen. Gerade für Vermittlerinnen kann dies neue Wege in die Unternehmensnachfolge eröffnen: Verantwortung übernehmen, ohne sich zwangsläufig für das klassische Modell der alleinigen Vollzeit-Unternehmerin entscheiden zu müssen.

Erfolgsfaktoren für Tandems

Neben einem guten Matching, eindeutigen Rollen und Entscheidungsbefugnissen ist die Planung des Wissenstransfers wichtig. Gleichzeitig sollte geprüft werden, welche Aufgaben persönliche Präsenz erfordern und wo Digitalisierung oder KI entlasten können.

So wird aus einem neuen Arbeitszeitmodell ein neues Organisationsmodell, das Nachfolge, Personalentwicklung und Digitalisierung miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht damit nicht nur die Frage, wer übernimmt, sondern auch, wie die Organisation künftig arbeiten soll.

Lebensphasenorientierung verändert damit nicht nur Beratung. Sie verändert auch den Vertrieb selbst. Und gerade Vermittlerinnen können dabei eine Schlüsselrolle übernehmen – als Beraterinnen, Führungskräfte, Nachfolgerinnen und Gestalterinnen neuer Organisationsmodelle. Wer Verantwortung übernehmen möchte, sollte nicht nur fragen, welches bestehende Karrieremodell passt – sondern auch einfordern, welche neuen Modelle möglich sind. Gerade angesichts des zunehmenden Nachfolgedrucks könnte diese Verbindung zu einem wichtigen Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Vertriebs werden.

Geförderte Erprobung neuer Nachfolge- und Karrieremodelle

Maklerunternehmen, die ihren Sitz und ihre Arbeitsstätte in Deutschland haben, mindestens zwei Jahre am Markt sind mit maximal 249 Mitarbeitende beschäftigten, haben z. B. die Möglichkeit, neue Organisations-, Arbeits- und Nachfolgemodelle im Rahmen des INQA-Coachings* zu entwickeln und gefördert praktisch zu erproben. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds Plus finanzierte Programm richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen. Förderfähige Unternehmen können 80% der Beratungskosten für bis zu zwölf Coaching-Tage erstattet bekommen; der Coachingprozess kann bis zu sieben Monate umfassen.

Lebensphasenorientierung wird damit vom personalpolitischen Ansatz zu einer konkreten Gestaltungsaufgabe – und möglicherweise zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor für den Versicherungsvertrieb von morgen.

Über die Autorin

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Ute Geishauser ist Versicherungsvertriebswirtin, systemische Beraterin, Business-/ Resilienz-und autorisierter INQA-Coach. Mit ihrem Unternehmen flow im business begleitet sie Versicherer, Makler und Agenturen bei der Entwicklung lebensphasenorientierter Organisations- und Nachfolgemodelle sowie beim Aufbau und der Begleitung von Leitungstandems. Maklerunternehmen und Vermittlerinnen, die prüfen möchten, ob ein Leitungs- oder Nachfolgetandem für ihre Situation geeignet ist und im Rahmen von INQA-Coaching erprobt werden kann, können sich dazu unverbindlich mit ihr austauschen.

*INQA-Coaching ist ein mitarbeiter*innenorientiertes KMU-Beratungsprogramm der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, passgenaue Lösungen für den digitalen Wandel zu finden. Das Programm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Weitere Informationen gibt es auf der INQA-Website.

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Grafik: © Geishauser, mit ChatGPT erstellt; Bild: © Pixabay/ChatGPT

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