Das Pan-Europäische Pensionsprodukt PEPP (Pan-European Personal Pension Product) soll Bürgern Europas einen einfachen, grenzüberschreitenden Zugang zu langfristiger Vorsorge ermöglichen. Das Produkt fand aber kaum Anklang, so gab es nur zwei Angebote auf dem Markt. Die meisten Bürger in der EU kennen es nicht einmal. Daraufhin startete die EU-Kommission einen neuen Versuch und legte im November 2025 einen Vorschlag zur Reform des PEPP vor. Das Europäische Parlament spricht sich nun für Änderungen des Vorschlags der EU-Kommission aus. So hat die Berichterstatterin im federführenden Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON), die französische Abgeordnete Stéphanie Yon-Courtin, am 23.07.2026 einen Berichtsentwurf vorgelegt.
Beratung soll erhalten bleiben, Kostendeckel wegfallen
Nach den Reformplänen der EU-Kommission sollte die Beratungspflicht für das Basis-PEPP faktisch wegfallen und das Produkt auf ein reines Ausführungsgeschäft zurückgeführt werden. Die Vorschläge im Berichtsentwurf für den ECON-Ausschusses sehen nun vor, dass Beratung ein wichtiger Bestandteil des Abschlusses eines Altersvorsorgeprodukts bleiben soll – unabhängig davon, ob es sich um ein Standard- oder ein maßgeschneidertes PEPP handelt. Weiter soll eine starre Kostendeckel von 1% entfallen. Der feste Deckel habe die kommerzielle Tragfähigkeit für Anbieter sowie Vermittler eingeschränkt und die Gewinnung neuer Kunden erschwert, so die Begründung im Bericht laut AfW.
Für den AfW eine „überfällige Korrektur“
Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung bezeichnet die Vorschläge als „überfällige Korrektur“ und sieht im Berichtsentwurf mehrere seiner zentralen Forderungen aufgegriffen. Der AfW hatte über seinen europäischen Dachverband FECIF, in dessen Vorstand er vertreten ist, im Rahmen der Konsultation zur PEPP-Revision Stellung genommen. So hatte der Branchenverband davor gewarnt, ein Altersvorsorgeprodukt für „von sich aus geeignet“ zu erklären und ohne Beratung anzubieten.„Dass das Parlament den beratungsfreien Basis-PEPP stoppt, ist der wichtigste Punkt dieses Entwurfs. Ein Altersvorsorgeprodukt, das man ohne jede Beratung durchwinkt, hätte weder den Verbrauchern genützt noch das Vertrauen geschaffen, das ein solches Produkt für seinen Erfolg braucht“, erklärt Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW und Mitglied des Boards der FECIF.
BVK spricht von „richtiger Richtung“
Auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die Vorschläge der Berichterstatterin Yon-Courtin, die Vorgabe einer ausschließlich unabhängigen und provisionsfreien Beratung sowie die Kostenobergrenze abzuschaffen. „Der Berichtsentwurf des ECON-Ausschusses geht in die richtige Richtung“, betont BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Damit sind wir ein Stückchen näher an der Realität, dass die Verbreitung von PEPP allein auf Honorarbasis, und dazu mit einem starren Kostendeckel nicht von Erfolg gekrönt sein kann.“
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