Was die Verbände dennoch kritisieren
Wie der AfW in einer Pressemitteilung erläutert, sieht der Bericht einen „Digital-First“-Ansatz vor. Die Beratung soll standardmäßig digital erfolgen. Eine Beratung durch Vermittler sei vorgesehen, Kunden müssten diese aber erst aktiv einfordern. Dies monieren sowohl der AfW als auch der BVK. „Für derart weitreichende Entscheidungen, ob man im Alter ausreichend abgesichert ist, sollte es andersherum sein“, unterstreicht BVK-Präsident Heinz. „Zuerst muss eine persönliche Beratung durch Vermittler stehen. Nur wenn der Kunde ausdrücklich darauf verzichtet, könnten Vorsorgende eine digitale Abschlussstrecke durchlaufen.“ Laut AfW werde die persönliche Beratung zur Ausnahme auf Anfrage, der digitale Weg zum Normalfall. „Als AfW sehen wir das genau umgekehrt: Die persönliche Beratung durch einen unabhängigen Vermittler ist keine Sonderleistung, die der Kunde eigens einfordern muss, sondern der eigentliche Qualitätsanker“, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.
EU-Label und „Work PEPP“ soll kommen
Laut EUCON-Berichtsentwurf soll das bisherige Basis-PEPP künftig als „EuroPension Product“ ein EU-Label erhalten. Außerdem soll es ein arbeitgeberfinanziertes „Work PEPP“ mit optionaler automatischer Einbeziehung der Belegschaft sowie eine erleichterte Übertragbarkeit zwischen PEPP-Varianten und nationalen Vorsorgeprodukten.
So geht es weiter
Wie der AfW mitteilt, durchläuft der Berichtsentwurf nun das weitere Ausschussverfahren im EU-Parlament. Die Beratung im ECON-Ausschuss, die Einreichung von Änderungsanträgen und die finale Ausschussabstimmung seien für den Herbst 2026 vorgesehen. Anschließend werde sich das Plenum des Parlaments mit dem Ausschussvotum befassen und dieses wahrscheinlich zur Grundlage des Verhandlungsmandats für die Trilogverhandlungen mit dem Europäischen Rat und der EU-Kommission machen. Wie lange diese Verhandlungen dauern werden, lasse sich nicht abschätzen.
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