Interview mit Stefan Opel, CEO der PrismaLife AG
Herr Opel, Sie stehen seit einigen Monaten an der Spitze der PrismaLife. Wie fällt Ihre erste Zwischenbilanz aus?
Die vergangenen Monate waren sehr intensiv. Ich habe ein Unternehmen kennengelernt, das über eine klare Positionierung verfügt und großes Potenzial für die Zukunft besitzt. PrismaLife ist ein vor 25 Jahren gegründeter, agiler Lebensversicherer mit etwa 75 Beschäftigten. Gemeinsam mit dem Team haben wir uns intensiv mit unserer strategischen Ausrichtung beschäftigt. Dabei hat sich bestätigt, dass wir auf einem sehr guten Fundament aufbauen können.
Wofür steht PrismaLife heute und in naher Zukunft im Markt?
PrismaLife steht für fondsgebundene Vorsorgelösungen und langfristigen Vermögensaufbau. Wir sind seit vielen Jahren überzeugt, dass langfristige Altersvorsorge vor allem über renditeorientierte Kapitalanlage funktioniert. Deshalb haben wir uns bewusst auf fondsgebundene Lösungen konzentriert und nicht den Weg über klassische Garantieprodukte gewählt. Gleichzeitig setzen wir auch auf Nettopolicen, weil sie für Transparenz sorgen und eine unabhängige, hochwertige Beratung in den Mittelpunkt stellen. Dieses Profil wollen wir konsequent weiterführen.
Wie ist PrismaLife im Vertrieb positioniert?
Unser Vertrieb erfolgt ausschließlich über unabhängige Vermittler. Und die Kundschaft von PrismaLife zeichnet sich durch einen durchschnittlichen monatlichen Beitrag von ca. 140 Euro aus, was in etwa dem Marktschnitt entspricht. Unsere Vorsorgelösungen bieten eine hohe Flexibilität, etwa durch die Beimischung von physischem Gold, Silber oder Investments in Schweizer Franken. Das ist besonders für Kundinnen und Kunden attraktiv, die gegenüber Kapitalanlagen in Euro eher skeptisch sind. Außerdem bieten wir in unseren fondsgebundenen Versicherungen kostengünstige ETFs an, und bei gemanagten Fonds gehen die Kickbacks der Fondsgesellschaften zu 100% an die Kunden.
Zum Jahresstart 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Police in der geförderten privaten Altersvorsorge ab. Wie reagiert PrismaLife darauf?
Wir entwickeln derzeit ein eigenes Altersvorsorgedepot. Wir steigen damit in den Markt der geförderten privaten Altersvorsorge ein.
Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?
Mit der geplanten Reform entsteht ein neuer Markt. Für uns eröffnet sich damit erstmals die Möglichkeit, unsere Überzeugung auch im Bereich der staatlich geförderten Altersvorsorge umzusetzen. Bei Riester waren 100% Beitragsgarantie notwendig zum Erhalt der Förderung. Das entsprach nie unserer Philosophie, denn eine 100% Garantie vernichtet nicht nur Rendite, sondern kann auch dazu führen, dass nicht einmal die Inflation ausgeglichen wird. Real kann man also Geld verlieren. Das Altersvorsorgedepot bietet nun die Chance, langfristigen Vermögensaufbau ohne Garantievorgaben umzusetzen. Deshalb passt ein garantiefreies Altersvorsorgedepot sehr gut zu unserer DNA.
Warum ist der Einstieg für PrismaLife strategisch so wichtig?
Unsere Vertriebspartner werden künftig Lösungen für die neue geförderte Altersvorsorge nachfragen. Wenn wir in diesem Markt nicht vertreten wären, könnten wir sie bei einem zentralen Beratungsthema nicht unterstützen. Unser Ziel ist es, unseren Vertriebspartnern vom ersten Tag an eine überzeugende Lösung für die neue geförderte private Altersvorsorge anzubieten. Deshalb ist der Einstieg für uns keine kurzfristige Produktentscheidung, sondern ein zentraler strategischer Schritt. Und: Wir bleiben damit unserer bisherigen Ausrichtung treu.
Seite 1 PrismaLife: „Wir werden ab 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten“
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